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Ein Mann, ein Team: Sebastian Vettel und Red Bull feiern in Bahrain © getty

Die Wechselgerüchte um Sebastian Vettel reißen nicht ab. Zampano Bernie Ecclestone sähe den Shootingstar am liebsten in Italien.

Von Marc Ellerich

München - Es scheint alles nur eine Frage der Zeit. Mit jedem Sieg mit jeder vorderen Platzierung werden die Begehrlichkeiten der Topteams größer.

Die Chefs der großen Teams schütten China-Sieger Sebastian Vettel (Sondertraining für den Titel) mit Komplimenten zu, und die einzige Frage scheint zu sein, wann der Formel-1-Shootingstar sein Red-Bull-Team verlässt und entweder den roten Rennanzug der Scuderia Ferrari (Auch Ferrari droht mit Ausstieg) oder die silberne Montur von McLaren-Mercedes überstreift.

"Sehe Sebastian bei Ferrari"

Mercedes-Sportchef Norbert Haug ist schon lange von seinem schnellen Landsmann angetan. Schon im Winter wollte er ihn zu den Silberpfeilen lotsen.

Zuletzt sagte er: "Er ist einer der besten Fahrer, vielleicht kreuzen sich unsere Wege. Wir sind Weltmeister, er will es werden."

Und Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone würde den jungen Deutschen am liebsten ohnehin sofort zu Ferrari lotsen.

"Ich sehe Sebastian bei Ferrari", sagte der große Zampano der PS-Liga zu "Bild": Ich wundere mich sogar ein bisschen, dass er da noch nicht unter Vertrag steht. Aber das wird ganz sicher einmal so sein."

Red Bull wehrt sich

Bei Vettels Team kommen solche Äußerungen gar nicht gut an.

Dort hat man alle Hände voll zu tun, sich gegen die Wechselgerüchte um den WM-Dritten zu wehren.

Der 21-Jährige, der im Winter vom kleineren Schwesterteam Toro Rosso gekommen war, steht bei Red Bull bis Ende 2010 unter Vertrag und soll nach Angaben von "Motorsport-Total.com" um die 3,5 Millionen Euro kassieren.

"Wo sollte er hin?"

Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz hat Vettel für unverkäuflich erklärt.

Teamchef Christian Horner schloss beim Grand Prix in Bahrain, wo Vettel Zweiter wurde, einen vorzeitigen Wechsel seines besten Piloten ebenfalls aus: "Es sitzt in einem Auto und er ist in einem Team, dass Leistung zeigt. Warum sollte er wechseln. Wo sollte er hin?"

Das Selbstbewusstsein in dem österreichischen Rennstall ist nicht zuletzt durch die Topleistungen des schnellen Newey-Boliden in den ersten vier Rennen gewaltig gewachsen.

Vettel bleibt gelassen

Und Ecclestones Avancen missfallen dem Briten ohnehin: "Bernie Ecclestone hat sich selbst zum inoffiziellen Manager von Sebastian ausgerufen. Wir wissen, dass er ihn sehr gerne mag."

Und Vettel selbst? Der Heppenheimer bleibt trotz des Wirbels immer noch erstaunlich gelassen.

"Mir ist egal, was die anderen von mir erwarten", sagte der Youngster vor dem Saisonstart im Sport1.de-Interview: "Man muss die Füße auf dem Boden halten."

Lob mache ihn nicht schneller, erklärte er bei anderer Gelegenheit.

"Wäre ein Traum"

Dennoch, ein großes Ziel räumte der Deutsche in der Vergangenheit ein.

Als er im März bei einem Auftritt an der Universität in Mailand nach seinen Wechsel-Ambitionen zu Ferrari (Bricht Ferrari den WM-Kampf ab?) gefragt wurde, antwortete Vettel: "Ich hoffe, dass es eines Tages soweit kommen könnte, denn das wäre wirklich ein Traum."

Doch schon damals relativierte er: "Ich fühle mich wohl, wo ich bin."

Das wird sich kaum geändert haben, jetzt, wo er und Red Bull ernsthafte Anwärter auf die Formel-Krone geworden sind.

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