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Der Heppenheimer Sebastian Vettel hat zwei Saisonsiege auf dem Konto © getty

Das erste Duell mit Brawn GP in Ungarn geht an Red Bull. Jenson Button gibt sich kleinlaut, McLaren kann dazwischenfunken.

Von Julian Meißner

München - Ausrufezeichen durch McLaren, Punktsieg für Red Bull:

Im Team-Zweikampf um den WM-Titel hat Sebastian Vettels Crew den ersten Schlagabtausch mit Brawn GP beim Auftakt zum zehnten Grand Prix des Jahres auf dem Hungaroring (Quali, Sa., 13.45 Uhr LIVE) gewonnen.

Nürburgring-Sieger Mark Webber fuhr am Freitag bei guten Bedingungen und heißen Temperaturen in 1:22.369 Minuten die viertbeste Zeit im Freien Training von Budapest (Webber erlebt zweiten Frühling).

Vettel wurde mit einer Bestzeit von 1:22.590 Minuten in der Addition beider Sessions Sechster (STATISTIK: Das Trainingsergebnis).

WM-Leader Jenson Button aus Großbritannien schaffte es im Brawn-Boliden nur auf Platz 13, sein Teamkollege Rubens Barrichello wurde immerhin Siebter 132427(DIASHOW: Die Bilder des Trainings).

Zwei Silberpfeile vor Rosberg

Schnellster Fahrer des Tages war Weltmeister Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes (1:22.079 Minuten) vor seinem Teamkollegen und Vorjahressieger Heikki Kovalainen (1:22.126).

"Wir waren heute gut unterwegs - unser KERS-Hybrid hilft ganz besonders im ersten Sektor", freute sich Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Der erneut starke Wiesbadener Nico Rosberg (Williams/1:22.337) kam auf Rang drei und darf sich Hoffnungen auf das Podium machen (Rosberg im Sport1.de-Interview).

Kampfansage von Vettel

Deutschlands WM-Hoffnung Vettel richtete nach zwei Doppelsiegen seines Teams in Folge eine Kampfansage an die Konkurrenz von Brawn GP: "Wir sind die Jäger. Und wir sollten schnell genug für viele Punkte sein."

Ungarn sei jedoch nicht wichtiger als irgendein anderes Rennen: "Man muss kein Genie sein um zu erkennen, dass bei einem 21-Punkte-Rückstand ab sofort jedes einzelne Rennen wichtig ist." (DATENCENTER: Der WM-Stand)

Brawn zurückhaltend

Button schlug nach den jüngsten Rückschlägen leise Töne an: "Wenn ich auf das Podium fahren könnte, dann wäre ich sehr zufrieden. Zunächst einmal muss ich aber die Red Bull schlagen", sagte der Brite: "Wir haben hier keine Ausreden mehr."

Teamchef Ross Brawn hat höchsten Respekt vor Vettel und Co.: "Red Bull ist sehr stark, die könnten die Situation ganz schnell umdrehen."

Alguersuari ohne Probleme

Der erste Auftritt des neuen Toro-Rosso-Piloten Jaime Alguersuari verlief unspektakulär, er schlug sich jedoch wacker. Mit knapp acht Zehntelsekunden Rückstand auf seinen Teamkollegen Sebastien Buemi wurde Alguersuari dennoch Letzter.

Der Spanier hatte nach dem Deutschland-Grand-Prix auf dem Nürburgring den enttäuschenden Franzosen Sebastien Bourdais abgelöst.

Tost kontert Kritik

Alguersuari wird am Sonntag mit 19 Jahren und 125 Tagen zum jüngsten GP-Starter aller Zeiten avancieren - nicht alle Piloten im Feld hatten das Engagement des unerfahrenen Youngster begrüßt (Der Jüngste stößt auf Widerstand).

Teamchef Franz Tost stärkte seinem Jungspund den Rücken: "Wir sind überzeugt, dass wir den richtigen Fahrer ausgewählt haben. Er ist hier 82 Runden ohne Fehler gefahren und seine Zeiten waren beeindruckend."

Heidfeld vor Glock

Die weiteren Deutschen kamen nicht über Mittelfeldplätze hinaus: Nick Heidfeld im BMW-Sauber wurde Neunter, Toyota-Pilot Timo Glock Zehnter und Adrian Sutil (Force India) landete auf Rang 16.

Heidfelds Bolide zeigte sich jedoch verbessert. Laut BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen haben die Weiß-Blauen, die seit dem Saisonstart weit hinter den Erwartungen zurückbleiben, mittlerweile den Kern ihres Problems erkannt.

Hoffen auf Hitze

"Wir glauben, dass wir das Problem verstanden haben, aber es braucht dafür einige Upgrades, die nicht über Nacht bewerkstelligt werden können", erklärte Theissen am Rande des Trainings: "Der nächste signifikante Schritt kommt in Valencia und dann der wichtigste überhaupt in Singapur."

Doch auch schon für den Hungaroring verspricht er sich eine Verbesserung. "Wir hatten bei kühlen Bedingungen Probleme, die Reifen zum Arbeiten zu bekommen. Das sollte hier nicht der Fall sein."

Zudem bringe man einen aerodynamisch verbesserten Frontflügel an den Start.

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