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Fernando Alonso debütierte 2001 in der Formel 1

Vor Silverstone halten sich Gerüchte über einen Wechsel Fernando Alonsos zu McLaren. Dieser brächte alte und neue Probleme.

Von Carsten Arndt

München - Mitleid ist wohl das Schlimmste, was einen erfolgsbesessenen Profisportler entgegengebracht werden kann - Fernando Alonso bekommt reichlich davon.

Auch beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone (Training, Fr., ab 11 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) wird dem zweimaligen Weltmeister wohl nur eine traurige Nebenrolle bleiben.

Während sich Weltmeister Sebastian Vettel trotz der Schwächen seines Autos teils heftiger Kritik ausgesetzt sieht, erntet der Spanier nur Bedauern.

Niemand zweifelt sein fahrerisches Können an, zumal er seinem Teamkollegen und Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen in Grund und Boden fährt. Der Ferrari ist schlichtweg zu langsam und dem Potenzial des 32-Jährigen nicht würdig, so der einhellige Tenor.

Reißt Alonso der Geduldsfaden?

Ein kümmerlicher Platz auf dem Podium, Platz vier in der Fahrerwertung. Zu wenig für den Andalusier.

Daher ist es wenig verwunderlich, dass sich seit Wochen hartnäckige Gerüchte um einen vorzeitigen Abschied zum Saisonende halten. (DATENCENTER: WM-Stand Fahrer).

Gerüchte über McLaren-Rückkehr

Immer wieder wird dabei über eine Rückkehr zu McLaren spekuliert. Dort stand Alonso 2007 schon einmal unter Vertrag.

Der britische Rennstall ist unzufrieden mit seinem vermeintlichen Star-Piloten Jenson Button dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft. Boss Ron Dennis warf ihm zuletzt vor, zu wenig Einsatz zu zeigen.

"Möchte ich, dass er sich mehr Mühe gibt? Natürlich will ich das", sagte Dennis bei "Sky Sports": "Er ist ein hochbezahlter Grand-Prix-Pilot."

McLaren mit neuem Motor

Nicht nur diese Szene beweist: Die Ansprüche sind hoch beim Traditionsrennstall.

Spätestens im kommenden Jahr will McLaren mit dem Einstieg von Motorenlieferant Honda wieder auf Augenhöhe mit den Top-Teams sein.

Dazu braucht es aber auch einen siegfähigen Fahrer, einen wie Fernando Alonso.

Santander als Geldspritze

Doch nachdem der erst im vergangenen Jahr seinen Vertrag bis 2016 verlängert hatte, wäre eine Ablöse für den Spanier fällig.

Da könnte der langjährige Alonso-Partner Santander ins Spiel kommen. Für die größte spanische Bank mit über 100 Millionen Kunden weltweit, dürfte auch ein größerer Millionenbetrag kein Problem darstellen.

Allerdings erklärte Dennis bereits, keinen Fahrer aus einem gültigen Vertrag bei der Konkurrenz loseisen zu wollen.

"Wir respektieren diese Verträge", sagte der Brite.

Schlechte Erinnerungen

Offen ist allerdings, ob Alonso selbst überhaupt Interesse an einem neuerlichen Engagement bei McLaren hätte. Denn seine Erinnerungen an die Saison 2007 sind alles andere als gut.

"Wir hatten unsere Aufs und Abs, die eine Extra-Herausforderung darstellten. Und es ist kein Geheimnis, dass ich mich nie heimisch gefühlt habe", sagte Alonso, nachdem er seinen neuen Arbeitgeber nach nur einem Jahr wieder verlassen hatte.

Auch als sein ehemaliger Teamkollege Lewis Hamilton McLaren 2012 verließ, konnte sich Alonso ein Nachtreten in Richtung seines Ex-Teams nicht verkneifen: "Für Lewis ist es gut, einen Schritt nach vorne zu machen. Prost hat McLaren verlassen, Senna hat McLaren verlassen und ich auch - normalerweise war das Leben danach besser."

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Erpressungsversuch von Alonso?

Der Spanier war als zweimaliger Weltmeister von Renault zu McLaren-Mercedes gekommen, dort aber auf den unerwartet starken Neueinsteiger Hamilton getroffen. SHOP: Jetzt Motorsport-Artikel kaufen

Im Zweikampf mit dem britischen Rookie fühlte sich Alonso benachteiligt und brachte dies auch öffentlich mehrfach zum Ausdruck. Der Zoff mit dem Team und Teamchef Dennis gipfelte in einem angeblichen Erpressungsversuch Alonsos in der Spionageaffäre, die dem Rennstall den Verlust aller Konstrukteurspunkte sowie 100 Millionen Dollar Strafe einbrachte.

Keine allzu guten Voraussetzungen also für eine neuerliche Zusammenarbeit, auch wenn Dennis bereits im vergangenen Jahr erklärte im Sinne des Erfolges einer möglichen Rückkehr nicht im Wege zu stehen.

McLaren mit Übergangsjahr

Erfolg ist auch das, wonach sich Alonso sehnt. Ob McLaren ihn den im kommenden Jahr bereits garantieren kann, ist aber fraglich - ein Entwicklungsjahr steht bevor.

Gut möglich also, dass sich der Spanier die kommende Saison abwarten wird, um dann erneut über seine Zukunft nachzudenken. Hier gibt es Tickets für die Formel 1

Ferrari-Angebot an Brawn

Zumal sein derzeitiger Arbeitgeber Ferrari angekündigt hat, das ohnehin schon stattliche Budget noch einmal aufzustocken, um den Rückstand zur Spitze schnellstmöglich wieder zu schließen.

Passend dazu soll die Scuderia dem ehemaligen Mercedes-Teamchef Ross Brawn laut "Corriere della Sera" angeblich fünf Millionen Euro angeboten haben, um ihn zu einer Rückkehr zu Ferrari zu bewegen (News).

Brawn hatte gemeinsam mit Michael Schumacher fünf WM-Titel nach Maranello geholt.

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Ferrari-Geschichte in Silverstone

Ein besonderer Ort ist auch Silverstone, speziell für Ferrari. 1951 holte der Argentinier Jose Froilan Gonzalez dort den ersten Sieg überhaupt für den italienischen Rennstall.

Die Geburtstätte für den Mythos Ferrari. Ein Mythos, der bis heute besteht.

"Ferrari ist der beste Rennstall der Welt, danach kommt für einen Fahrer nichts mehr", schwärmte Alonso im vergangenen Jahr. Zumindest in der kommenden Saison könnte das auch noch so bleiben.

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