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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Sebastian Vettel liegt nach sechs Rennen nur auf dem sechsten Platz © getty

Schon früh in der Saison gehen dem Weltmeister die Motoren-Bauteile aus. Er selbst rechnet bereits mit empfindlichen Strafen.

Von Tobias Wiltschek

München - Seine unglaubliche Pechsträhne könnte Sebastian Vettel schon bald mit dem Reglement in Konflikt bringen.

In sechs Rennen schied der Red-Bull-Pilot schon zwei Mal wegen eines Motoren-Problems aus, drei Mal schlug der Defektteufel im Qualifying zu.

Bedrohliche Ausmaße

Vor dem Großen Preis von Kanada (Freies Training, Fr. ab 17.30 Uhr im TV auf SPORT1) nimmt der Verschleiß der sechs Antriebsbausteine bedrohliche Ausmaße an.

Denn jede Einheit darf im Laufe einer Saison nur fünfmal ausgetauscht werden.

Kein Wunder, dass Vettel schon jetzt Strafen befürchtet. "Du musst nicht groß rechnen können, dass es wahrscheinlich nicht reicht", sagt er in der "auto, motor und sport".

Strafversetzungen drohen

Muss bei Vettel ein Bauteil zum sechsten Mal gewechselt werden, wird er laut Reglement beim folgenden Rennen in der Startaufstellung automatisch um zehn Plätze nach hinten versetzt. Bei jeder weiteren sechsten Einheit sind es fünf Strafplätze.

Wird ein Bauteil zum fünften Mal geschrottet, kann Red Bull aber auch gleich den gesamten Antriebsstrang wechseln. Vettel müsste dann einmal aus der Boxengasse starten (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Beim Monaco-GP Ende Mai verschliss der Heppenheimer schon den dritten Turboalder, als er wegen einer gebrochenen Turbowelle seinen RB10 schon nach wenigen Umläufen wieder in der Garage parken musste.

Außerdem hat der Red-Bull-Pilot schon vier Elektronikboxen verschlissen. Wenn auch die nächste Box ihren Geist aufgibt, wird Vettel beim darauf folgenden Rennen um zehn Plätze zurückversetzt (SHOP: Jetzt Motorsport-Artikel kaufen).

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Getriebewechsel in Spanien

Es wäre nicht die erste Strafe dieser Art für den viermaligen Champion in dieser Saison. Bereits in Barcelona wurde er wegen eines Getriebewechsels fünf Startplätze nach hinten versetzt.

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So häufig wie in dieser Saison wurde der Hesse noch nie von Defekten gestoppt. In der Wertung der bislang absolvierten Rennkilometer belegt er unter den 22 Fahrern Platz 18.

Weniger Kilometer spulten nur Sergio Perez, Pastor Maldonado, Jean-Eric Vergne und Adrian Sutil ab. Selbst Caterham und Marussia sind in diesem Jahr zuverlässiger.

Mercedes nicht zu gefährden

Von Rennsiegen kann Vettel unter diesen Voraussetzungen nur träumen. So sind die überlegenen Mercedes-Piloten nicht einmal im Ansatz zu gefährden.

Die vielen Defekte führt Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko auf die Versäumnisse von Renault bei der Entwicklung der neuen Antriebseinheit zurück - und kündigte jüngst erstmals finanzielle Forderungen an die Franzosen an.

"Rattenschwanz von Summen"

"Am Ende des Jahres macht unsere Finanzabteilung eine Abrechnung. Dann werden wir sehen, was für einen Verlust wir durch Renault gemacht haben", sagte der Österreicher in der "Bild" und legte noch einmal nach:

"Das ist ein Rattenschwanz von Summen und Sachen, die uns verloren gehen, weil Renault nicht gut gearbeitet hat. Der Image-Schaden ist jetzt schon nicht mehr zu reparieren."

Zwei Rennen habe der Motorenpartner noch Zeit, seinen Defektteufel auszutreiben, droht Marko.

Sollte bis zum übernächsten Grand Prix in Spielberg am 22. Juni die Antriebseinheit nicht zuverlässiger arbeiten, werde man sich nach einem anderen Lieferanten umschauen.

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