Formel-1-Experte Jacques Schulz erwartet in Monza ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Das Power-Ranking zum Italien-Grand-Prix.

Hallo Formel-1-Fans,

nach Spa steht uns mit Monza direkt der nächste Klassiker ins Haus. Durch den Wegfall von Montreal und San Marino ist der Traditionskurs in der Lombardei einzigartig in der Formel 1 - es erwartet uns eine echte Highspeed-Schlacht!

Eines vorab: Angesichts der Leistungsdichte und der speziellen Merkmale des Streckenlayouts ist es dieses Mal extrem schwer, die Kräfteverhältnisse einzuschätzen. Wer hatte denn vor Spa schon Force India auf der Rechnung?

Die Sektoren eins und drei aus Belgien geben uns aber Anhaltspunkte über das Kräfteverhältnis beim Italien-Grand-Prix. Eine große Rolle spielt hier die Mechanik der Autos.

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Ich erwarte für Monza einen Dreikampf an der Spitze: McLaren-Mercedes hat neben der Motorpower eine weitere Trumpfkarte im Ärmel: KERS. Renault baut das Energierückgewinnungssystem nicht ohne Grund gerade jetzt wieder ein. Auch das Fehlen von schnellen Kurven - mit der Parabolica als Ausnahme - kommt den Silbernen entgegen.

Generell ergibt sich mit KERS an Bord die Schwierigkeit, dem Auto die richtige Balance zu verschaffen, damit es in den Kurven funktioniert. Doch in Monza fährt man die meiste Zeit geradeaus und an vier Stellen über 300 Stundenkilometer schnell. Das Thema Balance kann man hier deshalb etwas vernachlässigen.

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Was die Mechanik betrifft: Beim Fliegen über die Randsteine und der dann folgenden Traktion, wenn das Auto wieder aufsetzt und beschleunigen muss, hat Brawn einen Vorteil gegenüber Red Bull. Ich erwarte Brawn sehr stark, wenn sie mit flachen Flügeln den entsprechenden Top-Speed hinbekommen. Gepaart mit der guten Mechanik des BGP001 macht sie das zum Mitfavoriten.

Red Bull hatte schon in Spa in den angesprochenen Sektoren nicht den nötigen Top-Speed. Darum haben sie dort ihr Auto auch wieder auf die schmalere Nase zurückgerüstet, das ist schon ein Zeichen. Und Brawn hat mit dem Mercedes-Motor einen weiteren Vorteil. Denn Power ist alles in Monza!

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Auch auf Platz vier sehe ich eine Überraschung: Ferrari wird sich mit Force India herumschlagen müssen. Die Helden von Spa werden erneut eine gute Rolle spielen. Sie haben Mercedes-Power, den besten Speed des gesamten Feldes und befinden sich in einem allgemeinen Aufwärtstrend. Adrian Sutil sollte den nun genau so umsetzen, wie das Giancarlo Fisichella getan hat. Für Ferrari sprechen KERS und der Fahrer-Faktor: Die Scuderia hat beim Heimspiel mit Fisichella wieder einen Piloten, der mit Kimi Räikkönen auf Augenhöhe fahren kann.

Das Duell der beiden Teams hinter der Spitzengruppe wird letztlich dadurch entschieden, wer das Auto besser über die Randsteine bringt.

Dahinter könnte Renault mit KERS für eine Überraschung sorgen, oder BMW-Sauber, die sich in Spa klar gesteigert haben. Williams ist unter den Verfolgern nur Außenseiter - weil ihnen einfach der Top-Speed fehlt.

Zum Abschluss noch ein Wort zum Titelkampf: Monza hat richtungsweisenden Charakter für den weiteren Verlauf der Weltmeisterschaft. Nach Italien als letztem Grand Prix auf europäischem Boden geht es dann zur WM-Entscheidung nach Übersee. Doch zuerst freuen wir uns auf die Italien-Festspiele!

Keep Racing,

Ihr Jacques Schulz

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