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Nico Rosberg fährt seit 2010 für das Mercedes-Werksteam in der Formel 1 © imago

An der Stätte seines ersten Triumphs will der Mercedes-Fahrer seinen Kollegen und Kumpel abhängen. Wolff treibt eine Sorge um.

Schanghai - Es war nur eine kleine Revanche, auch nicht ganz fair, aber Nico Rosberg hat sich trotzdem diebisch gefreut. Und Lewis Hamilton geschlagen.

Ein Video beweist es. Wer kommt beim obligatorischen Sicherheitstraining im Ernstfall schneller aus seinem Boliden? Rosberg schafft es in deutlich weniger als fünf Sekunden, übernimmt die Stoppuhr von seinem Rivalen und Kollegen - und lässt die Zeit genüsslich verstreichen, als der Brite längst schon stramm steht.

"Ich bin lieber vor meinem Teamkollegen als hinter ihm", sagt der Wiesbadener. Rosberg ist heiß auf den Grand Prix von China (Training, Freitag ab 7 Uhr im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER):

"Ich habe ein gutes Gefühl. Wir hatten einen starken Start in die neue Saison, und ich bin überzeugt, dass wir weiter angreifen." In Shanghai hatte er im vergangenen Jahr sein erstes und bisher einziges Rennen gewonnen.

"Ich mag die Strecke sehr"

Und im Reich der Mitte will Rosberg seinen Kumpel Hamilton nun auch auf der Strecke abhängen. Der Deutsche ist ein richtiger China-Kracher: "Ich habe das Rennen dort in den vergangenen drei Jahren jeweils angeführt. Ich mag die Strecke sehr."

Der Ex-Weltmeister aus England war zuletzt in Malaysia nur dank reichlich Unterstützung von der Box als Dritter einen Platz vor Rosberg ins Ziel gefahren. Auch bei Mercedes hatte es eine Stallorder-Affäre gegeben - wenn auch in kleinerem Ausmaß als bei den Roten Bullen mit Sebastian Vettel und Mark Webber.

Getrübte Freude

Trotzdem war die Freude über das gute Resultat dadurch getrübt (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

"Die Situation ist, wie sie ist. Sportlich ist es nicht immer schön anzuschauen, wenn eine Stallorder ausgesprochen wird. Aber in diesem Moment musste Ross Brawn (Teamchef, d. Red.) von den Fahrern verlangen, das Ergebnis nach Hause zu fahren", sagt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Hamilton sei aber "mit Sicherheit nicht" die Nummer eins des Teams (BERICHT: Mercedes zurück auf Null).

Silberpfeil deutlich schneller

Rosberg sprach hinterher von einer großen Enttäuschung, blickt aber längst wieder nach vorn. Zumal der Silberpfeil deutlich besser zu funktionieren scheint als vor Saisonbeginn gedacht.

In Malaysia gelang mit Rang drei und vier das beste Teamergebnis seit der Rückkehr als Werksteam in die Formel 1. Und zwar ohne den großen Michael Schumacher.

"Das Team hat zuletzt sehr hart gearbeitet, um unser Auto weiterzuentwickeln", sagte Rosberg, in China und eine Woche später in Bahrain "können wir hoffentlich ähnlich gute Resultate erzielen". In Schanghai werden neue Teile an den Wagen geschraubt, um die Aerodynamik zu verbessern.

Mercedes pusht, Ex-Weltmeister Sir Jackie Stewart zählt das Team bereits zu den WM-Kandidaten. "Mercedes ist in der Lage, Rennen zu gewinnen, und Lewis wird aus jedem Auto überragende Leistungen herausholen", behauptet der Schotte: "Sie können um den Titel kämpfen."

Wolff dämpft die Erwartungen

Doch Wolff will sich keinerlei Träumereien hingeben und dämpft vorsorglich die Euphorie.

"Ob das jetzt so weitergeht, wissen wir nicht. Es gibt nach wie vor viele Fragezeichen", meint der Österreicher, "gerade in den letzten Jahren haben wir immer wieder im Laufe der Saison das Entwicklungstempo nicht halten können. Das wird der entscheidende Faktor in diesem Jahr sein."

Die Konkurrenz wie der bisher enttäuschende McLaren sitze den Stuttgartern nach wie vor im Nacken: "Da müssen wir besonders wachsam sein. Parallel dazu müssen wir für 2014 entwickeln. Jetzt schon Vorfreude zu entwickeln, wäre definitiv fehl am Platz."

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