Ferrari glänzt in Barcelona mit einem komplett neu konstruierten Boliden. Doch Anfängerfehler machen einen schlechten Eindruck.

Beeindruckend, anders kann man die Aufholjagd, welche die Scuderia Ferrari mit Blick auf den Grand Prix in Barcelona hingelegt hat, nicht nennen.

Innerhalb eines Monats seit dem vermasselten Saisonstart in Melbourne bis zum Europastart der Königsklasse einen vergleichbar großen Wurf zu landen wie die Italiener, das können nur wenige Teams - siehe BMW-Sauber.

Eine B-Version, die um so viel besser gelungen ist, als der ursprüngliche und nicht konkurrenzfähige A-Wurf hat Ferrari auf dem Circuit de Catalunya ins Rennen geschickt. Hut ab, das war genial und eines Konstrukteursweltmeisters würdig!

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In der katalanischen Metropole hätten die Roten um ein Haar die Früchte ihrer fleißigen Hausaufgaben ernten können. Platz vier, und mithin das beste Ergebnis einer bislang völlig verkorksten Saison war für Felipe Massa zum Greifen nahe.

Hätten die Roten am Sonntag nicht ein Kabinettstückchen aufgeführt, das unter die Rubrik Wahnsinn fällt. Ohne ausreichend Sprit im Tank wurde der Brasilianer nach seinem zweiten Boxenstopp in Barcelona ins große Finale geschickt.

Als es für ihn um alles ging, wurde Massa von seinem Team gezwungen, den Fuß vom Gas zu nehmen. Eine Peinlichkeit, die den WM-Zweiten des Vorjahres zwei Plätze kostete. Umso schwerer wiegt das Benzindesaster, als das Team mit dem springenden Pferd sich bereits am Samstag einen Anfängerfehler geleistet hatte.

Kimi Räikkönen blieb im ersten Qualifikationsdurchgang stecken, weil er und sein Team seine Zeit viel zu optimistisch eingeschätzt hatten. Denselben Fehler hatten sich die Italiener bereits in Malaysia geleistet.

So hinterlassen die Roten beim Auftaktrennen in Europa trotz ihres großen Sprungs nach vorne einen sehr unglücklichen Eindruck: Was mit viel Kraft aufgebaut wurde, haben sie im zweiten Schritt sofort wieder umgeworfen.

So kann man in der Formel 1 nicht gewinnen.

Erst wenn sich Genie und Wahnsinn bei Ferrari nicht mehr die Waage halten, wird das Team von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher wieder vom Titel träumen dürfen.

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