vergrößernverkleinern
Sebastian Vettel wurde 2008 beim Türkei-Grand-Prix im Toro Rosso 17. © getty

Deutschlands Shootingstar ist nach dem Fauxpas von Monaco vorsichtig geworden, hat aber gute Erinnerungen an den Türkei-GP.

Istanbul - Auf der Strecke, die ihm vor drei Jahren sein erstes sportliches Highlight bescherte, will Sebastian Vettel sich im Titelrennen zurückmelden und die Langeweile in der Formel-1-WM bekämpfen.

Dabei muss der deutsche Shootingstar gegen zwei Seriensieger antreten.

Der Brite Jenson Button (Brawn) gewann die letzten drei Rennen in Folge und ist Red-Bull-Pilot Vettel an der Spitze der WM-Wertung enteilt (DATENCENTER: Der WM-Stand).

Vize-Weltmeister Felipe Massa (Brasilien/Ferrari) siegte dreimal hintereinander in Istanbul und will mit einem weiteren Erfolg in der Türkei (1. Freies Training, Freitag, 9 Uhr LIVE) den Angriff auf den Deutschen starten.

Vettel wird vorsichtig

Vettel ist wieder etwas vorsichtiger geworden, nachdem er zuletzt in Monaco den Titelkampf ausgerufen hatte und anschließend nach einem Fahrfehler ausschied.

"Ich bin kein Prophet", sagte der 21-Jährige: "Wir sind hier, um zu gewinnen und die Saison ist noch jung."

Die Konstanz seiner Konkurrenten ringt ihm jedoch Respekt ab: "Wenn Brawn weiter so fährt, sind sie schwer zu schlagen. Aber wir dürfen uns sowieso nicht darauf verlassen, dass sie Fehler machen, sondern müssen auf uns selbst schauen."

Besondere Erinnerungen

Mit dem vom Aachener Architekten Hermann Tilke entworfenen Kurs im asiatischen Teil Istanbuls verbindet Vettel "ganz besondere Erinnerungen".

2006 durfte er erstmals im freien Training für BMW auf die Strecke und legte gleich eine sensationelle Bestzeit hin.

Im Vorjahr kam er im damals fünften Saisonrennen erstmals ins Ziel, wurde dabei aber Letzter. "Das war die Wende zum Guten", sagt er dennoch.

Button in exzellenter Position

Aktuell beträgt der Rückstand des WM-Dritten auf den mit neuem Frontflügel fahrenden Button stolze 28 Punkte - mehr als Vettel in dieser Saison bislang eingefahren hat (23).

Selbst wenn der Hesse alle elf ausstehenden Rennen gewinnen sollte, würde es Button reichen, in jedem Lauf Zweiter zu werden.

Dass der 29-jährige Brite stets davon spricht, "dass noch viel passieren kann", ist derzeit reines Understatement.

Massa mit neuen Hoffnungen

Inzwischen macht sich sogar der katastrophal gestartete Massa wieder Hoffnung, den Himmelsstürmer aus Heppenheim noch einzuholen.

"Brawn ist einfach zu souverän, aber Red Bull ist mal sehr stark und dann wieder nicht. Also muss Platz zwei in der Teamwertung unser neues Ziel sein", sagte der Brasilianer.

Triple mal drei

Der Istanbul Park ist außerdem seine Lieblingsstrecke. In den vergangenen drei Jahren holte Massa, der auf einen weiterentwickelten Doppel-Diffusor zurückgreifen kann, jeweils das Triple aus Pole Position, schnellster Rennrunde und Sieg (DATENCENTER: Grand-Prix-Ergebnisse).

Als einziger außer ihm gewann bisher sein Teamkollege Kimi Räikkönen bei der Premiere 2005, damals noch in einem McLaren-Mercedes.

Formel deutsch: Mehr Schatten als Licht

Aktuell fahren die Silberpfeile hinterher. Mercedes-Sportchef Norbert Haug bezeichnete sein Team um Weltmeister Lewis Hamilton als derzeit "nicht konkurrenzfähig".

Auch bei BMW muss bei der Premiere des Doppel-Diffusors endlich wieder etwas Zählbares herausspringen (Heidfeld denkt an Abschied) .

Nico Rosberg (Williams) gilt bei beiden Teams schon als potenzieller Neuzugang.

Auf Wiedergutmachung ist derweil Toyota-Pilot Timo Glock aus. Nach zwei dritten Plätzen in den ersten beiden Rennen wurde er in den letzten beiden Läufen jeweils überrundet und blieb ohne Punkt.

Ecclestone senkt den Daumen

Neben den Fahrern steht am Wochenende auch die Strecke in Istanbul auf dem Prüfstand. Gerüchten zufolge soll der bis 2011 laufende Vertrag wegen mangelnden Interesses bei Fans und Sponsoren nicht verlängert werden (Istanbul kompakt).

Die türkischen Medien interessieren sich in diesem Jahr jedenfalls mehr für den wahrscheinlichen Wechsel des Kölner Fußball-Trainers Christoph Daum zu Fenerbahce.

"Istanbul war der schlechteste Deal, den ich jemals gemacht", sagte Chefpromoter Bernie Ecclestone, der das Betreiberkonsortium übernommen hat. Und Streckenchef Can Güclü befürchtet, "dass wir 2011 zum letzten Mal Gastgeber für die Formel 1 sein könnten".

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel