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Lewis Hamilton holte in Spa seine fünfte Pole Position in 2008 © imago

Dominant fährt Lewis Hamilton in Spa auf die Pole. Heidfeld gelingt der Befreiungsschlag. Die Krise von Kimi Räikkönen hält an.

Von Manuel Krons

München - In den letzten Sekunden des Qualifyings dürfte Lewis Hamilton Angst und Schrecken im Ferrari-Lager verbreitet haben.

Gerade noch war Felipe Massa mit seinem roten Renner zu einer neuen Bestzeit gerast. Doch nur Augenblicke später blinkte die Zwischenzeit des Silberpfeil-Rivalen auf den Monitoren in der Boxengasse.

Für die Scuderia war diese Information keine gute Nachricht: Über eine halbe Sekunde schneller war der WM-Leader im McLaren-Mercedes zu diesem Zeitpunkt unterwegs als Massa.

Im Ziel betrug Hamiltons Vorsprung immer noch komfortable 0,340 Sekunden. Unwiderstehlich und ungefährdet schnappte sich Hamilton so die Pole Position für den Großen Preis von Belgien (Sonntag, ab 13.45 Uhr LIVE).

Auch auf der anschließenden Pressekonferenz zeigte der 23-Jährige der Konkurrenz die Zähne.

Hamilton mit Rückenwind

"Ich habe ein breites Grinsen aufgesetzt", erklärte der junge Brite. "Es war ein großartiger Tag für mich. Die drei Runden haben perfekt gepasst. Es wird schwer sein, uns morgen zu schlagen."

Massa musste da zustimmen: "McLaren war einfach schneller als wir, da gibt es nichts dran zu rütteln", so der Brasilianer, der in der WM mit 64 Punkten ärgster Verfolger von Hamilton (70) ist.

"Die ultimative Fahrerstrecke"

Nach der dominanten Vorstellung des WM-Leaders war auch der Mercedes-Motorsportchef voll des Lobes für Hamilton: "Spa ist die ultimative Fahrerstrecke. Wer hier vorne ist, der muss es wirklich gut können. Ich freue mich wirklich sehr für Lewis", sagte Norbert Haug, der ebenso wie Hamilton ein breites Grinsen im Gesicht trug. "Die Plätze eins und drei sind für uns natürlich eine Traumaufstellung."

Neben der dritten Startposition des zweiten Silberpfeil-Piloten Heikki Kovalainen, zeigte sich Haug auch über das Krisen-Management von Nick Heidfeld erfreut. Der Mönchengladbacher war im Qualifying auf Rang fünf bester deutscher Fahrer. "Dass Nick hier zugeschlagen hat, ist auch schön. Ich habe ihm schon auf die Schulter geklopft", kommentierte Haug.

Heidfeld erleichtert

Heidfeld selbst bezeichnete den Befreiungsschlag bei der Zeitenjagd als "ganz wichtigen Schritt". "Ich habe das Maximum herausgeholt. Es ist das ganze Wochenende toll gelaufen", sagte der BMW-Pilot, der zuletzt in einem anhaltenden Formtief steckte, sichtlich erleichtert.

Neben dem 31-Jährigen erreichte von seinen Landsleuten nur noch der Toro-Rosso-Youngster Sebastian Vettel die Top-Ten (Startplatz 10).

Im Gegensatz zu Heidfeld schaffte es Weltmeister Kimi Räikkönen am Samstag in Spa nicht die Krisengeister zu vertreiben. Erneut musste sich der Finne im Ferrari seinem Teamkollegen Massa und auch den beiden McLaren-Mercedes geschlagen geben. "Platz vier ist alles andere als ideal, wenn man gewinnen will", gestand der "Iceman" ein.

Räikkönen hofft auf das Wetter

Doch gewohnt stoisch glaubt er an seine Chance im Rennen und hofft auf die stets unberechenbaren Witterungsverhältnisse in den Ardennen. "Das Wetter wird ein Schlüsselfaktor sein", unkte er.

Die letzte große Regenschlacht in diesem Jahr war übrigens der Grand Prix von Großbritannien in Silverstone.

Der Sieger hieß dort: Lewis Hamilton.

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