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Er weiß, wie es geht: Lewis Hamilton wir nach seinem Monaco-Sieg im letzten Jahr bejubelt © imago

Formel-1-Experte Jacques Schulz sieht beim Monaco-Grand-Prix gute Chancen für den Weltmeister im Duell mit Button und Vettel.

Hallo Formel-1-Fans,

der Europa-Auftakt in Spanien hat keine größeren Veränderungen der Machtverhältnisse gezeigt ? mit einer Ausnahme: Ferrari hat einen Riesenschritt gemacht. Der F60B ist ein runderneuertes Auto, auch wenn es nicht so auffällig ist wie beispielsweise bei BMW-Sauber.

Beim Sonderfall Monaco spiegelt sich dieses Kräfteverhältnis mit Brawn GP und Red Bull Racing an der Spitze erneut deutlich wider (DATENCENTER: Ergebnisse und WM-Stand).

Doch die Strecke kann einiges durcheinanderwirbeln!

Alle werden voll auf die Karte Pole Position setzen, da man hier auch mit leicht betanktem Auto eine echte Siegchance hat.

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In der Summe der Eigenschaften ist der Brawn auch im Fürstentum das beste Auto: Traktion in den engen Kurven und Mercedes-Power auf der Geraden sind Gold wert. Da hat er gegenüber dem aerodynamisch starken Red Bull einen Vorteil - schnelle Kurven gibt es hier nicht. Der Doppel-Diffusor, den Red Bull bringen will, bringt in Monaco gar nichts, genau wie KERS. Der Fahrer gewinnt Zuversicht, weil er neue Teile an Bord hat, aber das war es dann auch schon. Ganz anders wird das beim übernächsten Rennen in der Türkei aussehen!

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Die Ausgangslage für die WM-Rivalen Jenson Button und Sebastian Vettel ist also ähnlich wie in Spanien. Sollte sich Sebastian entscheiden, mit leichtem Auto vor Jenson zu stehen, kann das jedoch schon ganz anders aussehen. Aus der zweiten Startreihe gewinnt man eigentlich heutzutage kein Rennen mehr - doch in Monaco droht gleich beim Start eine Verschiebung, wenn all diese breiten Frontflügel durch die erste Kurve wollen.

Fahrerisch sind Button und Vettel für mich auf dieser anspruchsvollen Strecke gleichauf: Sebastian ist in fantastischer Form, aber Button hat das Selbstvertrauen von vier Siegen und einem dritten Platz.

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Hinter den beiden Top-Kandidaten könnte es eine Überraschung geben, nämlich wenn Lewis Hamilton um das Podium mitfährt. Das ist zum einen möglich, weil es sich um eine Fahrerstrecke handelt und der hoch motivierte Hamilton weiß, wie man hier gewinnt. Zum anderen, weil die technischen Schwächen des MP4-24 auf dem Kurs fast gar nicht zum Tragen kommen.

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Ferrari hat sein Auto massiv verbessert und mit Felipe Massa einen Fahrer, der niemals aufgibt. Er hat in dieser schwierigen Phase klare Worte des Bekenntnisses zu Ferrari gefunden und übt nicht nur Kritik. Kimi Räikkönen stellt momentan eher das Gegenteil dar. Der Haussegen zwischen Finnland und Italien hängt doch ziemlich schief, wenn man dem Boxenfunk glauben kann. Dennoch: Ferrari ist in Monaco gut für die Plätze vier bis acht.

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Außenseiterchancen hat für mich Nico Rosberg. Die Gründe dafür sind das fahrerische Talent des Lokalmatadors und die gute Mechanik des Williams. Nico könnte hier durchaus etwas reißen, sein Team schätze ich in Monaco stärker ein als Toyota, die in Spanien etwas von der Spur abgekommen sind.

Fazit: Das Establishment hat aufgrund des speziellen Kurses von Monaco, Ferraris verbessertem Auto und dem Hamilton-Faktor Chancen gegen Deutschlands Supermann Vettel und den Superhirn-Piloten Button.

Keep Racing,

Ihr Jacques Schulz

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