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Der Ex-Formel-1-Pilot und Le-Mans-Sieger Stuck begleitet die Königsklasse für SPORT1 © getty

SPORT1-Experte Hans-Joachim Stuck sieht vor dem Europa-Start in Spanien drei Stars auf Augenhöhe. Bei Mercedes ist er skeptisch.

Von Tobias Wiltschek

München - Zu Beginn des Jahres war der Formel-1-Tross schon einmal in Barcelona.

Bei den Testfahrten vor Beginn der Saison fuhren die Mercedes-Piloten Nico Rosberg und Lewis Hamilton die Konkurrenz in Grund und Boden.

Doch diese Fabelzeiten der Silberpfeile sind zwei Monate später für Hans-Joachim Stuck nicht mehr das Papier wert, auf dem sie stehen.

"Das sind Vorstandszeiten, die man vorlegt, um schön Wetter zu machen", betont der SPORT1-Experte vor dem Großen Preis von Spanien (Training, Fr., ab 10 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER).

Hoher Reifenverschleiß

Wo die Teams wirklich stehen, zeige erst das Rennen am Sonntag auf dem Circuit de Catalunya. "Da werden die Karten komplett neu gemischt", ist sich der ehemalige Formel-1-Pilot sicher.

Wer wie stark aus der dreiwöchigen Pause nach dem Bahrain-Grand-Prix kommt, entscheide auch der Umgang mit der neuen, härteren Reifenmischung von Pirelli.

"Barcelona hat einen extrem hohen Reifenverschleiß", weiß Stuck. "Dazu kann von den Temperaturen von Hitze bis Regen alles passieren."

Umso schwerer fällt es ihm, einen eindeutigen Favoriten für den fünften Grand Prix des Jahres auszumachen. "Wir werden mit Red Bull, Ferrari und Lotus rechnen müssen. Das ist für mich völlig offen", meint der DTM-Sieger von 1990.

Stuck von Lotus überzeugt

Unter den Fahrern scheint die Frage nach dem Favoriten dagegen etwas klarer zu sein. Nach dem souveränen Sieg von Sebastian Vettel in Bahrain ist zumindest der Respekt der Rivalen vor dem Red-Bull-Piloten wieder gewachsen.

"Es wird hart, Sebastian einzuholen, wenn er weiter so gute Resultate erzielt", sagte Kimi Räikkönen, der mit nur zehn Punkten Rückstand auf Vettel auf Platz zwei der WM-Wertung steht. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung)

Stuck sieht in Lotus dennoch auch langfristig einen heißen Anwärter auf den Titel. "Das traue ich ihnen zu", sagt er und freut sich, "dass es einer schafft, in die Phalanx der großen Teams einzubrechen."

Alonso defensiv

Von Ferrari-Star Fernando Alonso kommen derweil ungewohnt leise Töne vor seinem Heimrennen. Der große Samurai-Fan, der bereits 30 Punkte Rückstand auf Vettel hat, spart sich zurzeit seine üblichen Weisheiten.

Stattdessen stemmte der 31-Jährige ein umfangreiches Fitness-Programm in der Pause vor dem Europa-Auftakt und fühlt sich "gut vorbereitet" für die Rennen in Barcelona und Monaco Ende Mai.

Nach dem frühen Aus in Malaysia und den technischen Problemen in Bahrain steht der zweimalige Weltmeister vor seinen Landsleuten schon gehörig unter Druck.

Skepsis bei Mercedes

Das trifft nach Meinung von Stuck auch auf die Silberpfeile zu. "Ich kann mir vorstellen, dass das Licht in den Werkstätten von Mercedes nicht oft ausgegangen ist", vermutet der SPORT1-Kolumnist.

"Der Ansatz war, dass man in diesem Jahr konstant Podiumsplätze einfahren kann. Das war bislang erst zwei Mal der Fall. Das gesteckte Ziel ist ganz klar noch nicht erreicht."

Der Kurs in Katalonien wäre für Mercedes vielleicht der ideale Ort, um den großen Ambitionen erste Taten folgen zu lassen ? nicht nur in den Trainingssessions.

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