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Sebastian Vettel feierte sein Formel-1-Debüt 2007 für BMW Sauber © imago

Der Titelverteidiger tauft seinen RB9 und will den vierten WM-Coup. Auf den Hype um das Duell mit Alonso reagiert er gelassen.

Melbourne - Das Geheimnis ist gelüftet:

Mit "Hungry Heidi" will Weltmeister Sebastian Vettel in diesem Jahr zu seinem vierten Titel in Serie fahren.

Bei einem schon traditionellen Abendessen mit seinen Red-Bull-Mechanikern vor dem Auftakt-GP in Melborune (Freies Training, Fr., ab 6 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) legte sich der 25 Jahre alte Heppenheimer auf den neuen Namen seines Boliden fest:

In den vergangenen Jahren war Vettel mit "Luscious Liz", "Kinky Kylie" und "Abbey" zu seinen Titeln gerast. "Natürlich wird es wieder ein Frauenname", hatte Vettel bereits bei den abschließenden Testfahrten in Barcelona angekündigt.

Vettel weiter hungrig

Und die Botschaft hinter seiner Wahl wird bei der Konkurrenz um Fernando Alonso wie eine Drohung ankommen: Vettel bleibt auch nach seinem dritten WM-Titel hungrig und wird nicht einen Hauch nachlassen.

"Ich weiß, dass das Team mit dem Auto hervorragende Arbeit geleistet hat", sagte Vettel über seinen RB9.

Vettel scheint startklar, denn die Konkurrenz, allen voran Dauer-Rivale Fernando Alonso, will mit aller Macht die Vettel-Herrschaft in der Königsklasse beenden. (NEWS: Alles zur Formel 1)

Üblichen Verdächtigen gegen Vettel

"Alle gegen Vettel" titelte die "Sport Bild" auf ihrem Sonderheft.

Zwar darf bezweifelt werden, dass außer den üblichen Verdächtigen wie Alonso, Jenson Button, Kimi Räikkönen und dem Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Nico Rosberg jemand anders Vettel auf der Strecke wirklich gefährlich werden könnte, doch mehr denn je findet sich der Weltmeister in der Rolle des Gejagten wieder. (DATENCENTER: Der Rennkalender)

Während Vettel selbst gewohnt gelassen auf den ganzen Hype um das vermeintlich epische Duell mit Alonso reagiert, weiter betont, dass er sein Ding macht und sich nur auf sich selbst konzentriert, kreist der gesamte Formel-1-Kosmos um den Heppenheimer.

Ecclestone hofft auf Top-Quoten

Bernie Ecclestone verspricht sich durch das Duell mit Alonso ein gutes Geschäft, die übertragenden Fernsehanstalten hoffen auf Top-Quoten.

"Das Maß aller Dinge bleiben ganz sicher Sebastian Vettel und Fernando Alonso", sagte RTL-Sportchef Manfred Loppe.

Zwar konnte der neue Red Bull bei den letzten Testfahrten im verregneten Barcelona nicht vollends überzeugen, und Vettel schimpfte auch ein wenig über die neuen, schnell abbauenden Pirelli-Reifen.

Doch angesichts des kaum veränderten Reglements und des starken zweiten Halbjahrs 2012 sollte der Bolide aus der Feder von Design-Guru Adrian Newey erneut gut genug sein, um Vettel zum Titel zu tragen.

"Der Wohlfühlfaktor stimmt"

"Der Wohlfühlfaktor stimmt", betonte Vettel nach dem ersten Kennenlernen. Wie schon in den Jahren zuvor hat sich der Champion akribisch auf die Saison vorbereitet, er arbeitete hart an seiner Fitness und zusammen mit seinen Technikern an der Optimierung des Wagens.

Seine mentale Kraft schöpfte der 25-Jährige aus selbstverordneten Auszeiten, in denen Familie, Freunde und das eigene Bett wichtiger sind als ein Leben in der Öffentlichkeit und das eigene Gesicht in der Werbung.

Nicht nur deshalb ist Vettel nach wie vor nicht der Top-Verdiener in der Formel 1. Hinter Alonso mit geschätzten 33 Millionen Euro und Hamilton mit 28 Millionen ist er mit 22 Millionen nur die Nummer drei.

Freizeit vor Geld

"Geld ist nur Mittel zum Zweck, mehr nicht. Mir ist meine persönliche Freizeit wichtiger und dass ich Zeit habe für die wirklich wichtigen Dinge im Leben", betont Vettel immer wieder. Der sportliche Erfolg gibt ihm recht.

"Wenn Roger Federer den Ball schlägt, sieht es auch einfach aus. Aber wenn man es selbst versucht, funktioniert es nicht", sagte Vettel bei den Testfahrten im spanischen Jerez auf die Anmerkung, bei ihm würde alles so einfach aussehen.

Was er damit meinte, war, dass hinter jedem seiner drei Titel unglaublich viel Arbeit steckt. Und Vettel ist weit davon entfernt, auch nur ein Jota in seinem Bestreben nachzulassen, der Beste zu sein. "Ich liebe total, was ich mache", sagte er der "Sport Bild".

Schumacher als Vorbild

Für Fernando Alonso und Co. dürfte es wie eine Drohung geklungen haben, wie das Versprechen, so lange so hungrig zu bleiben, wie es einst Rekordweltmeister Michael Schumacher geschafft hat.

Von einer "goldenen Ära" will Vettel trotz des Titel-Hattricks noch nichts wissen.

"Das klingt hübsch, sagt mir aber nichts", sagte er dem "kicker". Aber spätestens, wenn Sebastian Vettel seinem neuen Boliden den passenden (Frauen)-Namen verpasst hat, ist die Jagd wieder eröffnet. Auf den vierten Titel - und den Titelverteidiger.

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