Sebastian Vettel ist zurück im Titelkampf. Das verdankt er nur zur Hälfte eigener Stärke. Den Rest tragen schwache Gegner bei.

Sebastian Vettel ist zurück im Titelkampf. Die WM ist für den deutschen Red-Bull-Piloten zwei Grands Prix vor Schluss noch nicht verloren.

Noch vor einer Woche hätte als unverbesserlicher Optimist gegolten, wer solches behauptet.

Beim Nachtrennen in Singapur gab der junge Deutsche keine gute Figur ab.

Er brach das Tempolimit in der Boxengasse um eine Winzigkeit und wurde dafür bestraft. Ob zu Recht oder zu Unrecht, darüber kann man streiten. Es blieb der Eindruck: Vettel wird in diesem Jahr nicht Weltmeister - zu ungestüm er selbst, zu fehleranfällig sein Team. Das wird nichts mehr.

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Nur sieben Tage später bietet sich ein völlig anderes Bild. Der Deutsche meldet sich als souveräner Japan-Sieger zurück. Und man hat das Gefühl: Das wird noch was.

Um der Wahrheit willen: Vettel selbst war nie so wankelmütig. Er hat sich nie aufgegeben und wird dies auch bis zur letzten Runde nicht tun.

Als Fahrer, der den Titel will, darf er das auch nicht. Sonst wäre er fehl am Platz.

Doch wahr ist auch: Vettel hat sein Blitz-Comeback nur zur Hälfte eigener Stärke zu verdanken. Den Rest verdankt er dem sonderbaren Siechtum seiner beiden Konkurrenten im Brawn-Boliden.

In erster Linie der WM-Leader Jenson Button gibt im Team der Briten seit Monaten ein jämmerliches Bild ab.

Den letzten seiner bisher sechs Saisonsiege fuhr der Brite beim Grand Prix in der Türkei ein, das war Anfang Juni.

Danach ging es abwärts.

Seither verwaltet Button seinen Vorsprung in einer Art und Weise, die eines Weltmeisters nicht würdig ist.

Sechste, siebte und achte Plätze zeugen nicht von Titelreife.

Können sie nicht? Wollen sie nicht? Vermutlich wird man erst nach der WM erfahren, woran es liegt, dass das Überraschungsteam der Saison seinen Ruf so leichtfertig auf Spiel setzt.

Im Moment steht eines fest: Es ist ein gefährlicher Verwaltungsakt, den sich das Team leistet. Er könnte für die Engländer böse enden.

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