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Max Mosley ist seit 1993 Präsident des Welt-Automobilverbands FIA © getty

Der FIA-Präsident will sich erneut für das Amt zur Verfügung stellen. Außerdem will er gegen die abtrünnigen Rennställe vorgehen.

London - Max Mosley erwägt trotz der immer lauter werdenden Rücktrittsforderungen offenbar ernsthaft eine erneute Kandidatur für das Präsidentenamt im Motorsport-Weltverband FIA, das er seit 1991 innehat.

"In den vergangenen Wochen muss jedem klar geworden sein, dass es eines der Ziele der andersdenkenden Teams ist, mich zum Rücktritt zu drängen", schrieb Mosley nach Angaben des britischen Fachmagazins "Autosport" in einem Brief an die in der FIA organisierten Klubs.

Mosleys Amtszeit läuft im Oktober 2009 aus.

Mosley stellt Vertrauensfrage

Nach Bekanntwerden der Sex-Affäre im März vergangenen Jahres hatte er im Weltverband die Vertrauensfrage gestellt und war im Juni 2008 mit deutlicher Mehrheit bestätigt worden.

Danach hatte er angekündigt, nicht für eine weitere Amtszeit kandidieren zu wollen. Das hat sich Mosley nun offenbar anders überlegt.

"Angesichts der jüngsten Attacken auf das Mandat, welches mir übertragen wurde, muss ich darüber nachdenken, ob diese Entscheidung tatsächlich die richtige war", heißt es in dem Schreiben.

"Attacke auf das Recht der FIA"

Es liege einzig und allein an den Mitgliedern der FIA, ihre Führung auf demokratische Art und Weise zu wählen, keinesfalls an der Automobilindustrie und noch viel weniger an den Personen, die von der Industrie mit der Leitung der Rennteams beauftragt worden seien, schreibt Mosley.

Der Kampf um die Zukunft der Formel 1 und die im Raum stehende Abspaltung von acht Rennställen der Teamvereinigung FOTA ist nach Mosleys Ansicht "eine Attacke auf das Recht der FIA, die Formel-1-Weltmeisterschaft zu regulieren."

Dies sei eine direkte Herausforderung an die gesamte Struktur sowie den Sinn und Zweck der FIA. Kein FIA-Präsident könne so etwas unbeantwortet geschehen lassen.

Rechtliche Schritte gegen Rennställe?

Mosley bekräftigte erneut, konsequent gegen die abtrünnigen Rennställe vorgehen zu wollen:

"Wir bereiten gerichtliche Schritte vor, um die Rechte der FIA an der Weltmeisterschaft zu schützen und alle Formel-1-Teams davon abzuhalten, illegal tätig zu werden."

Zuvor hatten die acht abtrünnigen FOTA-Teams ("Ich nehme das alles nicht so ernst"), die 2010 eine eigene Rennserie in Konkurrenz zur Formel-1-WM starten wollen (Steht die "New Formula"?), ein Treffen mit Mosley zum Zwecke einer möglichen Annäherung beim Streitthema Kostenreduzierung abgelehnt.

Lauda schließt Mosley-Rücktritt aus

Nach Informationen der Fachzeitung "Auto, Motor und Sport" soll der italienische Verbandspräsident Luigi Macaluso auf Anweisung von Ferrari-Boss Luca di Montezemolo auf der Sitzung des World Councils einen Misstrauensantrag gegen Mosley stellen.

Der dreimalige Weltmeister Niki Lauda hatte bereits vor einigen Tagen im Gespräch mit der "Welt am Sonntag" ausgeschlossen, dass Mosley aus dem Amt gedrängt werden könnte.

Er nannte es "eine komplette Illusion, dass irgendwer in der Formel 1 glauben sollte, dass man ausgerechnet jetzt Max Mosley stürzen könnte".

"Wenn man ihn bedroht, will er weitermachen"

Auch Formel-1-Boss Bernie Ecclestone geht davon aus, dass Mosley im Oktober für eine weitere Amtperiode kandidieren wird:

"Das ist das Problem mit Max: Wenn man ihn bedroht, will er weitermachen."

Eigentlich sei es wirklich Mosleys Absicht gewesen, seinen Posten zu räumen: "Das hätte er auch gemacht, wenn nicht all diese Dinge passiert wären."

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