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Lewis Hamilton gewann 2008 mit dem McLaren-Team die Weltmeisterschaft © getty

Der neue Mercedes-Star spricht nach seinem guten Start bei den Silberpfeilen von der WM. Nico Rosberg guckt in die Röhre.

Von Jakob Gajdzik

München - Glücklicher, so scheint es, könnte Lewis Hamilton vor dem Großen Preis von Bahrain (Training, Fr., ab 9 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) in seinem neuen Rennstall kaum sein.

"Es war ein Traumstart für mich bei Mercedes", sagte der 28-jährige Brite, der vor der Saison sein McLaren-Cockpit gegen das der Silberpfeile getauscht hatte.

An der Richtigkeit dieser Entscheidung zweifelten viele.

Im Chrompfeil stand Hamilton seit seinem Einstieg in die Königsklasse 2007 am Saisonende stets unter den Top fünf und wurde als Krönung 2008 Weltmeister.

Mercedes 2012 enttäuschend

Bei Mercedes dagegen kamen im vergangenen Jahr weder sein jetziger Teamkollege Nico Rosberg noch der zurückgetretene Rekord-Weltmeister und Formel-1-Ikone Michael Schumacher in die Top Ten.

"Ich könnte nicht glücklicher über meine Entscheidung sein", betonte Hamilton nach den ersten drei Rennen der Saison - und das glaubhaft.

Dem fünften Platz beim Auftakt-GP in Australien folgte beim den Rennen in Malaysia und in China mit Platz drei jeweils der Sprung aufs Treppchen. Zudem zeigte er in Schanghai mit seiner Pole-Position, was er aus seinem neuen silbernen Renner rausholen kann. (DATENCENTER: Rennergebnis)

"Er hat das Maximum rausgeholt"

Zum WM-Führenden Sebastian Vettel (52 Punkte) fehlen dem Briten nur zwölf Zähler. (SERVICE: WM-Stand Fahrer)

"Er hat das Maximum rausgeholt", lobte ihn der neue Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda nach seinen Leistungen.

Trotz der guten Resultate ist bei den Silberpfeilen noch nicht alles Gold was glänzt.

Probleme mit Pace und Balance

"Hätten wir keine Probleme mit dem Frontflügel gehabt, hätte ich vielleicht den Lotus (vom Zweitplatzierten Kimi Räikkönen, d. Red.) überholen können - aber nur vielleicht. Die Balance hat sich ständig verändert: von untersteuernd zu ausbalanciert, von ausbalanciert zu untersteuernd", sagte Hamilton.

Dass es für den Sieger aus China, Fernando Alonso, nicht gereicht hat, hatte dagegen ganz einfache Gründe. "Wir hatten nicht dieselbe Pace", so der Mercedes-Pilot.

Trotz der noch anstehenden Feinarbeit am F1 W04 glaubt Hamilton allerdings an den großen Wurf.

"Ich fühle mich als Herausforderer für die WM", behauptete er nicht ohne Grund, schränkte aber im gleichen Atemzug ein: "Ich bin nicht auf den Titel fokussiert, denn man weiß ja nie."

Rosberg leidet

Was nämlich passieren kann, erlebte der 28-Jährige bei seinem Teamkollegen.

Nico Rosberg hat nach zwei Ausfällen in drei Rennen 28 Punkte weniger als Hamilton auf dem Konto, nämlich zwölf. "Das könnte mir auch jederzeit passieren, aber hoffentlich tut es das nicht", sagte Hamilton erleichtert.

Dementsprechend fällt die Zwischenbilanz von Rosberg anders aus: "Der Start ins Jahr war ernüchternd, echt schade."

Neben den technischen Defekten musste sich der 27-Jährige zudem bei seiner bisher einzigen Zieleinfahrt in Sepang der Teamorder beugen und Hamilton auf Platz fünf den Vortritt lassen.

"Ausfall in Australien, dann natürlich auch nicht viel Spaß, ungünstige Stallorder in Malaysia und jetzt nochmal der Ausfall in China. Echt nicht ideal. Das hatte ich mir besser erhofft", sagte Rosberg fast leidend.

Rolle als Nummer zwei droht

Dem Sohn der Formel-1-Legende Keke Rosberg droht schon nach drei Rennen die ungeliebte Rolle der Nummer zwei im Team.

Im vergangenen Jahr gelang Rosberg ebenfalls in Schanghai seine erste Pole für Mercedes - gefolgt vom ersten Sieg.

Allerdings brauchte der Blondschopf für diesen Erfolg drei Jahre bei den Silberpfeilen - Hamilton gelang der Sieg im Qualifying bereits im dritten Rennen. Der erste Rennsieg scheint nur eine Frage der Zeit.

"Über Platz drei enttäuscht zu sein, ist eine sehr glückliche Position", sagte Hamilton auf das Rennen in Schanghai angesprochen und sieht in seinem Team viel Potenzial schlummern:

"Noch nicht ganz da, aber nicht weit entfernt"

"Wie Ross (Brawn, d. Red) im Radio gesagt hat: Wir sind noch nicht ganz da, aber wir sind auch nicht so weit entfernt."

Und der Teamchef bestätigte die positiv Bilanz: "Wir hatten jetzt drei unterschiedliche Rennstrecken und waren auf allen drei konkurrenzfähig. Das ist im Vergleich zur Vergangenheit eine neue Qualität."

Eine, die den neuen Mercedes-Stern Hamilton zu WM-Träumen verleitet.

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