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Kimi Räikkönen (l. mit Vettel) wurde 2007 im Ferrari Weltmeister in der Formel 1 © getty

Der Finne heizt die Spekulationen um einen Wechsel an und könnte bereits zur neuen Saison Kollege seines Kumpels Vettel werden.

Schanghai - Kimi Räikkönen hat sich nichts anmerken lassen.

Auch in China, wo er den zweiten Platz holte, stapfte der Iceman mit seiner ausdruckslosen Miene, versteckt hinter einer riesigen verspiegelten Sonnenbrille, durch das Fahrerlager.

Nur einmal, ganz kurz, konnte er sich ein Grinsen nicht verkneifen. Als es um die Gerüchte um seinen möglichen Wechsel zu Red Bull an die Seite seines Kumpels Sebastian Vettel ging.

"Ich habe noch keinen neuen Vertrag für die nächste Saison. Mal sehen, ob ich ein Cockpit finde. Wir werden sehen, was passiert", sagte der Lotus-Pilot am Rande des Rennens in China. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer)

Marko bestätigt Interesse

Und dabei verrieten seine Gesichtszüge mehr als seine Worte.+

Zwischen dem Weltmeisterteam und dem Finnen hat sich in den letzten Tagen nach der Eskalation in der Stallorder-Affäre zwischen Vettel und Intimfeind Mark Webber ein heftiger Flirt entwickelt.

"Kimi Räikkönen ist jemand, der bei uns auf der Liste für das nächste Jahr steht", sagte Helmut Marko, der mächtige Motorsportberater von Red Bull.

Vettel hält sich bedeckt

Dass Webber bei den Bullen nach dem offenen Ausbruch des Kleinkrieges im Team für die nächste Saison keinen neuen Vertrag mehr erhält, gilt als ausgemacht.

Vettel und der Australier machen aus ihrer gegenseitigen Abneigung längst kein Hehl mehr.

Im Gegensatz dazu gilt Räikkönen als guter Freund des Weltmeisters. "Das habe ich nicht zu entscheiden", sagte Vettel nur auf die Frage, wen er sich im nächsten Jahr als Partner wünscht.

Neben Räikkönen gelten auch die jungen Toro-Rosso-Fahrer Daniel Ricciardo (Australien) und Jean-Eric Vergne (Frankreich) als Kandidaten für das begehrte Cockpit.

Iceman geschmeichelt

Räikkönen fühlt sich schon ein bisschen geschmeichelt, dass der erfolgreichste Rennstall der jüngeren Vergangenheit Interesse an dem mittlerweile 33-Jährigen zeigt.

Der Weltmeister von 2007, der ja gerne damit kokettiert, er brauche die Formel 1 nicht zum Glücklichsein, hat nach seinem starken Comeback nach einem Rallye-Ausflug noch einmal Blut geleckt.

Mit Red Bull wären weitere Erfolge quasi garantiert. "Was die Zukunft angeht, ist für mich klar: Ich will bei einem guten Team arbeiten und in einem guten Auto sitzen. Red Bull ist ein gutes Team, sie sind oft Weltmeister geworden, haben letztes Jahr alles gewonnen", sagte Räikkönen.

Räikkönen passt zu Red Bull

Eine Verpflichtung würde für beide Seiten durchaus Sinn machen.

Räikkönen ist ein Rebell, der auch schon einmal besoffen von einer Yacht fällt, in den Wäldern seiner Heimat an Motocross-Rennen teilnimmt und in einem Affenkostüm Speedboot fährt.

Das alles passt hervorragend zur Marke Red Bull, die ja vor allem Unangepasstheit ausdrücken soll.

"Kimi ist cool und schnell und immer ein Kandidat", sagte Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz unlängst. Und der Iceman bekäme ein Auto, dass seinem Talent entspräche.

Kein Medien-Freund

Allerdings stellt sich die Frage, wie Räikkönen mit dem Rummel bei Red Bull fertig werden würde.

Er ist berühmt dafür, nicht gerade ein Freund von Medien- und Sponsorenterminen zu sein. Die gehören aber einfach dazu. Bei Lotus lassen sie ihrem Star seinen Freiraum.

"Ich hatte hier bisher nie Probleme", sagte er. Und hatte wieder seine ausdruckslose Miene aufgelegt.

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