vergrößernverkleinern
Für Jenson Button (l.) ist es bereits der vierte Saisonsieg im Brawn © getty

Der Sieg in Spanien zeigt, dass die WM nur über Brawn führt. Doch Button und Barrichello haben noch einen Konkurrenten im Nacken.

Von Jessica Pulter

München/Barcelona - Für den perfekten Muttertag war alles angerichtet: Sebastian Vettel hatte seine Mama Heike mit der ganzen Familie nach Barcelona zum Großen Preis von Spanien eingeladen, doch das ganz große Muttertagsgeschenk blieb aus.(zum Datencenter)

Während die Doppelsieger Jenson Button und Rubens Barrichello zusammen mit Vettels Teamkollegen Mark Webber auf dem Podium den Champagner verteilten, musste sich der 21-Jährige mit dem vierten Rang begnügen.

Für Vettel ein Rückschlag im WM-Kampf, der Rennstall des "Superhirns" Ross Brawn darf sich derweil daran gewöhnen, von der Weltmeisterschaft zu sprechen. Denn es wird immer deutlicher: Der Titel 2009 führt nur über Brawn GP.

Button strich mit seinem vierten Saisonsieg schon den 41. WM-Punkt ein. Barrichello ist mit 27 Punkten Zweiter vor Red-Bull-Shootingstar Vettel (23).

Lernprozess für Brawn

"Selbst wenn die Zeiten hart sind, scheinen wir in der Lage zu sein, Siege zu holen", hält sich Button in der Favoritendiskussion noch zurück. "Aber nach Europa zu kommen und wieder zu gewinnen, gibt mir viel Zuversicht für die nächsten Rennen. Für mich geht in diesem Jahr ein Traum in Erfüllung."

Sein Chef Ross Brawn meinte erleichtert: "Wir haben viel gelernt an diesem Wochenende, das wird sich in den nächsten Rennen auszahlen."

Änderung der Taktik

Brawn GP wirkte in Spanien allerdings überhaupt nicht wie ein Lehrling: Doppelsieg, Pole Position und die schnellste Rennrunde - Brawn hat in Spanien alles abgeräumt, was möglich war. Das Team überzeugte nicht nur aufgrund der fehlerfreien Leistung seiner Fahrer, auch die Taktik stimmte.

Das Team hatte sich im Qualifying auf eine Drei-Stopp-Strategie festgelegt. Deshalb konnten sie mit weniger Sprit im Tank Platz eins und drei erobern. Während des Rennens änderten sie die Taktik bei Button auf zwei Stopps.

Das brachte den Briten am Teamkollegen vorbei, da Barrichello mit seinem dritten Reifensatz nicht mehr an seine besten Zeiten herankam.

"Drei Stopps war die schnellere Strategie, das dachten wir zumindest", erläuterte Button, dass ihm nicht ganz wohl dabei war, die Taktik zu ändern. Für seinen vierten Saisonsieg war es aber die richtige Entscheidung. (zum Rennbericht)

Massa hält Vettel auf

Der Einzige, der noch Kontakt zu dem Top-Duo von Brawn hat, ist Sebastian Vettel, der auf Rang vier ins Ziel kam.

Der Deutsche verhinderte am Samstag mit Platz zwei im Qualifying eine komplett grün-weiße erste Reihe und hätte wohl auch im Rennen Paroli bieten können, wenn da nicht der Ferrari von Felipe Massa im Weg gewesen wäre.

In Spanien gingen die Teams mit vielen kleinen und großen Neuerungen an den Start, was sich vor allem bei Ferrari bemerkbar machte.

Erfolgloser Lockversuch

Massa erwischte zudem dank KERS einen deutlich besseren Start als Red-Bull-Fahrer Vettel und zog ebenso wie Barrichello am Deutschen vorbei. Vettel konnte Massa zwar folgen, der Abstand betrug selten mehr als eine Sekunde, doch überholen konnte er nicht.

"In der letzten Kurve war ich immer dicht an Massa dran, doch dann drückt er den magischen Knopf und zieht richtig weg", erklärte der 21-Jährige, dessen Strategie, in der Box am Ferrari vorbeizugehen, ebenfalls nicht aufging.

Teamkollege Mark Webber sollte mit seinem frühen ersten Stopp die Ferrari ebenfalls in die Box "locken", doch Massa blieb ebenso lange auf der Strecke wie Vettel, und der Deutsche hatte weiterhin das Nachsehen.

"Nach der ersten Kurve war das ganze Rennen für mich somit schon erledigt", sagte Vettel, der eigentlich ganz vorne angreifen wollte.

Tankfehler der Roten

Für die Red Bull reichte es dennoch zu einem sehr guten Team-Ergebnis. Webber profitierte davon, dass er einen extrem langen zweiten Stint fuhr und zum Schluss nur wenige Runden auf den schlechteren harten Reifen drehen musste.

Vettel biss sich 63 Runden an Massa die Zähne aus, doch durch einen Tankfehler der Roten musste der Brasilianer in den letzten vier Runden vom Gas, um Sprit zu sparen.

Sowohl Vettel als auch Fernando Alonso bedankten sich und gingen am Ferrari vorbei. (Zum Kommentar)

Um die beiden Brawn noch mal anzugreifen, war es zu dem Zeitpunkt aber bereits zu spät.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel