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Da hatten sie noch zu lachen: Max Mosley, Flavio Briatore und Bernie Ecclestone (v. l. n. r.) in Monaco © getty

Max Mosley rechtfertigt das FIA-Urteil, Bernie Ecclestone bereut es, und Flavio Briatore will kämpfen. Die Splitter zu Crashgate.

Singapur - Vor dem zweiten Nachtrennen in Singapur hallt der Renault-Skandal weiterhin sehr laut nach.

Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone bereut es inzwischen Renaults Ex-Teamchef Flavio Briatore lebenslang aus der Köngisklasse verbannt zu haben. FIA-Präsident Max Mosley, rechtfertigt das milde Urteil des Weltrats, der hart bestrafte Briatore selbst will eines Tages feiern, und der Weltmeister glaubt an das Comeback eines Hauptbeteiligten.

Die Splitter vor dem Singapur-Grand-Prix:

Ecclestone bereut hartes Crashgate-Urteil

Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone findet den lebenslangen Ausschluss des ehemaligen Renault-Teamchefs Flavio Briatore zu hart.

"Es war zu viel, definitiv zu viel", sagte der 78 Jahre alte Brite zu "Autosport.com".

Ecclestone war allerdings selbst als eines der 26 Mitglieder des World Motor Sport Council der FIA an der Strafe gegen den Italiener beteiligt. "Also bin ich dafür genauso verantwortlich wie jeder andere", räumte er ein: "Aber im Nachhinein glaube ich nicht, dass das nötig war."

Nach Meinung des Briten habe Briatore allerdings durch sein Verhalten in der Affäre selbst zu diesem harten Strafmaß beigetragen.

"Ich bin ein Freund von Flavio. Er hat die ganze Angelegenheit sehr schlecht gehandhabt", meinte Ecclestone: "Wenn er sich komplett anders verhalten hätte, dann hätte man ihm gesagt: 'Du bist ein böser Junge.' Und damit wäre die Sache beendet gewesen."

Alonso: Sieg gehört mir

Für den zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso gibt es nach wie vor nur einen wahren Sieger des Skandal-Rennens von Singapur 2008: ihn selbst. "Ich betrachte das als Sieg, ja", sagte der Spanier vor dem diesjährigen Grand Prix in Singapur.

Für ihn sei es bei dem Unfall nur um die Frage gegangen, wie er das Rennen gewinnen könne. Den Einfluss des fingierten Unfalls seines Teamkollegen Nelson Piquet junior sieht er als praktisch nicht vorhanden an: "Der Crash war in einer sehr frühen Phase des Rennens, es war noch eine Menge Zeit zu fahren. Mein Auto lief gut und wir haben keine Fehler gemacht."

Einen Tag vorher hatte Williams-Pilot Nico Rosberg, 2008 Zweiter, den Sieg für sich reklamiert.

FIA fürchtete Renault-Ausstieg

Der Automobil-Weltverband FIA fürchtete nach dem Unfall-Skandal von Singapur im Falle einer hohen Geldstrafe den Ausstieg von Renault aus der Formel 1.

"Das konnte man nicht ausschließen. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann hat Renault ein paar Milliarden Euro von der Regierung erhalten, also Steuergelder. Es wäre für sie sehr schwierig geworden, wenn wir einen Teil davon genommen hätten", sagte FIA-Präsident Max Mosley in einem Interview mit der "FAZ".

Am Montag hatte das World Motor Sport Council der FIA in Paris auf eine Geldstrafe verzichtet und Renault lediglich für zwei Jahre auf Bewährung gesperrt.

Briatore: "Wunderschöne Party"

Der ehemalige Renault-Teamchef Flavio Briatore will gegen seinen lebenslangen Formel-1-Ausschluss kämpfen und seine Unschuld im Unfall-Skandal von Singapur beweisen.

"Am Ende werde ich siegen und danach eine wunderschöne Party organisieren. Ich werde all jene Personen einladen, die mir in dieser schwierigen Zeit nahe sind", wurde Briatore von der italienischen Tageszeitung "La Repubblica" zitiert.

Nähere Details wollte der Italiener aber noch nicht verraten.

"Ich will absolut nichts sagen. Ich werde nur im richtigen Moment sprechen, vorausgesetzt, dass man mir noch die Möglichkeit dazu gibt", sagte der 59 Jahre alte Lebemann: "Man braucht nur das FIA-Urteil ansehen. Es spricht nicht von mir."

Hamilton glaubt an Piquet

Weltmeister Lewis Hamilton glaubt an ein Comeback von Nelson Piquet junior in der Königsklasse trotz dessen Verwicklung in den Unfall-Skandal von Singapur 2008.

"Er ist ein guter Fahrer und hatte bislang eine gute Karriere. Also wer weiß? Es wird sicher in der Zukunft für ihn Möglichkeiten geben", sagte der Brite vor der Rückkehr der Formel 1 nach Singapur.

Der Brasilianer, der seinen Renault-Boliden auf Anweisung absichtlich an die Wand gesetzt hatte, ging als Kronzeuge gegen Ex-Teamchef Flavio Briatore und Chefingenieur Pat Symonds straffrei aus.

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