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Für Robert Kubica begann die Katastrophe mit einem Motorschaden im 2. Training © getty

Nach dem neuerlichen Debakel in Monaco redet Mario Theissen Tacheles: "Absolut enttäuschend". Er dementiert die Gerüchte um Heidfeld.

Von Julian Meißner

München - Die Krise des BMW-Sauber-Teams hat auch in Monaco kein Ende gefunden, ganz im Gegenteil.

Die Weiß-Blauen erreichten an der Cote d'Azur das schlechteste Qualifying-Ergebnis ihrer Geschichte.

Mit den Startplätzen 16 für Nick Heidfeld und 17 für Robert Kubica war die Messe für ein Rennen nahezu ohne Überholmöglichkeiten gelesen.

Punkte? Fehlanzeige (DATENCENTER: Das Rennergebnis).

In der WM stehen nur die Mini-Teams Scuderia Toro Rosso und Force India schlechter da als Deutschlands Premium-Hersteller (So steht's in der WM).

Theissen redet Tacheles

Motorsportdirektor Mario Theissen nimmt angesichts der katastrophalen Lage kein Blatt vor den Mund: "Unsere Leistung ist absolut enttäuschend. Weit von dem entfernt, was wir erwartet haben." Das sehe der BMW-Vorstand "genauso wie wir".

Theissens Resümee eines total verkorksten Rennwochenendes, in dem in Training, Qualifying und Rennen rein gar nichts zusammenlief: "Was auch immer wir geändert haben, es hat nicht funktioniert." 109917(Die Bilder des Rennens)

Gerüchte um Heidfeld

Heidfeld, der nach der Quali seinem Ärger Luft machte ("Man fährt sich den Arsch ab") bilanzierte: "Wir haben alles gegeben, aber wir waren hier einfach zu langsam." Kubica sagte nur: "Wir hatten über das gesamte Wochenende Schwierigkeiten."

Mit anderen Worten: Die Stimmung ist im Keller. Da passt es ins Bild, dass Kubica offen seine Unzufriedenheit zur Schau stellt und in den Medien über Heidfelds Ablösung durch Williams-Pilot Nico Rosberg spekuliert wird (Heidfeld wehrt sich gegen Gerüchte).

"Über die Fahrer reden wir im September", sagte Theissen, wie er das jedes Jahr tut, wenn einer seiner Piloten in der Kritik steht. Dabei ist Heidfeld immerhin mit vollem Einsatz dabei: Die mageren sechs Pünktchen, die BMW sein Eigen nennt, gehen auf das Konto des Mönchengladbacher Routiniers.

Zu hohe Ansprüche?

Dass es aus dieser Talsohle nur noch aufwärts gehen kann, ist nicht garantiert.

Theissen fordert: "Wir müssen das Entwicklungstempo erheblich steigern, um den eigenen Ansprüchen wieder gerecht zu werden."

Seiner Meinung nach sei das Problem, dass man über die letzten drei Jahre einen konstanten Aufschwung gezeigt habe und die gegenwärtige Phase der erste echte Rückschritt sei: "Wir müssen uns jetzt sammeln und da durch."

Letzte Ausfahrt Istanbul

Chefingenieur Willy Rampf meint: "Ziel muss es sein, in Istanbul wieder konkurrenzfähig zu sein."

Beim siebten Saisonrennen in der Türkei geht BMW-Sauber mit einem runderneuerten F1.09 an den Start. Endlich wird dieser dann auch den heiß begehrten Doppel-Diffusor im Heck haben, der den Top-Teams von Brawn GP und neuerdings auch Red Bull den nötigen Abtrieb verschafft.

Auch ein modifiziertes KERS werden die Bayern an den Start bringen. Das einstige Vorzeigeprojekt hatte sich schnell zum Hemmschuh entwickelt. Rampf weiß: "Auf uns wartet viel Arbeit."

Und Theissen, der sonst immer betonte, keinesfalls würde man die Saison frühzeitig abschreiben, sagt: "Istanbul ist für uns so etwas wie das Rennen der letzten Chance."

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