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Nico Rosberg ging in Barcelona eine Minute vor Trainingsschluss der Sprit aus © getty

Der deutsche Williams-Pilot legt im 2. Training zum Spanien-GP die Bestzeit hin. Doch kurz vor Schluss geht ihm das Benzin aus.

München/Barcelona - Trainings-Weltmeister Nico Rosberg ganz vorn, WM-Spitzenreiter Jenson Button als Sechster und dahinter Sebastian Vettel in der Spitzengruppe und die einstigen Top-Teams Ferrari, McLaren-Mercedes und BMW-Sauber in Schwierigkeiten.

Beim Europaauftakt der Formel 1 in Barcelona wurden die alten Kräfteverhältnisse trotz neuer Anstrengungen noch nicht wiederhergestellt.

Die Verbesserungen, die alle Teams vor dem Großen Preis von Spanien (Quali, Sa., ab 13.45 Uhr LIVE) mit viel Aufwand vorgenommen hatten, beeinflussten die Ergebnisse im Freien Training 103333(Die Bilder) noch nicht.

"Ein Schritt nach vorne"

"Unsere Daten haben sich auf der Strecke bestätigt, es ist ein Schritt nach vorne. Ein wie großer, kann man noch nicht sagen", meinte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen, dessen Team nach dem Debakel von Bahrain mit den beiden letzten Plätzen die komplette Aerodynamik erneuert hatte (Ausstiegsgespenst auch bei BMW).

Im Klassement hatte das aber für Robert Kubica (Polen) und Nick Heidfeld (Mönchengladbach), der zudem erstmals auch ohne das Energie-Rückgewinnungs-System KERS ins Rennen gehen wird, nur am Vormittag für vordere Platzierungen gereicht. Da belegten die BMW-Piloten die Plätze drei und vier.

Viel Zeit verloren

"Leider haben wir am Vormittag ziemlich viel Zeit mit einer Reihe von Problemen verloren", sagte Heidfeld, bei dem unter anderem die Bremsanlage gewechselt werden musste: "Das war schade, denn mit einem so neuen Paket ist jeder Kilometer wichtig."

Am Nachmittag fielen die Weiß-Blauen wieder zurück: Die Plätze 16 und 17 standen da zu Buche.

Theissen ist dennoch zuversichtlich: "Wir haben noch Potenzial in der Abstimmung, die Top 10 sind weiter unser Ziel."

"Nicht da, wo wir hinwollen"

Ähnlich geht es auch McLaren-Mercedes. "Wir sind bei weitem noch nicht da, wo wir hinwollen, aber es war ein Schritt in die richtige Richtung", meinte Mercedes-Sportchef Norbert Haug nach den Plätzen 13 und 14 für Weltmeister Lewis Hamilton (Großbritannien) und Heikki Kovalainen (Finnland).

"Bei den Tests vor zwei Monaten hier waren wir ganz hinten, jetzt liegen wir irgendwo in der Mitte. Wenn wir in die Top Ten fahren könnten, wäre das schon ein guter Schritt."

Enttäuschte Gesichter

Auch bei Ferrari gab es enttäuschte Gesichter.

Bei der gebeutelten Scuderia reichte es trotz umfangreicher Umbauarbeiten für Kimi Räikkönen (Finnland) und Felipe Massa (Brasilien) nachmittags nur zu den Plätzen 10 und 15.

Toyota-Pilot Timo Glock (Wersau) fiel von Platz acht am Vormittag noch auf Rang 18 zurück, hatte aber viel an der Rennabstimmung gefeilt.

Schlusslicht war Adrian Sutil (Gräfelfing), der seinen Force-India-Mercedes am Nachmittag mit technischen Problemen komplett stehen lassen musste.

Weltmeister-Zuschlag für Vettel?

Vettel will unterdessen auf jeden Fall weiter punkten, um seinen Traum vom WM-Titel vielleicht sogar schon in diesem Jahr zu verwirklichen - und eine zusätzliche WM-Prämie einzustreichen.

Denn laut der "Bild"-Zeitung hat der 21-Jährige schon im vorigen Jahr bei den Verhandlungen mit Red Bull gemeinsam mit seinem Vater Norbert einen Weltmeister-Zuschlag von zehn Prozent ausgehandelt. Das wären bei einem geschätzten Jahresgehalt von 3,5 Millionen Euro immerhin 350.000 Euro.

Teamchef Christian Horner bestätigte indirekt eine solche Zusatzklausel. "Es wäre blöd, wenn er keine ausgehandelt hätte. Und blöd ist Sebastian ganz sicher nicht", sagte Horner, "er braucht keinen Manager. Es gibt niemanden, der ihn besser vertreten könnte als er selbst."

Vor dem 5. von 17 WM-Läufen liegt Vettel in der Gesamtwertung mit 18 Punkten nur hinter den beiden Brawn-Piloten Button (31) und Rubens Barrichello (19) (DATENCENTER: Ergebnisse und WM-Stand) .

Rosberg geht der Sprit aus

Rosberg muss sich indes weiter die Fragen anhören, wann er im Rennen die guten Ergebnisse vom Freitagstraining (dreimal Erster, einmal Zweiter) bestätigen kann.

"Vielleicht fahren wir mal mit mehr Benzin, dann stellt sich diese Frage erst gar nicht", hatte er vor dem Training geflachst.

Sein Team hielt sich aber nicht daran: Eine Minute vor Ende des Trainings rollte Rosberg nach seiner schnellsten Runde offenbar ohne Sprit aus.

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