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Sebastian Vettel ist nach vier Rennen mit 18 Punkten Dritter © imago

Red Bull plant den Großangriff auf den WM-Titel. Beim übernächsten Rennen in Monaco soll der K.o-Schlag gegen Brawn GP gelingen.

München/Manama - Als Sebastian Vettel nach der erfolgreichsten Woche seiner Formel-1-Karriere Sonntagnacht in Bahrain in den Flieger stieg, war von Freude kaum etwas zu spüren.

Stattdessen ärgerte sich der 21-Jährige ganz im Stil eines Michael Schumacher über den verpassten Triumph beim Wüstenrennen und visierte den Weltmeistertitel an. Beim Europa-Auftakt am 10. Mai in Barcelona sollen ihn neue Wunderteile an seinem Red Bull endgültig an die Spitze bringen (NACHBERICHT: Machtwechsel fällt aus).

"Wir werden immer stärker. Bald kommen ein paar neue Teile ans Auto, dann werden wir noch schneller. Wir wollen die Besten sein", sagte Brawn-Jäger Vettel 15486(Vettels Karriere in Bildern).

Hungriger Shootingstar

Der Sieg in China und Platz zwei in Bahrain innerhalb nur einer Woche haben den Shootingstar noch hungriger gemacht 98107(Bilder des Rennens).

Während er sich in den nächsten Tagen mit einem Sondertraining in seiner Schweizer Wahlheimat noch fitter machen will, arbeitet Design-Guru Adrian Newey mit seinem Team in der Fabrik in Milton Keynes Tag und Nacht an einem Aerodynamik-Update für Spanien.

Beim übernächsten Rennen in Monaco soll der Doppel-Diffusor folgen, der WM-Spitzenreiter Jenson Button den K.o.-Schlag versetzen könnte (DATENCENTER: Ergebnis und WM-Stand).

"Hatten das schnellere Auto"

"Diese Arbeit kostet einige schlaflose Nächte, aber keine Frage, dass das mehr Leistung bringen wird", sagte Newey, der unter anderem Nigel Mansell (Großbritannien) im Williams und Mika Häkkinen (Finnland) im McLaren-Mercedes zu Weltmeistern gemacht hat.

Button hat nach drei Siegen in den ersten vier Saisonrennen in der WM 13 Zähler mehr als Vettel auf dem Konto. Red-Bull-Teamchef Christian Horner sieht die Vorteile aber schon jetzt auf der Seite des Deutschen: "Wir hatten in Bahrain das schnellere Auto, deshalb schwingt eine leichte Enttäuschung über den zweiten Platz mit."

Brawns Angst vor Vettel

Das zeigt, dass die Ansprüche dank Supermann Vettel bei Red Bull gewaltig gestiegen sind. In Barcelona wird der nächste Sieg anvisiert. Horner "Wir sind auf Sieg gepolt, alle in der Fabrik arbeiten ohne Pause."

Auch "Superhirn" Ross Brawn hat langsam Angst vor Vettel. "Red Bull hat seit Saisonbeginn große Fortschritte gemacht. Und sie haben in Vettel einen Superfahrer", meint der Brite.

"Kommen immer näher"

Allerdings bekommt auch Button in Barcelona erstmals in dieser Saison neue Teile. Was Vettel aber kalt lässt: "Wir kommen immer näher ran an die Jungs, und bald werden wir ihnen das Leben verdammt schwer machen."

Selbst in Buttons englischer Heimat verbreitet Super-Sebastian Angst und Schrecken. "Vettel ist die größte Gefahr für Button, weil er für sein Alter verdammt cool ist", sagt Johnny Herbert, einstiger Teamkollege von Michael Schumacher in der Formel 1.

Frentzen begeistert

Der Mönchengladbacher Heinz-Harald Frentzen war als Zuschauer in Bahrain ebenfalls begeistert: "Ich traue Sebastian zu, dass er Weltmeister wird. Er muss weiter dazulernen, dann hat er mit dem tollen Auto eine gute Chance."

Als letzter Deutscher hatte Michael Schumacher 2004 den WM-Titel gewonnen. Schumi ("Vettel fährt um den Titel") ist ohnehin schon lange überzeugt, dass Vettel das nötige Sieger-Gen hat: "Es macht Spaß, Sebastian zuzuschauen. Er fährt um die Weltmeisterschaft mit."

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