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Michael Schumacher lag nach einem Skiunfall monatelang im Koma
Michael Schumacher wurde sieben Mal Formel-1-Weltmeister © getty

Die französische Polizei hat ein Strafverfahren wegen des angeblichen Diebstahls der Krankenakte von Michael Schumacher nach dessen Ski-Unfall im Dezember eröffnet.

Wie Staatsanwalt Jean-Yves Coquillat aus Grenoble der Nachrichtenagentur "AFP" bestätigte, werden die Untersuchungen am Freitag beginnen.

Derzeit jedoch könne man noch nichts Genaues sagen, so der Jurist.

"Der oder die Täter haben einige französische, Schweizer und deutsche Journalisten kontaktiert und ein Dokument von mehreren Dutzend Seiten für 60.000 Schweizer Franken (49.000 Euro, d.Red.) angeboten", sagte Coquillat.

Einige Teile des Berichts seien per E-Mail angeboten worden, um zu beweisen, dass sie echt seien.

Es handele sich um einen Abschussbericht der Ärzte, bevor Schumacher das Krankenhaus verlassen hatte.

Die Polizei vermutet, dass besagtes Dokument entweder kopiert oder aber ein Krankenhaus-Computer gehackt wurde.

Schon am Montagabend hatte Schumachers Managerin Sabine Kehm den Vorfall bestätigt.

"Wir können nicht beurteilen, ob die Unterlagen echt sind. Fakt ist jedoch: Die Unterlagen sind gestohlen. Der Diebstahl wurde angezeigt. Ermittlungsbehörden sind eingeschaltet", sagte sie.

Kehm wies ausdrücklich darauf hin, "dass der Ankauf solcher Unterlagen/Daten sowie deren Veröffentlichungen verboten sind. Daten aus der Krankenakte sind höchst vertraulich und dürfen der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht werden. Gegen die Veröffentlichung von Inhalten aus der Krankenakte werden wir daher in jedem Einzelfall Strafanzeige wegen der Verwirklichung aller in Betracht kommender Straftatbestände stellen."

Schumacher war in der vergangenen Woche von Grenoble in eine Reha-Klinik in Lausanne verlegt worden. Zuvor hatte sein Management mitgeteilt, dass der Rekordweltmeister knapp sechs Monate nach seinem Skiunfall nicht mehr im Koma liege und "seine lange Phase der Rehabilitation" nun fortsetzen werde.

Der 45-jährige Schumacher hatte bei einem Skiunfall am 29. Dezember 2013 im französischen Meribel ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten und war in der Uniklinik Grenoble in ein künstliches Koma versetzt worden.

Ende Januar wurde die Aufwachphase eingeleitet.

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