In seiner Sport1.de-Kolumne beurteilt DSF-Experte Peter Kohl die Tops und Flops des Formel-1-Grand-Prix von Monaco.

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TOPS:

Brawn GP: Alles richtig gemacht! Selbst die Super-Soft-Reifen funktionierten an den Rennern in der Anfangsphase, womit Vettel beispielsweise Probleme hatte. Die anderen können entwickeln wie sie wollen - man hat immer noch den Eindruck, dass vor allem Button mit der Konkurrenz spielt!

Ferrari: Zu Beginn der Saison weit zurück, aber schnell den Anschluss gefunden und schon wieder voll konkurrenzfähig. Das haben McLaren Mercedes und vor allem BWM-Sauber in der Form nicht geschafft. In Maranello, in der Box, am Kommandostand und im Cockpit hat niemand aufgrund des Anfangsfrusts den Kopf hängen lassen. Dafür Daumen hoch und Respekt!

Nico Rosberg: Wie er sich an Massa in der Anfangsphase vorbei presste war allererste Sahne! Nur ein Vollblut-Racer geht so ein Risiko im Leitplanken-Dschungel! Dass die Reifentaktik bei Williams wieder in die Hose ging sollte den Gesamteindruck nicht trüben. Platz sechs ist aller Ehren wert.

Fernando Alonso: Ein Mann mit Charakter, der eine eigene Meinung hat und die auch klar formuliert - wie im Politikpoker um das neue Reglement für 2010. Ein wahrer Champion - hoffentlich bald wieder mit siegfähigem Auto.

Mark Webber: Bemerkenswert, wie der Australier seinen schweren Unfall vom November wegsteckt, obwohl sogar noch eine Nach-OP notwendig gewesen ist, wie erst jetzt raus kam. Er wird immer stärker, fährt konstant gut, ist extrem zuverlässig - ich würde ihm einen Sieg demnächst wünschen, er hätte ihn sich verdient!

Force India: Erstmals beide Autos im Q 2. Fisichella nur um Haaresbreite am ersten WM-Punkt für das Team vorbei geschrammt - das sollte Mut machen für die nächsten Rennen.

FLOPS:

BMW-Sauber: Ferrari kann's, McLaren Mercedes in kleineren Schritten ebenso - aber die deutsch-schweizer Kombination hinkt weiter hinterher, kommt einfach nicht nach vorne - im Gegenteil: Die Probleme werden scheinbar immer größer! Auftritte wie in Barcelona und Monaco sind imageschädigend - ich bin gespannt, wie lange sich die Konzernleitung das antut.

Toyota: Bockstark in die Saison gestartet, in Bahrain in der Hitze noch mit Doppel-Pole, und plötzlich versinken die Rot-Weißen im Chaos, weil sie trotz Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen die Reifen nicht mehr zum Arbeiten bringen. Dass sie rätseln, nicht annährend wissen, wie dem Problem beizukommen ist, kommt einem Offenbarungseid nahe. Monaco war keine Niederlage - sondern ein Waterloo.

McLaren-Mercedes: Die Autos liefen für ihre Verhältnisse gut, die Abtriebsprobleme wären in Monaco zu kaschieren gewesen - aber weder Hamilton, noch Kovalainen nutzten die sich bietende Chance. Damit steht das gesamte Team am Ende mit leeren Händen da - Die Titelverteidigung darf man endgültig abhaken, Kovalainen sich wohl einen neuen Arbeitgeber suchen.

Vettels Helm: Diese Disco-Kugel war eine Geschmacksverirrung! Glück hat sie auch nicht gebracht. Und weg damit. Monaco ist speziell, ist anders.

Sebastian Vettel, Sebastien Buemi und Kazuki Nakajima haben durch eigene Fehler ihre Autos weggeworfen, Buemi leider auch Piquet jr. mit abgeräumt. Aber nirgendwo liegt ein Ausscheiden so nahe, wie im Fürstentum am Mittelmeer - niemand sollte deshalb den Stab über diese Jungs brechen. Ein Fehler ist hier schneller passiert als sonst wo und sofort folgenreich. Bei mir bleiben sie deshalb ungeschoren.

Liebe Grüße, Ihr Peter Kohl

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