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Giancarlo Fisichella hat noch keinen WM-Punkt auf dem Konto © getty

Pole Setter Fisichella will den Sieg beim Belgien-GP. Hinter ihm mischen sich Regenhoffnungen und schlimmste Befürchtungen.

Von Julian Meißner

München - Der Mythos Spa (Rennen, So. 13.45 Uhr LIVE) macht ernste Anstalten, auch 2009 wieder eine ganz besondere Geschichte zu schreiben.

Die Formel 1 erlebte bereits am Samstag mit der Pole Position von Force-India-Pilot Giancarlo Fisichella die bislang größte Qualifying-Überraschung der Saison.

Der 36-jährige Römer schaffte es bei seinem Coup zum ersten Mal in diesem Jahr überhaupt unter die Top Ten und drängte die Protagonisten im WM-Kampf um Jenson Button und Sebastian Vettel in den Hintergrund.

"Ein Traum", jubelte "Fisico" nach seinem Husarenstreich: "Jetzt will ich nicht nur Punkte, ich will mehr. Wir sind so weit gekommen, nun müssen wir den Job zu Ende bringen."

Barrichello bestplatzierter WM-Kandidat

Dabei hatte der Samstag für den Italiener, der vermehrt mit Ferrari in Verbindung gebracht wird, nicht gerade angenehm begonnen: Er überfuhr einen Hasen.

"Meine Mechaniker meinten aber nur, das bringt in England Glück - das hat ja dann gestimmt", sagte Fisichella, der sich die vierte Pole Position seiner Karriere allerdings mit einem leichten Auto erkaufte 145673(DIASHOW: Bilder der Quali).

Hinter ihm versprechen Jarno Trulli (Toyota) auf Rang zwei und Nick Heidfeld auf drei weitere Würze im Kampf um den Sieg beim zwölften Rennen der Saison. Erst auf Rang vier steht mit Valencia-Sieger Rubens Barrichello (Brawn GP) einer der WM-Kandidaten (DATENCENTER: Die Startaufstellung).

Heidfeld erleichtert

Gerade aus Heidfelds Miene sprach nach den schwierigen Wochen in Folge des angekündigten Ausstiegs seines Arbeitgebers BMW pure Erleichterung: "Ich hoffe, dass dieses Resultat dem Team hilft, zu überleben. Es zeigt auch, dass wir den Kopf nicht in den Sand stecken", sagte er (Heidfeld im Sport1.de-Interview).

Ohnehin ist Spa für den Mönchengladbacher ein gutes Pflaster. Im vergangenen Jahr war er mit einer sensationellen letzten Runde im belgischen Regen auf Platz zwei gerast.

Ähnliche Bedingungen würden "Quick Nick" auch 2009 wieder in die Karten spielen. "Ich hätte nichts gegen ein Regenrennen", sagte er.

Vettel mit Fehler in Q3

Vettel dagegen hat nach zwei Ausfällen in Folge mit Startplatz acht eine schwierige Ausgangsposition.

"Ich hatte schon gehofft, dass ich weiter vorne stehe. Platz acht ist etwas herb - da steht man mittendrin. Das war heute eher suboptimal", sagte Vettel, der einen ziemlich zerknirschten Eindruck machte. Auch, weil er einen eigenen Fehler auf der dritten Runde einräumen musste.

Webber schwerer unterwegs

Trost für den Heppenheimer dürfte sein, dass Button mit Rang 14 noch deutlich schlechter platziert ist und Barrichello mit nur knapp 40 Kilogramm Sprit an Bord früh an die Box muss.

Vettel Teamkollege Mark Webber sitzt ihm zwar im Nacken, doch auch der Australier hat in Sachen Sprit einen Nachteil (Die Tankmengen im Überblick).

Button befürchtet das Schlimmste

Für Button stellt Position 14 die schlechteste Qualifikation der Saison dar. Der Brite befürchtete deshalb das Schlimmste: "Es wäre ein ziemliches Desaster, keine Punkte zu holen."

Noch hat Button 16 Zähler Vorsprung auf Barrichello. Doch die Liste der Kandidaten, die dem Spitzenreiter das Leben im Rennen von Spa schwer machen wollen, ist ziemlich lang.

"Iceman" in Schlagdistanz

Dazu gehört auch Kimi Räikkönen, der auf der Ardennen-Achterbahn schon traditionell eine gute Figur macht und auf Startposition sechs den KERS-Turbo als Joker in der Hinterhand hat.

Luca Badoer im zweiten Ferrari dürfte in anderer Form als Hindernis auf sich aufmerksam machen.

Der Italiener fuhr am Samstag erneut nur hinterher, landete am Ende von Q1 im Kiesbett und geht als Letzter ins Rennen.

McLaren fällt zurück

Auf dem Boden der Tatsachen fanden sich auch die McLaren-Mercedes-Piloten Lewis Hamilton (Startplatz 12) und Heikki Kovalainen (15) wieder. Der Aufwärtstrend der Silberpfeile scheint zunächst gestoppt.

Mercedes-Sportchef Norbert Haug hofft: "Im Rennen können wir besser aussehen."

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