Der Weltverband FIA lässt im Streit um die Budget-Obergrenze eine klare Linie vermissen und lernt nicht aus seinen Fehlern. Das Hin und Her lässt das Sportliche in den Hintergrund rücken.

Mit dem Großen Preis von Monaco ist soeben das Highlight des Formel-1-Jahres schlechthin über die Bühne gegangen.

Doch anders als sonst bestimmte nicht der Glamour des Spielerparadieses in spektakulärer Szenerie die Schlagzeilen, sondern der fortwährende Streit um die Zukunft des Sports.

Der Rückzug von Sponsoren und die damit verbundene Krise können den Verantwortlichen der Königsklasse angesichts der prekären Lage der Welt- und speziell der Automobilwirtschaft nicht zum Vorwurf gemacht werden.

Doch dass sich mittlerweile selbst eingefleischte Fans mit Grausen abwenden, liegt vor allem an der Scheuklappen-Politik des Automobil-Weltverbandes FIA.

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Wie schon bei der Auseinandersetzung um die Punkteregelung vor Saisonstart haben Max Mosley und Co. mit der vorschnellen Ankündigung der Budget-Obergrenze eine schmerzhafte Bauchlandung hingelegt.

Die Teams lassen, wie schon im Frühjahr, die Muskeln spielen. Und die FIA rudert zurück, um den schlimmsten Schaden abzuwenden. Mosley hat nun einen Zwei-Stufen-Plan vorgeschlagen und ist damit auf die Teams zugegangen.

So begrüßenswert die Diskussionsbereitschaft ist - es ist zu befürchten, was schon im Falle des umstrittenen neuen Wertungssystems geschah.

Erst knickte die FIA in Teilen ein, es folgte eine klassische Rolle rückwärts. Die Idee, den Fahrer mit den meisten Siegen zwangsläufig zum Weltmeister zu machen, ist mittlerweile wieder in der Schublade verschwunden.

Natürlich ist der Sparkurs nötig. Daran zweifelt eigentlich nur die reiche Scuderia Ferrari. Doch mittlerweile müsste Mosley und seinen Strippenziehern klar sein, dass es keinen Sinn macht, ohne Absprache mit den Rennställen tiefgreifende Änderungen anzukündigen.

Stattdessen sollte man sich künftig lieber zusammensetzen und einen gemeinsamen Kurs vereinbaren, bevor man die nächste Revolution ausruft.

Denn im Sinne des Sports muss allen Beteiligten bewusst sein, dass man die Zukunft am besten gestaltet, wenn man an einem Strang zieht - gerade in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten.

Mit dem Schlingerkurs, auf den die FIA mittlerweile offenbar programmiert ist, leidet vor allem die Außendarstellung.

Mit etwas mehr Bedacht und wesentlich mehr offenem Meinungsaustausch könnte man sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren und stünde sich nicht ständig vor Gericht gegenüber.

Es wäre zum Vorteil aller.

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