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Felipe Massa (v.) liegt in der WM auf Platz sieben, Nico Hülkenberg ist 14. © getty

Hinter den Top drei wird kommt es in Singapur zum beinharten Duell: Nico Hülkenberg und Felipe Massa kämpfen ums Lotus-Cockpit.

Von Marc Ellerich

München - Die Blicke der Welt werden sich am Wochenende auf die Spitze des Formel-1-Feldes richten, dorthin, wo Red-Bull-Vorfahrer Sebastian Vettel gegen seine Rivalen Fernando Alonso und Kimi Räikkönen um den Weltmeistertitel kämpft.

Auf das Duell, das sich beim Singapur-Grand-Prix (Fr., ab 12 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) hinter den Besten abspielen wird, werden nur die Experten ihr Interesse konzentrieren - dabei verspricht es mindestens ebenso viel Spannung und dieselbe Härte wie der Kampf der Formel-1-Superstars.

Nico Hülkenberg und Felipe Massa treten beim spektakulären Nachtrennen in der südostasiatischen Millionen-Metropole zum Showdown gegeneinander an. Und so viel die beiden Formel-1-Piloten ansonsten trennt - Herkunft, Alter, Erfahrung - ihr Ziel ist ein und dasselbe.

"Ich will vor allem ein schnelles Auto", sagt Hülkenberg. "Ein konkurrenzfähiges Auto, das ist das, was ich will", sagt Massa.

Zweite Garde hofft

Schnell muss er also sein, der Rennwagen, in den sich Hülkenberg und Massa in der kommenden Saison setzen wollen. Und das Vertrackte ist: Nur ein Team kann ihnen ein solches Cockpit bieten: Lotus.

Seit klar ist, dass Kimi Räikkönen den Rennstall aus Enstone verlassen wird, um sich 2014 hinters Ferrari-Lenkrad zu setzen, hofft die zweite Garde der Königsklasse wieder. (DATENCENTER: WM-Stand Teams).

"Wir sind in der privilegierten Situation, das begehrteste Team im Starterfeld zu sein, das noch einen freien Platz hat", weiß Lotus-Rennstallchef Eric Boullier.

Auch di Resta mischt mit

Und die besten Karten haben offenbar Ferrari-Pilot Massa, der für den finnischen "Iceman" Platz machen muss, und Hülkenberg, dessen freiwilliger Abschied vom Schweizer Sauber-Team bereits im Juli beim Deutschland-Grand-Prix bekannt wurde.

Dritter Kandidat soll der derzeitige Force-India-Fahrer Paul di Resta sein.

Für den Schotten, aber vor allem eben für Hülkenberg und Massa wird das lange, anstrengende Rennen durch die schwüle Nacht von Singapur zur ultimativen Bewerbungsfahrt.

Auf der winkeligen Stadtpiste werden sie verbissen versuchen, ihre Argumente für eine Verpflichtung zu untermauern.

Hülk unverbrauchter - Massa erfahren

Wer bisher die besseren für sich eingesammelt hat, hängt ganz von der jeweiligen Perspektive ab. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Hülkenberg, der erst seine dritte Formel-1-Saison bestreitet, ist jünger und unverbrauchter, Massa mit 184-Grand-Prix-Starts ganz gewiss der erfahrenere Pilot - und natürlich auch der größere Name.

Der 32-jährige Brasilianer durfte sich 2008 in Sao Paulo gar 30 Sekunden lang als Weltmeister fühlen, bis Lewis Hamilton ihm den Titel in der letzten Kurve doch noch entriss.

Hülkenberg wiederum glänzte ebenfalls in Brasilien, wo er in seinem Formel-1-Debütjahr 2010 im unterlegenen Williams sensationell die Pole-Position einfuhr.

Auch seinen dritten Startplatz und den starken fünften Gesamtrang beim Italien-GP 2013 kann sich der Emmericher auf der Haben-Seite gutschreiben lassen.

Hülkenberg ausgebootet

Massa hat in Nicolas Todt, dem Sohn des Weltverbandspräsidenten Jean Todt, sicher den einflussreicheren Manager an seiner Seite.

Was zum nächsten, nicht zu unterschätzenden Faktor führt: Geld. Wer den zumeist klammen Teams - und Lotus gehört dazu - in der modernen Formel 1 eine wirksame Finanzspritze mitzubringen vermag, ist immer herzlich willkommen.

Hülkenberg hat das 2010 schmerzlich erlebt, als er von Pastor Maldonado bei Williams dank venezolanischer Petro-Dollars ausgebootet wurde.

Vorteil des Deutschen könnte sein, dass er bei Sauber unumstrittener Team-Leader ist. In allen zwölf Qualifyings der Saison hat er seinem Nebenmann Esteban Gutierrez das Nachsehen gegeben.

Massa hingegen ist während seiner kompletten Karriere zu keinem Zeitpunkt über die Rolle der Nummer zwei im Team hinausgekommen. Wohl auch deshalb hat er zuletzt trotzig erklärt, er werde Platzhirsch Fernando Alonso bei Ferrari von nun an die Helferdienste verweigern.

Lotus will schnell entscheiden

Für und Wider, am Ende wird das Duell der beiden Kandidaten auf der Strecke entschieden. Womöglich schon nach dem Grand Prix von Singapur, wo beide im Übrigen bisher nicht sonderlich gut aussahen. Massas Bestleistung ist ein achter Platz, Hülkenberg kam über Platz zehn nicht hinaus.

Lotus hat erklärt, man wolle sich schnell entscheiden.

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