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Aufregung nach dem Qualifying um Ferrari-Sprecher Luca Colajanni © getty

Der Klinikdirektor in Budapest sprach am Samstag noch von "lebensbedrohlich". Michael Schumacher reagiert geschockt.

Budapest - Felipe Massa hat seinen Unfall am Samstag in Budapest und die anschließende Operation an der linken Augenhöhle offenbar gut überstanden.

Im Laufe des Sonntages wollen die Ärzte den Brasilianer aus einem künstlichen Koma holen.

"Alle Anzeichen sind positiv", sagte Massas persönlicher Arzt Dino Altmann.

Altmann, der Kontakt zu seinen Kollegen in Budapest hatte, flog am Samstagabend zusammen mit Massas schwangerer Ehefrau Raffaela und dessen Eltern nach Europa. 132835(DIASHOW: Die Bilder des Qualifyings)

Nach Aussage von Altmann, der auch Rennarzt auf der Strecke in Sao Paulo ist, gebe es für Verletzungen dieser Art am Kopf eine Bewertungsskala von 3 bis 15, wobei 15 der beste Wert sei.

"Massa liegt bei 14, das ist ein sehr gutes Zeichen", meinte der Mediziner, der je nach Heilungsverlauf von einer Regenerationszeit zwischen zwei und sechs Wochen ausgeht.

Klinikdirektor: "Lebensbedrohlich"

Noch am Samstag wurde jedoch Peter Bazso, Klinikdirektor des AEK Militärkrankenhauses, in das Massa gebracht wurde, von der Nachrichtenagentur "Associated Press" mit den Worten zitiert: "Massa Zustand ist ernst und lebensbedrohlich. Allerdings auch stabil." (HINTERGRUND: Schwebt Massa in Lebensgefahr?)

Das nächste Rennen findet am 23. August in Valencia statt, eine Woche später wird in Spa gefahren.

Im Rennen am Sonntag (13.45 Uhr LIVE) bleibt Massas Platz leer. (DATENCENTER: Die Startaufstellung)

Schumacher-Comeback unwahrscheinlich

Gedankenspielen über ein Comeback von Rekordweltmeister und Ferrari-Berater Michael Schumacher als Ersatzfahrer erteilte dessen Manager Willi Weber gleich eine Absage. "Das habe ich schon am Samstagabend gehört. Aber das sind nur Spekulationen. Ich sehe das nicht so", sagte Weber am Sonntag in Budapest.

"Ferrari hat zwei super Ersatzfahrer im Team, die eigentlich nichts anderes tun, als darauf zu warten, sich ins Auto zu setzen, wenn es mal frei wird", sagte er.

Die Testfahrer der Scuderia haben beide schon Rennerfahrung in der Königsklasse gesammelt. Der Spanier Marc Gene (35) absolvierte zwischen 1999 und 2004 für Minardi und BMW-Williams insgesamt 36 Grands Prix. Der Italiener Luca Badoer (38) fuhr zwischen 1993 und 1999 für Lola, Minardi und Forti sogar 49 Rennen.

Schumi geschockt

"Nachdem ich am Sonntagmorgen gehört habe, dass offenbar alles unter Kontrolle ist, kann ich Felipe nur die Daumen drücken, dass er sich gut erholt", teilte Schumacher auf seiner Homepage mit.

"Ich war natürlich erstmal genauso geschockt wie alle anderen im Team auch, als ich die Bilder sah, und habe mich sofort und wiederholt nach Felipes Zustand erkundigt. Jetzt bleibt mir nur zu sagen: Gute Besserung, Felipe!"

Knochensplitter aus Augenhöhle entfernt

Bei der Operation am Samstagabend wurde dem 28-Jährigen nach Aussage seines Bruders Eduardo ein kleiner Knochensplitter am Augenhöhlenknochen entfernt.

Dazu hatte der Ferrari-Pilot eine Schnittwunde über dem Auge sowie eine Gehirnerschütterung erlitten.

800 Gramm schwere Stahlfeder

Massa war am Samstag im Qualifying zum Großen Preis von Ungarn von einer rund 800 Gramm schweren Stahlfeder aus einem Dämpferelement vom Auto seines Landsmanns Rubens Barrichello am Helm getroffen worden.(BERICHT: Horror-Crash von Massa - Pole für Alonso)

Der Vize-Weltmeister war kurzzeitig ohne Bewusstsein und fuhr mit Tempo 190 geradeaus in die mit Reifenstapeln gesicherte Streckenbegrenzung.

Die Fernsehbilder dokumentierten, wie ein Gegenstand gegen den Kopf des Piloten prallt und dieser kurz zurückschnellt.

Offenbar wurde Massa durch diesen harten Aufschlag bewusstlos, so dass er nicht mehr reagieren konnte.

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