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Hinterlässt auch schon mal Trümmer: Vettel nach dem Crash mit Kubica in Melbourne © imago

Es ist Halbzeit in der Formel-1-Saison 2009 - für Sport1.de Grund genug, den fünf deutschen Piloten ein Zeugnis auszustellen.

Von Julian Meißner

München - Halbzeit in der Formel 1: Trotz aller Auflösungserscheinungen hat es die Königsklasse am Wochenende geschafft, das achte der 17 Saisonrennen zu absolvieren (SERVICE: Rennkalender und Kurse) .

Nach dem Grand Prix von Großbritannien in Silverstone verabschieden sich die Teams nun in eine dreiwöchige Pause, bevor die zweite Saisonhälfte mit dem Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring aufgenommen wird.

Für Sport1.de Grund genug, den fünf deutschen Piloten ein Halbjahres-Zeugnis auszustellen (DATENCENTER: So steht's in der WM) .

Kaum überraschend hat dabei Sebastian Vettel die Nase vorn (PRESSESTIMMEN: Der junge Maestro zerstört das Feld). Doch Red Bulls WM-Kandidat hat auch die meisten Ausfälle aller verbucht, allesamt selbst verschuldet.

Die Rangliste im Überblick:

Sebastian Vettel (Red Bull / WM-Platz 3 / 39 Punkte)

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Der Shootingstar (Steckbrief) ist nach Silverstone der Mann der Stunde und Deutschlands WM-Kandidat. Dass er schon jetzt mit den Großen seiner Zunft verglichen wird, kommt nicht von ungefähr. Vettel hat es mit seiner professionellen und zugleich freundlichen Art geschafft, auch sein neues Team auf Anhieb hinter sich zu bringen. Seine fahrerischen Qualitäten, gerade unter schwierigen Bedingungen, sind unbestritten. Acht gewonnene Quali-Duelle gegen einen Routinier wie Mark Webber sprechen eine deutliche Sprache. Auch die Zusammenarbeit mit der Ingenieursriege um Design-Genie Adrian Newey funktioniert dank Vettels Frühreife vorzüglich. Einziges Manko des 21-Jährigen ist, dass er in manchen Situationen noch zu ungestüm ist. So brachte er sich durch Unfälle in Melbourne und Monaco um den Lohn seiner Arbeit. In der Türkei patzte Vettel ebenfalls. Auch wenn er momentan die klare deutsche Nummer eins ist, bleibt festzuhalten: Vettel hat nicht das Maximum aus seinen Möglichkeiten gemacht.

Sport1.de-Note: 1-2

Nico Rosberg (Williams / WM-Platz 7 / 15,5 Punkte)

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Der Weltmeister-Sohn (Steckbrief) ist zweitbester Deutscher in der WM und fährt eine nahezu fehlerfreie Saison. Seine Treue zum Traditionsrennstall Williams scheint sich endlich auszuzahlen. Als Mitglied der Diffusor-Gang mischten die Briten vor allem anfangs der Saison vorne mit und können nun auch mit dem Entwicklungstempo der Spitze Schritt halten. Sechs Punkteränge in acht Rennen und eine blütenreine Weste in den Qualifikationsduellen mit seinem Teamkollegen Kazuki Nakajma demonstrieren Rosbergs Qualitäten am Steuer. Auch wenn sich das Personalkarussell angesichts der ungewissen Zukunft der Formel 1 erst später als üblich zu drehen beginnen wird: Rosberg, dessen Vertrag bei Williams noch bis 2010 läuft, ist in dieser Form für alle Top-Teams ein Thema.

Sport1.de-Note: 2

Timo Glock (Toyota / WM-Platz 8 / 13 Punkte)

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In seinem zweiten Jahr bei Toyota kommt der Kämpfer aus dem Odenwald (Steckbrief) deutlich besser klar, hat mit Jarno Trulli als teaminternem Konkurrenten aber eine harte Nuss zu knacken. Der Italiener hat sechs von acht Quali-Duellen für sich entschieden und auch in der WM einen klaren Vorsprung (21,5:13 Punkte). Glocks Kardinalproblem ist, die Reifen auf Temperatur zu bringen. Nach furiosem Start baute die Performance des TF109 seit dem Europa-Auftakt allgemein ab. Für Glock spricht seine Konstanz mit acht Zielankünften in acht Rennen. Von Platz drei, seinem besten Saisonresultat beim Malaysia-GP, ist er momentan jedoch weit entfernt.

Sport1.de-Note: 3

Nick Heidfeld ( BMW-Sauber / WM-Platz 12 / 6 Punkte)

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"Quick Nick" (Steckbrief) kämpft 2009 gegen Windmühlen. Der BMW geht einfach zu schlecht, als dass er dem erklärten Ziel, um die WM mitzufahren, auch nur annäherungsweise nachkommen könnte. Platz zwei als bestes Saisonergebnis kam nur unter Einfluss der malayischen Sintflut zu Stande. Auf den Diffusor-Flop folgte jüngst die Kapitulation vor KERS - die Weiß-Blauen erleben ein echtes Seuchenjahr. Da spricht es für Heidfeld, dass er keine Millisekunde ans Aufgeben denkt. Ganz im Gegenteil: Wie er sich in Silverstone der Team-Anweisung, an die Box zu kommen, widersetzte und sich in der Folge gegen Fernando Alonso wehrte - das zeugte von Charakter und Klasse. Und obwohl Robert Kubica in der Quali zumeist die Nase vorn hat, resultiert das Gros der WM-Punkte auf dem Sauber-Konto auf Heidfelds Taten.

Sport1.de-Note: 2-3

Adrian Sutil (Force India / WM-Platz 17 / 0 Punkte)

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Auch wenn der Bayer (Steckbrief) noch keinen Punkt verbuchen konnte: Seine Leistungen 2009 sind aller Ehren wert. Mit einem alten Hasen wie Giancarlo Fisichella muss man erst einmal mithalten. Das Fahrzeug ist deutlich näher am Mittelfeld als noch 2008, mit Toro Rosso hat man sogar ein Team hinter sich gelassen, was die Performance angeht. Dass er den erforderlichen Willen hat, bewies seine Performance am Wochenende in Silverstone. Nach einem derart heftigen Crash setzt sich nicht jeder am Folgetag wieder in einen Formel-1-Renner. Umso trauriger, dass Sutil beim Auftakt in Australien die Punkteränge nur um einen Platz verpasste.

Sport1.de-Note: 2-3

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