Besseres als die Brawn-Pleite und Vettels Schlappe gegen Webber kann der Formel 1 nicht passieren. Die PS-Liga bleibt spannend.

Auf dem Nürburgring herrschte am Wochenende Vettel-Mania.

Der junge deutsche Shootingstar lockte die Massen auf den Eifel-Parcours wie Schumi zu seinen besten Zeiten. Man darf getrost davon ausgehen, dass aus Sicht der deutschen Fans im Australier Mark Webber der falsche Mann den Sieg davon trug.

Die Enttäuschung der Vettel-Anhänger ist nachvollziehbar. Doch so eindimensional durch die deutsche Brille sollte man die PS-Liga nicht mehr betrachten.

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Die Formel 1 hat ihr Gesicht seit den Schumacher-Tagen gewaltig verändert. Das Fahrerfeld und die Leistungen der Piloten sind wesentlich enger zusammengerückt, das zeigen auch die starken Vorstellungen vermeintlicher Hinterbänkler wie Adrian Sutil oder Nico Rosberg.

Und das ist gut so.

Denn mal ehrlich: Wer wünscht sich ernsthaft die gähnend langweilige Dominanz eines einzelnen Überfliegers a la Schumacher? Schon die Unantastbarkeit des WM-Führenden Jenson Button im ersten Saisondrittel beraubte die Königsklasse spürbar ihrer Spannung und drohte die Formel 1 zu lähmen.

Danach sieht es nach Webbers Sieg in Deutschland nicht mehr aus. Zum Glück.

Schließlich folgen dem Deutschland-Grand-Prix acht weitere Rennen. Und für die gilt nach der Brawn-Pleite und Vettels Niederlage im teaminternen Duell: Hochspannung ist angesagt.

Was verspricht bessere Unterhaltung als eine WM, von der man bis zum Schluss nicht weiß, wer das Rennen machen wird? Man erinnere sich nur an den dramatischen Wettlauf zwischen Lewis Hamilton und Felipe Massa, der im vergangenen Jahr erst auf der letzten Runde entschieden wurde.

Das epische Finale in Sao Paulo ging nicht umsonst in die Geschichte der Formel 1 ein.

Button, Webber, Barrichello oder Vettel? Nach dem achten Grand Prix dieses Jahres ist die W-Frage wieder völlig offen. Für die vielen Formel-1-Fans kann es keine bessere Choreographie geben.

Und hoffentlich bleibt das bis so bis zum großen WM-Finale im November.

Wenn dann in Abu Dhabi schließlich doch Sebastian Vettel triumphierte, wäre die Freude umso gewaltiger.

Es wäre die Krönung einer perfekt verlaufenen Saison.

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