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Fernando Alonso wurde 2005 und 2006 im Renault Weltmeister © getty

Der Spanier wähnt sich vor dem China-GP beim besten Team der Welt. Nach seiner Sepang-Pleite will er dort wieder angreifen.

Von Tobias Wiltschek

München - Vor dem Großen Preis von China (Training, Freitag 7 Uhr im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) hat Fernando Alonso seinem Team die Treue geschworen.

"Ferrari ist der beste Rennstall der Welt, danach kommt für einen Fahrer nichts mehr. Ferrari wird daher mein letztes Formel-1-Team sein", twitterte der Spanier in einem Interview mit seinen Fans.

Auf die Krönung seiner Zeit bei der Scuderia wartet er allerdings noch. Nachdem er 2005 und 2006 schon zwei Mal im Renault den Titel holte, ist ihm das mit den Roten aus Maranello noch nicht gelungen.

In diesem Jahr soll es endlich klappen, auch wenn der 31-Jährige nach zwei Rennen nur auf Platz sechs der WM-Wertung liegt.

Alonso selbstkritisch

Das liegt vor allem am völlig verkorksten Grand Prix von Malaysia. Der Ausfall in Sepang nagte noch lange an ihm.

"Mit meiner Erfahrung durfte mir so etwas nicht passieren", erklärte der Ferrari-Star vor dem Großen Preis von Chinaselbstkritisch.

Beim Malaysia-GP hatte er kurz nach dem Start seinen Frontflügel demoliert, als er ins Heck seines großen WM-Rivalen Sebastian Vettel rauschte.

Er und sein Team verzichteten anschließend auf eine sofortige Reparatur in der Box. Erst beim ersten Reifenwechsel sollte auch die Frontpartie des F138 ausgetauscht werden.

Nase fliegt weg

Doch ehe es so weit kam, flog dem Spanier die Nase seines roten Renners gänzlich davon, und er musste das Rennen schon zu Beginn der zweiten Runde im Kies beenden.

Da Vettel anschließend zum Sieg raste, beträgt Alonsos Rückstand auf den amtierenden Weltmeister schon 22 Punkte (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

"Nach zwei Rennen ist das viel zu viel", klagt der zweimalige Champion. "Wenn man um den Titel fährt, schmerzt jeder Ausfall doppelt und dreifach." Doch Alonso wäre nicht Alonso, wenn er nicht kämpferisch hinzufügen würde: "Ich bin überzeugt, dass wir dieses Mal beim China-GP um den Sieg mitfighten werden."

Stundenlange Meetings

Damit er diesen mutigen Worten auch die entsprechenden Taten folgen lassen kann, traf er sich im Ferrari-Werk von Maranello laut "Motorsport Aktuell" zu stundenlangen Meetings mit Ingenieuren sowie Renn- und Reifenanalysten.

Vor dem GP-Doppelpack in China und Bahrain (21. April) will die Scuderia nichts dem Zufall überlassen und arbeitet unter Hochdruck an der Performance ihrer Fahrzeuge.

"Es wird der Schlüssel sein, dass wir bei unserem Entwicklungsprogramm schneller Fortschritte machen als die anderen Teams", fordert Ferrari-Technikchef Pat Fry.

Qualifying im Fokus

Nachdem die Arbeit am Renntempo und der Reifenabstimmung schon erste Erfolge brachte, soll nun das Augenmerk vor allem auf die bislang größte Schwachstelle des Teams gelegt werden.

"Es liegt noch viel Abreit vor uns, wenn wir im Qualifying die Schnellsten sein sollen", betonte Fry und rechnet diesbezüglich schon bald mit Fortschritten, "da wir mehr über das Auto lernen und jetzt damit beginnen, das Beste aus ihm herauszuholen."

Ähnlich optimistisch äußert sich Alonsos Teamkollege Felipe Massa. "Ich denke, wir werden wieder gewinnen", sagte der Brasilianer der "Gazzetta dello Sport".

Nach seinen Plätzen vier und fünf liegt die klare Nummer zwei bei Ferrari bislang als Fünfter einen Rang vor dem großen Anführer.

"In die richtige Richtung"

Auch Massa fordert weitere Anstrengungen. "Es gibt noch viel zu tun, damit wir konkurrenzfähiger werden", sagte der 31-Jährige. "Wenn wir uns weiter in diese Richtung bewegen, werden wir in der Lage sein, Rennen zu gewinnen und um die Meisterschaft zu kämpfen."

Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Erst einmal gilt es, in China zu bestehen. Massa konnte dort noch nie gewinnen, und Alonso wartet seit seinem Triumph 2005 auf einen weiteren Erfolg in Schanghai.

Im vergangenen Jahr kam der Spanier nicht über Platz neun hinaus. Will er zu dieser frühen Phase der Saison nicht noch weiter an Boden gegenüber Vettel verlieren, sollte er sich am kommenden Sonntag im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern.

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