Formel-1-Experte Jacques Schulz setzt beim Großen Preis von Spanien auf Sebastian Vettel und sieht Ferrari wieder erstarkt.

Hallo Formel-1-Fans,

vorab ein paar Worte zur Budgetobergrenze: Dieser Streit ist noch lange nicht ausgestanden!

Mit 44 Millionen Euro kann man beim besten Willen kein Formel-1-Team stemmen. Dass gespart werden muss, ist klar - aber die Königsklasse zurück in die Steinzeit zu versetzen, ist für die Werksteams nicht akzeptabel. Ein Mittelweg von etwa 100 Millionen würde für alle Beteiligten guten Sport ermöglichen (FIA verabschiedet Budgetlimit) .

So aber zeigt sich nur eine Ignoranz gegenüber dem technischen Fortschritt, dieser Schritt ist viel zu radikal. Max Mosley und Bernie Ecclestone müssen auf die Hersteller zugehen und genauer auf die Bedingungen eingehen, die in der Autoindustrie herrschen (Ecclestone: So weit kommt es nicht).

Doch nun zum Sportlichen: Beim Europa-Auftakt in Spanien werden die Weichen neu gestellt - noch nie war es hier so spannend, noch nie gab es hier so viele "neue" Autos. Wer in Barcelona gut aussieht, kann erst einmal beruhigt sein. Wer hier Schwächen zeigt, hat für den Rest des Jahres ein Problem und kann seine WM-Ambitionen abhaken (DATENCENTER: Ergebnisse und WM-Stand).

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Die schnellen Kurven auf dem Circuit de Catalunya sprechen die Wahrheit - dies ist eine echte Referenzstrecke für die Formel 1. Das kommt den aerodynamisch starken Autos entgegen. Deshalb sehe ich Red Bull als die Nummer eins im Power Ranking.

Für Adrian Neweys Boliden ist der Kurs eine Paradestrecke, deshalb ist Sebastian Vettel Top-Favorit auf Pole Position und Sieg. Newey setzt unglaublich auf Abtrieb und das ist hier der Schlüssel zum Erfolg, selbst ohne Doppel-Diffusor.

Hinzu kommt der Vettel-Faktor: Neben der fahrerischen Klasse hat er die Fähigkeit, sein Team mitzureißen. Das hat er bei Toro Rosso schon gezeigt und schafft das jetzt auch bei den eher reservierten Briten von Red Bull.

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Der Brawn-Bolide ist in allen Bereichen stark und verfügt über eine exorbitant gute Mechanik und damit starken Grip. Das Auto ist natürlich keinesfalls schlechter als der RB5, es ist insgesamt ausgewogener.

Sicherlich haben Ross Brawn und Co. eine halbe Sekunde gefunden und können ihren Vorsprung gegenüber den Verfolgern konservieren, doch Red Bull Racing ist in Spanien einen Tick vor dem Honda-Nachfolger.

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Hinter den beiden Top-Favoriten geht es extrem eng zu.

Der Werks-Toyota hat aber auch aufgrund der Mannschaftsstärke einen kleinen Vorteil gegenüber der Williams-Achse mit Sam Michael und Patrick Head, die 2009 schon die eine oder andere Fehlentscheidungen getroffen haben.

Das ging zwar Toyota in Bahrain mit dem harten Reifensatz im Mittel-Stint nicht anders, aber sie sollten mit ihrem Paket und einem starken Timo Glock in Spanien die Nase vorne haben.

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Bei Ferrari sehe ich - wie auch bei McLaren - durchaus Licht am Ende des Tunnels. Sie haben einfach die Kompetenz, wieder aufzuschließen. Der F60B der Scuderia wird schon ein Schritt nach vorne sein.

Sorgen mache ich mir dagegen um Renault und noch mehr um BMW-Sauber. Vor allem, dass mit BMW der Vorreiter in Sachen KERS schon früh vor dem Rennen in diesem Punkt kapituliert, stimmt mich bedenklich. Mein Rat an die Weiß-Blauen: Weniger Ingenieurwissenschaften, mehr auf die Fahrer hören!

Spannend wird es am Wochenende allemal...

Keep Racing,

Ihr Jacques Schulz

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