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Im vergangenen Jahr fuhr Lewis Hamilton in Spa nur als Vierter über die Ziellinie © imago

Kimi Räikkönen fährt beim Belgien-GP scheinbar seinem 4. Sieg in Serie entgegen. Doch dann wird das Rennen zur Schlitterpartie.

Spa - Lewis Hamilton hat im Regen-Chaos auf der Rutschbahn von Spa den Durchblick behalten und seine WM-Führung ausgebaut.

Auch Nick Heidfeld gehörte nach einem Geistesblitz in der turbulenten Schlussphase auf Platz drei zu den Gewinnern.

Zwei Runden vor dem Rennende überschlugen sich bei einsetzendem Regen plötzlich die Ereignisse.

Hamilton überholte im McLaren-Mercedes den bis dahin führenden Ferrari-Piloten Kimi Räikkönen, der nach einem harten Kampf kurz darauf sogar in eine Mauer krachte.

Räikkönen kann Titel abschreiben

Eine Woche vor dem Ferrari-Heimspiel in Monza muss der Finne wohl endgültig seine Hoffnung auf eine erfolgreiche Titelverteidigung begraben.

Räikkönens Ferrari-Teamkollege Felipe Massa rettete sich als Zweiter ins Ziel.

Der Brasilianer liegt in der WM-Wertung acht Punkte hinter Hamilton (72:80) zurück, der seinen fünften Saisonsieg feierte.

Petrus erhört Hamilton

"Ich hatte mir den Regen gewünscht", meinte der überglückliche Sieger Hamilton:

"Es war ein fantastisches Wochenende und eines der aufregendsten Erfahrungen meiner Karriere. Ich liebe es zu kämpfen, und es hat extrem viel Spaß gemacht."

Der Silberpfeil-Star strahlte später mit Heidfeld um die Wette.

Der Mönchengladbacher hatte vor den letzten beiden Runden auf Regenreifen gewechselt und war so auf den letzten 14 Kilometern bis auf Platz drei vorgefahren.

Heidfeld landet Coup

"Es war eine Sekt-oder-Selters-Entscheidung. Ich hatte gedacht, dass sich keiner trauen würde, auf Regenreifen zu wechseln", sagte Heidfeld nach seinen Coup.

"Nick hat einen Super-Job gemacht, das freut mich für ihn", meinte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen.

"Lewis hat's allen gezeigt"

"Das war das schärfste Rennen überhaupt - sensationell", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug, nachdem Hamilton wild schlingernd die letzten beiden Runden gemeistert und den Silberpfeil als Erster ins Ziel gebracht hatte: "Lewis hat's allen gezeigt, er war heute der Beste."

Bis zum überraschenden Regen in der Schlussphase sah alles nach einem Räikkönen-Sieg aus, nachdem Hamilton nach einem Dreher zu Beginn der zweiten Runde den Finnen zunächst hatte vorbeiziehen lassen müssen.

Räikkönen, der zuletzt in Italien bereits heftig in die Kritik geraten war, stand kurz davor, auf seinem Lieblingskurs seine mehr als viermonatige Durststrecke zu beenden, bis ihm der Regen einen Strich durch die Rechnung machte.

Seinen bislang letzten Sieg hatte der "Iceman", der zuvor die letzten drei Rennen in Spa gewonnen hatte, am 27. April in Barcelona gefeiert.

"Quick Nick" macht Sprung nach vorn

Heidfeld, der sich nach zuletzt schwachen Leistungen und Problemen mit den Reifen als Fünfter in der Qualifikation in der Spitzengruppe zurückgemeldet hatte, wurde gleich in der ersten Kurve unverschuldet zurückgeworfen, kämpfte sich danach aber wieder in die Punkteränge zurück.

In der WM-Wertung zog er wieder an dem Finnen Heikki Kovalainen, der im zweiten McLaren-Mercedes nur Zehnter wurde, vorbei auf Platz fünf.

Auch Vettel und Glock in den Punkten

Zweitbester Deutscher wurde Sebastian Vettel aus Heppenheim im Toro-Rosso-Ferrari als Fünfter.

Toyota-Pilot Timo Glock holte in der chaotischen Schlussphase als Achter auch noch einen WM-Punkt.

Nico Rosberg (Wiesbaden) kam im Williams-Toyota auf Rang zwölf. Adrian Sutil belegte im Force-India-Ferrari Position 13.

Grandioses Überholmanöver

In der Schlussphase verkürzte Hamilton den Rückstand auf Räikkönen zwar vorübergehend wieder auf weniger als zwei Sekunden, doch ohne Regen wäre er wohl chancenlos gewesen.

Auf der nassen Rennstrecke gelang ihm dann das entscheidende Manöver - es war vielleicht sein Meisterstück auf dem Weg zum ersten Titel.

Im vergangenen Jahr hatte er die Fahrer-Krone nur um zwei Punkte verpasst.

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