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Sebastian Vettel bestreitet in Valencia sein 37. Formel-1-Rennen © getty

Mit leichtem Tank will Sebastian Vettel beim Start des Europa-GP Brawn entwischen und der silbernen Konkurrenz auf die Pelle rücken.

Von Julian Meißner

München - 32 Tausendstel trennten Sebastian Vettel und Jenson Button am Samstag in der Qualifikation zum elften Saisonrennen in Valencia (So. ab 13.45 Uhr LIVE).

Der Vorsprung in der Dimension eines Wimpernschlags hat zur Folge, dass Deutschlands WM-Hoffnung im "Sandwich" zwischen den zwei Brawn-Piloten in den Großen Preis von Europa startet (DATENCENTER: Die Startaufstellung) .

Die erste Reihe machten die McLaren-Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen in einer extrem engen Qualifikation unter sich aus, weshalb sich der Weltmeister zu einem Eigenlob hinreißen ließ: "Ich und Heikki haben einen fantastischen Job gemacht."

Vettel meinte: "Natürlich hätte ich lieber weiter vorne gestanden. Aber ich bin zufrieden, der vierte Platz war nach den Problemen am Morgen das Maximum für uns."

Nach einem Motorschaden im dritten Freien Training hatte das Triebwerk seines RB5 gewechselt werden müssen 142998(Bilder der Quali), Vettel verlor wichtige Zeit zur Abstimmung seines Renners.

Webber kündigt "höllischen Kampf" an

Vettels Teamkollege Mark Webber, der die Hafenrundfahrt in der drittgrößten Stadt Spaniens nur von Startplatz neun angeht, sprach von "einem der schlechtesten Qualifyings seit langer Zeit" für das Team. Er habe das Auto schneller erwartet.

Der Australier kündigte aber einen "höllischen Kampf" an. Webber liegt in der WM 4,5 Punkte vor Vettel und ist damit momentan schärfster Verfolger des Führenden Jenson Button.

McLaren-Piloten favorisiert

Vereint sind Red Bull und Brawn in der Jagd auf die McLaren-Silberpfeile.

Nimmt man das Debütrennen in den Straßen Valencias als Referenz, droht den ohnehin nur spärlich angereisten Fans eine einseitige Angelegenheit: 2008 waren Überholmanöver absolute Mangelware.

"Die Mercedes sind beim Start schwer zu schnappen", fürchtet Vettel, wohl wissend, dass das Energierückgewinnungssystem KERS den Silberpfeilen einen zusätzlichen Vorteil verschafft.

"Unser Ziel ist es, sie zu schlagen, aber es wird schwer", sagte Vettel, der möglicherweise bald auch auf den Turbo-Boost zurückgreifen kann.

Red Bull erwägt KERS-Einsatz

Nach einem Bericht des britischen Fachmagazins "Autosport" erwägt Red Bull schon für das Rennen im belgischen Spa am nächsten Wochenende den erstmaligen KERS-Einsatz.

Teamchef Christian Horner sagte dem Blatt: "Wir haben das System und evaluieren es ständig von Rennen zu Rennen." Nach dem Europa-GP werde man über einen möglichen Einsatz in Spa entscheiden.

Hamilton hatte in Budapest den ersten Sieg mit einem KERS-Boliden gefeiert.

Vettel muss zunächst darauf setzen, dass er mit weniger Benzin an Bord leichter als die beiden Brawn-Piloten unterwegs ist (Überblick: alle Tankmengen).

Schumi tröstet Badoer

Dass die Scuderia Ferrari das KERS momentan als einziges Team neben McLaren zum Einsatz bringt, hilft Luca Badoer nicht aus seiner Misere.

Der Ersatz für den verunglückten Felipe Massa wurde in der Qualifikation hoffnungslos unterlegen Letzter.

Trost bekam der 38-jährige Italiener von Rekordweltmeister Michael Schumacher, der eigentlich am Steuer des F60 hätte sitzen sollen und nun in Valencia als Berater fungiert: "Es war von Anfang an klar, dass von Luca an diesem Wochenende nicht viel zu erwarten war."

Badoer bittet um Geduld

Badoer war eineinhalb Sekunden langsamer als der Vorletzte. Jaime Alguersuari, jüngster Formel-1-Fahrer aller Zeiten, bestreitet im Toro Rosso seinen zweiten GP.

"Ich bin es leid, immer wieder das Gleiche zu wiederholen, aber es ist zehn Monate her, dass ich ein Formel-1-Auto gefahren bin", sagte Badoer: "Ich bitte um Geduld, denn ich bin kein Roboter oder Superman. Ich bin ein Mensch und brauche Zeit, um schnell zu fahren."

Rosberg fürchtet KERS

Von den Deutschen hat neben Vettel Williams-Pilot Nico Rosberg von Startplatz sieben die besten Chancen.

Der Wiesbadener sagte: "Es hätte gar keinen Sinn gemacht, die KERS-Autos hinter mir zu lassen, da sie mich sowieso beim Start überholen würden."

Rosbergs Plan: "Ich ziehe es vor, sie mit mehr Benzin an Bord dann im Rennen zu überholen."

Heidfeld enttäuscht - Glock begehrt

Nick Heidfeld vom scheidenden BMW-Sauber-Team zeigte sich zerknirscht, da er bereits zum sechsten Mal in dieser Saison als Elfter nur knapp Q3 verpasste.

"Es fehlen Bruchteile von Zehntelsekunden. Das ist natürlich etwas enttäuschend, bedeutet aber auch, dass wir die Spritmenge für das Rennen frei wählen können", sagte er und kündigte an: "Alle im Team wollen eine gute Leistung zeigen, um sich für die Zukunft zu empfehlen."

Timo Glock, der wohl auch 2010 für Toyota starten wird, geht als 13. einen Platz hinter dem überzeugenden Force-India-Pilot Adrian Sutil ins Rennen.

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