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Daumen hoch: Bislang läuft die Saison für Timo Glock nach Maß © imago

Timo Glock rangiert in der WM-Wertung auf Platz drei, genau wie sein Toyota-Team. Holt er den ersten Sieg für die kölschen Japaner?

Von Julian Meißner

München - Heimlich, still und leise ist Timo Glock in die Beletage der Formel 1 vorgerückt.

Der deutsche Toyota-Pilot liegt nach drei Rennen in der WM-Wertung gleichauf mit Shootingstar Sebastian Vettel.

Während sich nach seinem zweiten Sieg in der Königsklasse am vergangenen Wochenende in Schanghai die Öffentlichkeit um "Super-Seb" reißt, kann Glock weitgehend ungestört die Vorbereitung auf das nächste Rennen in Bahrain (1. Training, Freitag, 9 Uhr LIVE) in Angriff nehmen.

Die Saison verläuft für Glocks Team bislang durchaus nach Plan: In der Teamwertung liegen nur Brawn GP und Red Bull vor Toyota, McLaren-Mercedes folgt mit gebührendem Abstand (DATENCENTER: Ergebnisse und WM-Stand).

Gemischte Gefühle in Schanghai

"China war ein bisschen enttäuschend, aber es war toll, mit einem konkurrenzfähigen Auto in die Saison zu starten, mit dem man um das Podium kämpfen kann", sagte Glock nach seinem siebten Platz beim Großen Preis im Reich der Mitte (Stimmen zum China-GP).

"Mit meiner Performance bin ich zufrieden. Ich habe schon jetzt viele Punkte geholt, obwohl die Rahmenbedingungen teilweise schwierig waren", so Glock, der auf bestem Wege ist, Routiniers wie Landsmann Nick Heidfeld abzuhängen (BMW-Desaster: Nerven liegen blank).

Ehrliche Arbeiter-Mentalität

Der Odenwälder hat sich über die Jahre hinweg mit seiner Hingabe für den Rennsport und dem Wegstecken immer neuer Rückschläge den Spitznamen "Kampfdackel" redlich verdient.

Eine ehrliche Arbeiter-Mentalität beschert dem gelernten Gerüstbauer nun die Ergebnisse, die Toyota lange Zeit trotz Top-Fahrern wie Ralf Schumacher und Spitzen-Etats über 300 Millionen Euro verwehrt blieben: Er mischt ganz oben mit (KOLUMNE: Peters Pitstop).

Schon 2010 WM-Konkurrent?

"Ich möchte 2010 mit Toyota um die Weltmeisterschaft mitkämpfen", hatte Glock schon vor Saisonbeginn erklärt: "Das klingt zwar nach viel. Aber jeder ist in der Formel 1, um zu gewinnen - im Team genauso wie unter den Fahrern. Wenn man sich nicht solche ehrgeizigen Ziele steckt, braucht man erst gar nicht loszufahren."

Einfach hatte es der 27-Jährige in seiner Laufbahn nicht. Zwar rückte er schon 2004 während der laufenden Saison für Giorgio Pantano ins Jordan-Cockpit auf. Doch für einen Stammplatz in der Königsklasse reichte es erst 2008, nachdem er den Umweg über die GP2 genommen hatte.

Gute Erfahrungen in Bahrain

Mit Toyota fährt Glock nun um Podiumsplätze mit, den ersten Sieg hat man sich beim Mammut-Hersteller für 2009 auf die Fahnen geschrieben.

Großes Plus für die kölschen Japaner im vierten Saisonrennen: Bei den Testfahrten im Frühjahr fuhr Toyota der prominenten Konkurrenz von Ferrari und BMW-Sauber auf dem Wüstenkurs teilweise auf und davon.

Damals bekam man einen ersten Eindruck von der Leistungsstärke des Boliden TF 109, dem der Kurs von Manama, wo ein guter Top-Speed gefragt ist, prächtig liegt.

Chance auf den Big Point

Deshalb hofft Glock, dass er "bei diesem Rennen hoffentlich weiter in die richtige Richtung gehen und einige weitere Punkte holen" kann. Zurückhaltend sollte er dabei nicht zu Werke gehen.

Schließlich fällt beim anschließenden Großen Preis von Spanien das Diffusor-Monopol, das Glocks Team zusammen mit Brawn GP und Williams momentan einen Vorteil verschafft. In Barcelona zieht die Konkurrenz mit eigenen Diffusor-Lösungen und neuen Aerodynamik-Paketen nach.

Vielleicht war die Chance auf den lang ersehnten ersten Toyota-Sieg noch nie so groß wie in der Wüste von Bahrain.

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