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"Superhirn" Ross Brawn (r.) und sein Team haben gut Lachen © getty

Der Ferrari-Berater hätte nichts gegen einen Sieg des Lokalmatadors in Silverstone einzuwenden. Doch dessen Teamkollege eröffnet die Jagd.

Von Julian Meißner

München - Vor Jenson Buttons Heimspiel in Silverstone (Qualifying, Sa., 13.45 Uhr LIVE) fiebert eine ganze Nation mit dem Briten - und sogar Ferrari-Berater Michael Schumacher hätte nichts gegen einen Sieg des WM-Dominators.

"Ich drücke unseren Jungs ganz fest die Daumen - wobei es da noch jemandem gibt, dem ich gerade bei diesem Rennen Glück wünsche", verkündete der siebenmalige Champion auf seiner Homepage: "Klar möchte ich, dass Ferrari gewinnt, klar ist es nicht schön, geschlagen zu werden - aber wenn, dann wenigstens von Ross..."

Gemeint ist Ross Brawn, Teamchef des gleichnamigen Rennstalls und Schumachers langjähriger Weggefährte bei der Scuderia Ferrari.

Zwei Herzen in einer Brust

"Ihm wünsche ich für sein Heimrennen alles Gute, für ihn hat Silverstone eine besondere Bedeutung, daher ist es gut, dass ich zwei Daumen habe", so Schumacher.

Auch der 40-Jährige weiß natürlich, dass Button mit 61 Punkten von seinen Verfolgern, angeführt vom einstigen Schumi-Adjutanten und heutigen Brawn-Teamkollegen Rubens Barrichello, (35) kaum noch eingeholt werden kann (Türkei-GP: Kein Platz mehr frei auf Planet Button) .

Mansell: "Buttons Titel"

Die Red-Bull-Piloten Sebastian Vettel (29) und Mark Webber (27,5) müssen bei noch zehn ausstehenden Rennen schon auf einen gewaltigen Leistungseinbruch des "Weißen Balletts" hoffen, um überhaupt noch in die Nähe der Krone zu kommen (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

"Das ist sein Titel. Keiner wird ihn mehr packen können", sagt Ex-Weltmeister Nigel Mansell über seinen Nachfolger als Publikumsliebling, der Landsmann Lewis Hamilton den Rang abgelaufen hat.

Button habe ganz harte Jahre und eine lange Lehre hinter sich gebracht. Vor dieser Saison war dem mit großen Vorschusslorbeeren in seine Karriere gestarteten 29-Jährigen in 154 Rennen gerade einmal ein magerer Sieg gelungen. 2006 spülte ihn der ungarische Regen nach ganz oben aufs Podest.

"Nun passt endlich alles zusammen", so Mansell.

Jäger Barrichello

Die schärfste Gefahr droht Button, dessen "fantastischem" Auto Mansell einen Eintrag in die Geschichtsbücher prophezeit, also im eigenen Stall. Barrichello, der unter Brawn schon früher Schumacher nur hinterherfuhr, hat jedenfalls keine Lust, nur den Geleitschutz zu geben.

"Ich werde Jenson jagen", kündigt der Brasilianern an, Heimspiel hin oder her: "Da gibt es keine Emotionen. Wenn man eine Chance auf den Sieg hat, dann lässt man sich nicht zwei Mal bitten. Jenson würde in Brasilien genauso denken", erklärt Barrichello.

Update fürs Heimspiel

"Superhirn" Brawn legt großen Wert darauf, dass beide Fahrer gleichberechtigt sind. Dies sei wichtig für die Atmosphäre im Team. "Ich möchte nur nicht, dass sie sich gegenseitig ins Auto fahren", so Brawn.

Das Auto, auf das Button nach eigener Aussage sein "ganzes Leben" gewartet hat und das die Ingenieure fürs Heimspiel noch einmal überarbeitet haben: Der BGP001 wird im Motorsport-Mekka Silverstone mit neuen Front- und Heckflügeln an den Start gehen.

Die Ausgangslage ändert sich dadurch nicht. Button sagt angesichts der lange ungewissen Zukunft seines Teams: "Vor einiger Zeit wusste ich überhaupt nicht, wie es weitergeht, jetzt bin ich auf einmal WM-Favorit."

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