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Geteiltes Leid ist halbes Leid: Martin Whitmarsh (l.) und Lewis Hamilton © getty

Nicht genug, dass der Weltmeister in Monaco überrundet wird: Nun hofft die Konkurrenz schon auf ein Comeback der Silberpfeile.

Von Julian Meißner

München - In Runde 36 des Großen Preises von Monaco 109917(Die Bilder) war die Demütigung perfekt: Jenson Button überrundete Weltmeister Lewis Hamilton.

Das Manöver war sinnbildlich für den Status des britisch-deutschen Rennstalls, der das Geschehen in der Formel 1 in den vergangenen Jahren mitbestimmte.

Schon beim vorangegangenen Grand Prix in Spanien war Hamilton von seinem Landsmann überrundet worden, in Barcelona geschah es allerdings erst unmittelbar vor Rennende.

McLaren-Mercedes fährt hinterher, und das mit gehörigem Abstand (DATENCENTER: Das Rennergebnis).

Im sechsten Saisonrennen, dem zweiten nach dem zum Neuanfang ausgerufenen Europa-Auftakt, setzte es erneut eine Doppel-Null (BERICHT: Button ist der König von Monaco).

Fehler, Schwächen, Ausfälle

Hamilton war nach einem Fehler im Qualifying und dem anschließenden Getriebewechsel chancenlos und wurde am Ende des prestigeträchtigsten Rennen des Jahres Zwölfter.

Sein Teamkollege Heikki Kovalainen bugsierte seinen lahmenden MP4-24 in Runde 52 ebenfalls nach einem Fahrfehler in die Bande und schied aus.

Whitmarsh enttäuscht

"Natürlich ist es enttäuschend, Monaco ohne WM-Punkte zu verlassen. Speziell, weil unser Auto hier besonders konkurrenzfähig war", so Teamchef Martin Whitmarsh.

Ein bezeichnendes Statement, wenn man bedenkt, dass die Anforderungen des Stadtkurses äußerst speziell sind und nur bedingt Rückschlüsse auf die allgemeine Konkurrenzfähigkeit zulassen.

Haug: "Nicht mit Ruhm bekleckert"

"Ferrari hat einen Schritt gemacht", bekannte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug angesichts der Plätze drei und vier für die roten Renner von Kimi Räikkönen und Felipe Massa: "Das haben wir nicht."

Man habe sich nicht mit Ruhm bekleckert in Monaco, so die untertriebene Einschätzung des Schwaben.

Brawn GP hofft auf Comeback

Beim überlegenen WM-Spitzenreiter Brawn GP hat man längst Red Bull als schärfsten Konkurrenten ausgemacht und drückt den Silberpfeilen wie auch Ferrari sogar die Daumen (Brawn verbietet das W-Wort).

"Es war eine große Erleichterung, dass Red Bull nicht so viele Punkte geholt hat wie in der Vergangenheit", meinte Brawn-Geschäftsführer Nick Fry angesichts des Ausfalls von Sebastian Vettel.

Der Brite erklärte: "Wir hoffen nun darauf, dass mehrere Teams zurückkommen und Punkte klauen - nicht nur von uns, sondern auch von den anderen."

Gerade Ferrari sei "sehr stark", von McLaren dagegen war keine Rede. Immerhin lobte Fry die Mercedes-Aggregate, die auch Buttons und Rubens Barrichellos Boliden motorisieren.

Klammern an den letzten Strohhalm

Daran klammerte sich auch Haug: "Jenson Button hat drei Rennen in Folge gewonnen, alle mit ein und demselben Mercedes-Kundenmotor. Das ist ein neuer Rekord in der modernen Formel 1. Glückwunsch an alle, die daran mitgearbeitet haben."

Hamilton fand ebenfalls noch etwas Positives an diesem frustrierenden Wochenende. Er wertete es als Erfolg, ins Ziel gekommen zu sein und flüchtete sich zunächst in Durchhalteparolen: "Wir werden weiter pushen."

Doch der Weltmeister ist Realist genug um zu erkennen, dass es angesichts einer gigantischen Lücke, die in der WM-Wertung klafft, nur noch um Schadensbegrenzung geht (DATENCENTER: Der WM-Stand) .

Hamilton: "Nächstes Jahr werde ich zurückkommen."

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