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Am Scheideweg: Wohin führt die Reise der Scuderia Ferrari? © getty

Die Scuderia deutet aufsteigende Form an. Doch die Fahrer trauen dem Braten nicht und rätseln über die Performance des Konkurrenten.

Von Julian Meißner

München - Die Mienen im Lager der Scuderia Ferrari haben sich beim Saisonhighlight an der Riviera deutlich aufgehellt.

Mit dem dritten und dem vierten Platz fuhren Kimi Räikkönen und Felipe Massa beim sechsten Saisonrennen in Monaco 109917(Die Bilder) das bislang beste Ergebnis des Jahres ein (DATENCENTER: Das Rennergebnis).

Von Jubelstürmen kann nach dem völlig verkorksten Saisonauftakt dennoch keine Rede sein. Zumal man im Team selbst noch nicht richtig an eine Kehrtwende glauben will.

"Ich denke, wir brauchen noch ein paar Rennen, um sicher zu sein, dass wir das zweitstärkste Team sind", sagte Massa: "Im Moment ist es noch zu früh, das zu sagen."

Und Räikkönen meinte: "Wir sind noch immer nicht ganz da, wo wir hin wollen. Wir möchten schließlich um den Sieg kämpfen."

Rätseln über Red Bull

Ganz oben auf dem Treppchen standen 2009 bislang aber nur Brawn-Überflieger Jenson Button und einmal Sebastian Vettel (BERICHT: Button ist der König von Monaco).

Dessen Team Red Bull sieht Massa als Hauptkonkurrenten der Scuderia an - und rätselt gleichzeitig über deren Form: "Red Bull ist manchmal sehr, sehr stark, manchmal ein bisschen weniger."

Massa weiß natürlich, dass der enge Straßenkurs von Monte Carlo kaum als Referenzstrecke für einen schnellen Formel-1-Boliden zu Rate gezogen werden kann. Da eignet sich die moderne Strecke in Istanbul, wo das nächste Rennen stattfinden wird, schon eher.

"Wir müssen den Türkei-GP und ein weiteres Rennen abwarten", so Massa. Er fordert: "Wir müssen mehr Punkte sammeln und das nächste Rennen vor den Red Bull beenden. Hoffentlich sogar vor Brawn."

F60B noch mit Schwächen

Doch der brasilianische Vize-Weltmeister sieht noch Aufholbedarf beim F60B, der modifizierten Version des Ferrari-Renners, der erstmals beim Europa-Auftakt in Barcelona zum Einsatz kam.

"Um ehrlich zu sein: Ich denke, es mangelt uns immer noch ein bisschen an Abtrieb", lautet Massas Analyse: "Es fehlt an Grip."

Roter Hoffnungsschimmer

Das Ergebnis von Monaco gibt den Roten immerhin Anlass zur Hoffnung, im Gegensatz zu den Rivalen von McLaren-Mercedes beispielsweise, die im Fürstentum ein Debakel erlebten.

"Nach diesem schwierigen Saisonstart müssen wir mit dem Resultat zufrieden sein", sagte Räikkönen und schmierte den leidgeprüften Mechanikern Honig ums Maul: "Die Jungs haben in der Fabrik wirklich sehr hart gearbeitet und die Mannschaft hat auch vor Ort schwer geschuftet. Wir haben den Wagen rasch verbessert."

Resultate als Ansporn

Räikkönen weiter: "Ich bin etwas enttäuscht über den dritten Platz, aber für das Team ist das noch immer ein sehr gutes Ergebnis. Langsam kommen die Resultate. Das sollten wir als Ansporn nehmen."

Klar ist jedoch auch, dass die Roten momentan mit Red Bull um die beste Verfolgerposition kämpfen, und nicht um die Spitze des Feldes (Räikkönen: "War nicht wach genug").

Button eine Klasse für sich

Dort zieht weiter Jenson Button im Brawn einsam seine Runden, am ehesten noch bedrängt von seinem Teamkollegen Rubens Barrichello. Der 29-jährige Brite steuert in seiner zehnten Formel-1-Saison zielsicher seinem ersten WM-Titel entgegen (Brawn verbietet das W-Wort).

Massa sagte: "Es ist schwer zu sagen, was Jenson aufhalten könnte."

Ferrari ist davon momentan weit entfernt - von der katastrophalen Form des Frühjahres allerdings auch.

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