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Das vorerst letzte Rennen am Hockenheimring ging im Juli 2008 über die Bühne © getty

Die Hoffnung auf einen Erhalt der F-1-Strecke ist nach einem Gespräch mit Bernie Ecclestone zurück. Der Nürburgring sagt ab.

München - Der Nürburgring wird 2010 beim Großen Preis von Deutschland in der Formel 1 nicht als Ersatz für Hockenheim einspringen (Nur einer kann Hockenheim retten).

Das erklärte Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz. "Wir werden mit Sicherheit nicht einspringen können. Denn auf diesem Preisniveau ist es undenkbar, dass wir das finanziell durchstehen. Damit würden wir unser Eigenkapital zu schnell aufbrauchen", sagte Kafitz.

Seit 2007 wechseln sich Nürburgring und Hockenheim wegen hoher finanzieller Verluste mit der Austragung jährlich ab.

Kein deutscher GP?

Die Stadt Hockenheim kann aber die für 2010 prognostizierten 6 Millionen Euro Minus nicht mehr stemmen und will die Promoter-Rolle abgeben.

Die Hockenheimring GmbH hofft noch auf Hilfe vom Land Baden-Württemberg oder von Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone. Sollte das Rennen platzen, würde es erstmals seit 50 Jahren keinen deutschen Grand Prix geben. Zuletzt war das 1960 der Fall.

"Der Zwei-Jahres-Rhythmus ist ja ein Kompromiss zwischen dem volkswirtschaftlichen Gewinn, der hier in der Region erzielt wird, und dem betriebswirtschaftlichen Verlust", sagte Kafitz: "Wir würden es gerne jedes Jahr machen, aber es ist unmöglich. Daher ist es leider vorstellbar, dass es in einem Jahr keine Formel 1 in Deutschland gibt." (Entscheidendes Treffen für Hockenheim)

Treffen mit Ecclestone

Hockenheims Oberbürgermeister Dieter Gummer und die Hockenheimring-Geschäftsführer Karl-Josef Schmidt und Georg Seiler haben die Hoffnung auf eine Rettung des Rennens und sogar eine Perspektive darüber hinaus noch nicht aufgegeben.

Bei einem Treffen mit Ecclestone am Dienstag in London habe man laut Gummer "eine gute Basis" gefunden, "dass die Formel 1 in den nächsten Jahren bei uns bleibt". "Wir haben verschiedene Varianten diskutiert", sagte Gummer dem Mannheimer Morgen: "Nun haben wir aus diesem Gespräch unsere Hausaufgaben mitgenommen und Bernie Ecclestone die seinen. Beide Seiten müssen jetzt rechnen."

Drei Varianten

Denkbar sind drei Varianten für eine Lösung.

Entweder Ecclestone übernimmt selbst die Vermarktung und das finanzielle Risiko oder er findet für Hockenheim einen externen Investor.

Möglichkeit drei wäre eine Senkung der Antrittsgage von derzeit geschätzten 19 auf 10 Millionen Euro, die schon bei 50.000 Zuschauern refinanziert werden könnten. Mehreinnahmen könnten geteilt werden.

Ein Vertreter des Landes war bei dem Gespräch nicht dabei (Oettinger macht Hockenheim Hoffnung) .

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