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Saisonsieg Nummer eins: Lewis Hamilton und Freundin Nicole Scherzinger © getty

Für McLaren soll der Ungarn-Sieg nicht der letzte 2009 gewesen sein. Auch andere schöpfen aus dem neuen Kräfteverhältnis Hoffnung.

Von Julian Meißner

München - Es war fast wie in alten Zeiten.

Als Lewis Hamilton am Sonntag beim Großen Preis von Ungarn vor Kimi Räikkönen die Ziellinie überquerte, fühlte man sich unweigerlich an den WM-Wettstreit der letzten beiden Jahre zwischen McLaren-Mercedes und Ferrari erinnert.

Ein Silberner und ein Roter auf dem Podium, das hatte es zuletzt in Schanghai 2008 gegeben (BERICHT: Hamilton siegt vor Räikkönen).

Für Weltmeister Hamilton war der Überraschungscoup von Budapest sogar der erste Sprung aufs Treppchen in dieser Saison - und er hat ihm und seinem Team Lust auf mehr gemacht.

"Nun wollen wir noch weitere Rennen in diesem Jahr gewinnen", frohlockte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh .

Turbo-Start dank KERS

Hamilton lobte sein "fantastisches Auto" und kündigte an: "Wir werden weiterhin Druck machen und schauen, wie weit wir es in der Meisterschaft noch nach vorn schaffen können."

Schon im Training und in der Qualifikation hatte sich angedeutet, dass die Silberpfeile beim zehnten Saisonlauf bei der Musik dabei sein würden. Doch erst am Start des Rennens gelang Hamilton dann der vorentscheidende Satz nach vorne.

Sein KERS-getriebener MP4-24 mit der Nummer eins auf dem Chassis jagte von Platz vier auf zwei.

Haug bejubelt "Sensation"

Neben Ferrari ist McLaren das einzige Team, das das umstrittene Energierückgewinnungssystem noch zum Einsatz bringt. Gerade beim Start und bei Angriffen der Konkurrenz im laufenden Rennen bringen die 80 Extra-PS einen deutlichen Vorteil.

"Eine Sensation", jubelte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug: "Lewis war eine Klasse für sich - ein historischer Sieg, der erste mit KERS-Hybrid in der Formel 1. Die Silberpfeile fliegen wieder!" (Reaktionen zum Rennen)

Vettels Sorgen berechtigt

Sebastian Vettel, der schon vor dem Rennen seine Sorge bezüglich seiner unterlegenen Power geäußert hatte, war - wie bereits am Nürburgring vor zwei Wochen - am Start nahezu chancenlos (DATENCENTER: Das Rennergebnis).

Sein Red-Bull-Team war erst gar nicht auf dem KERS-Zug aufgesprungen, die FIA hatte diese Entscheidung den Rennställen freigestellt.

Aerodynamik-Update erfolgreich

Doch nicht nur der Turbo-Boost verschaffte den McLaren-Boliden einen Vorteil, auch die verbesserte Aerodynamik griff auf dem engen Hungaroring.

"Wir hatten die Pace, das Rennen zu kontrollieren und zu dominieren", erklärte Whitmarsh und kündigte an: "Der WM-Kampf ist spannend. Hoffentlich können wir dabei noch eine Rolle spielen, indem wir den einen oder anderen Sieg mitnehmen."

Hoffnung auch für BMW

Der Triumph der Silbernen machte sogar dem weiter in der Krise steckenden BMW-Sauber-Team neuen Mut.

Das Ergebnis sei "bemerkenswert, zumal McLaren in den ersten Rennen weit weg war", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen bei "Motorsport-Total.com".

Dies zeige, "wie schnell sich das Kräfteverhältnis ändern kann. Und das stimmt mich zuversichtlich, dass es auch für uns Möglichkeiten geben wird, wenn die kommenden Upgrades anschlagen."

WM nimmt Fahrt auf

Bei McLaren war dies der Fall. Und auch die eingangs erwähnte Scuderia Ferrari ist wieder deutlich näher an der Elite dran. Die einstigen Überflieger von Brawn GP dagegen erlebte den dritten Rückschlag in Folge, WM-Konkurrent Red Bull ein vergleichweise mäßiges Wochenende.

Für die Spannung im WM-Kampf war der Sieg Lewis Hamilton ins Ungarn also allemal gut. Und für das Ego des Champions sowieso - er strahlte bis über beide Ohren und ließ sich ausgiebig von seiner Popstar-Freundin Nicole Scherzinger herzen 132835(DIASHOW: Die Bilder des Rennens).

Fast wie in alten Zeiten.

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