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Fernando Alonso will nach 2005 und 2006 zum dritten Mal Weltmeister werden © getty

Der Spanier verliert durch eine Technik-Panne in Bahrain vorerst den Anschluss. Auch im Flugzeug hat er kein Glück.

Von Tobias Wiltschek

München - Das Pech verfolgte Fernando Alonso sogar bis ins Flugzeug.

Bei der Rückreise vom Bahrain-Grand-Prix musste der zweimalige Weltmeister auf dem Weg nach Doha laut "speedweek.de" in der Holzklasse Platz nehmen.

Da halfen wohl auch alle Proteste der Ferrari-Verantwortlichen bei Qatar Airways nichts. Statt der unangefochtenen Nummer 1 im Team genoss Ersatzfahrer Pedro de la Rosa die Vorzüge der ersten Klasse.

Aber Alonso nahm es gelassen: "Ich bin jahrelang Economy geflogen, kein Problem."

Problem mit der Heckflügel-Klappe

Viel mehr dürfte ihn die DRS-Panne seines Rennstalls am vergangenen Wochenende auf dem Bahrain International Circut gewurmt haben. Gleich zwei Mal musste der Spanier wegen eines Problems mit der Heckflügel-Klappe die Ferrari-Box ansteuern.

Beim ersten Stopp wurde der Flap, der sich nach der Aktivierung nicht wieder zurückstellen ließ, mit den Händen in seine Grundstellung zurückgedrückt (NACHBERICHT: Vettel überrascht sich - die Konkurrenz versagt).

Ein großer Fehler, wie sich herausstellen sollte. Denn als Alonso den Heckflügel erneut flach stellte, trat das Problem noch einmal auf. Wieder musste der Herausforderer von Weltmeister Sebastian Vettel an die Box - und verlor damit weitere 21,4 Sekunden auf die Spitze.

Domenicali flucht

"So etwas hatten wir noch nie", fluchte Teamchef Stefano Domenicali. Alonso konnte fortan für Überholvorgänge sein DRS nicht mehr aktivieren. Später fand man heraus, dass der Defekt vom Bruch einer mechanischen Komponente des Systems hervorgerufen wurde.

"Auf der Geraden bin ich an keinem mehr vorbeigekommen", ärgerte sich der 31-Jährige. So blieb ihm nur noch die Möglichkeit, die Konkurrenten auf der Bremse in den Kurven zu überholen. "Das ist natürlich auf die Reifen gegangen", erklärte er.

Am Ende konnte er froh sein, dass es immerhin noch zu Platz acht und vier WM-Punkten gereicht hat (STIMMEN: "Das Glück wird sich wenden").

Von Startplatz drei aus hatte er sich freilich viel mehr erhofft. Genauso wie sein Teamkollege Felipe Massa, der von Rang vier bis auf Platz 15 durchgereicht wurde. Ihn stoppten zwei Reifenschäden und ein Fahrfehler, als er beim Start dem Force India von Adrian Sutil in den rechten Vorderreifen fuhr.

Bittere Enttäuschung

Für Ferrari war die miserable Bilanz in Bahrain besonders bitter, da sie für viele Experten als Favoriten auf den Sieg beim Wüsten-Grand-Prix gegolten hatten.

"Theoretisch war es möglich, hier zu gewinnen", meinte auch Domenicali nach dem Rennen. Doch statt in der WM-Wertung an Vettel dran zu bleiben, rutschte Alonso von Platz drei auf Platz vier ab und verlor zumindest vorerst den Anschluss zur Spitze (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Entmutigen lassen will sich die Scuderia davon aber nicht. "Zurzeit beträgt der Rückstand auf Vettel 30 Punkte. Doch wenn er im nächsten Rennen null Zähler einfährt und wir gewinnen, sind es nur noch fünf", rechnete Domenicali vor.

Samurai-Weisheiten

Auch Alonso ist weit davon entfernt, nach vier von 19 Rennen schon aufzugeben. Wie schon zum Ende der vergangenen Saison und in der Woche vor dem Bahrain-GP bedient er sich einmal mehr der Samurai-Sprache. "Ein normaler Mann nimmt alles als Segen oder Fluch hin ", twitterte er. "Ein Samurai ist ein Krieger, der alles als Herausforderung annimmt."

Doch auch er muss auf das Prinzip Hoffnung bauen.

"Wir haben jetzt in vier Rennen zwei Mal Pech gehabt. Aber in diesem Sport ist es immer so, dass sich Glück und Pech die Waage halten, auch bei den Gegnern", sagte er und fügte hinzu: "Ich schätze, wir haben unseren Anteil an Pech hinter uns. Und wenn es mal die anderen trifft, dann werden wir zuschlagen."

"Vom Auto verraten"

Die Medien in Spanien und Italien reagierten auf die Pannenserie von Ferrari indes eher wütend als trotzig. "Alonsos schwärzester Tag", schrieb die in Barcelona erscheinende Zeitung "Sport". Im "Corriere della Sera" hieß es: "Der Spanier ist von seinem Auto verraten worden."

Die Hoffnung auf Besserung ist aber durchaus berechtigt. Erstens gilt Ferrari in der Branche als starkes Entwicklungsteam, das den Wagen im Laufe einer Saison deutlich schneller machen kann. Und zweitens bestreitet Alonso beim nächsten Rennen am 12. Mai sein Heimspiel in Barcelona.

Dorthin wird er dann sicherlich auch wieder in der First Class reisen dürfen.

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