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Sebastian Vettel wird in Sao Paulo seinen 42. Grand Prix bestreiten © getty

Sebastian Vettel macht sich für den Endspurt in Sao Paulo Mut: "Ich kann nur gewinnen." Der Hesse stichelt gegen Jenson Button.

Sao Paulo - Auf dem Podium bei der Pressekonferenz saß Sebastian Vettel am Donnerstag noch in der zweiten Reihe hinter seinen Titelrivalen Jenson Button und Rubens Barrichello.

Im Rennen am Sonntag (Quali., Sa., 18.45 Uhr LIVE) will er die beiden aber wieder weit hinter sich lassen und nach einer langen Aufholjagd mit einigen Rückschlägen genau im richtigen Moment eine Premiere feiern.

Wenn der 22 Jahre alte Heppenheimer es schafft, beim Großen Preis von Brasilien in Sao Paulo den Rückstand auf WM-Spitzenreiter Button erstmals in dieser Saison auf weniger als zehn Punkte zu drücken, hat er sein erstes großes Ziel erreicht: Ein echtes Finale am 1. November in Abu Dhabi (DATENCENTER: Der WM-Stand).

"Ich kann nur gewinnen"

"Unsere Marschroute ist klar: Wir müssen die beiden letzten Rennen gewinnen, alles andere liegt nicht in unserer Hand", sagte Vettel vor dem 16. von 17 WM-Läufen und versprach "maximale Attacke".

"Ich kann nur gewinnen. Ich muss Druck machen und hoffen, dass die anderen patzen. Wir sind auf einer Erfolgswelle. Singapur hätte vom Ergebnis her noch besser sein können, Japan war fantastisch. Daher freue ich mich auf die letzten zwei Rennen", meinte Vettel am Donnerstag in Sao Paulo.

Räikkönen als Vorbild

Die 16 Punkte Rückstand auf Brawn-Pilot Button schrecken den Hessen nicht.

Schließlich habe Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen "vor zwei Jahren gezeigt, was möglich ist. Wir kämpfen bis zum Schluss", sagte Vettel mit Blick auf den Finnen, der 2007 trotz 17 Punkten Rückstand vor den letzten beiden Rennen noch Weltmeister wurde.

So nah dran wie lange nicht

Nach dem eindrucksvollen Start-Ziel-Sieg von Suzuka ist Vettel schließlich so nah an Button dran wie seit fast einem halben Jahr nicht mehr.

Nach dem vierten Saisonrennen in Bahrain, bei dem Vettel hinter Button Zweiter war, betrug der Abstand 13 Punkte.

Näher dran an dem Briten war der Red-Bull-Pilot nur nach dem Saisonauftakt in Melbourne (10 Punkte), als er den möglichen zweiten Platz hinter Button kurz vor Schluss durch einen Unfall mit BMW-Pilot Robert Kubica verlor, und nach seinem ersten Saisonsieg beim dritten Lauf in Schanghai (11 Punkte).

Durststrecke bei Button

Dagegen war Button nach dem siebten Rennen, als er in der Türkei seinen sechsten und bislang letzten Sieg holte, sogar 32 Punkte enteilt.

Alle Welt fragte sich damals schon nicht mehr, ob der Engländer Weltmeister wird, sondern nur noch, wann.

Doch dann begann die Durststrecke des 29-Jährigen, der in den folgenden acht Rennen 16 Punkte auf Verfolger Vettel einbüßte.

Internes Duell bei Brawn

"Jenson schwächelt ein wenig, vielleicht ist das unsere Chance", sagte Vettel, der zudem einen Vorteil daraus ziehen könnte, dass Button auch noch gegen seinen eigenen Teamkollegen Rubens Barrichello kämpfen muss.

Der Brasilianer, der im Gegensatz zu Button in den letzten Wochen zwei Rennen gewann, liegt vor seinem Heimspiel mit 14 Zählern Rückstand noch vor Vettel auf dem zweiten Platz der Gesamtwertung.

"Hier in Rubens Hinterhof zu fahren, ist kein Problem, weil wir uns gut verstehen. Er hat mich in Silverstone geschlagen, ich hoffe, ich kann das hier mit ihm auch schaffen", sagte Button.

Dritter Platz reicht

Mit einem dritten Platz in Sao Paulo würde der Brite alle Rechenspiele beenden und sich erstmals in seiner Karriere zum Weltmeister krönen - unabhängig von den Resultaten seiner Rivalen Barrichello und Vettel (RECHENSPIELE: So wird Vettel Champion).

In solchen Regionen bewegte er sich zuletzt aber nur bei seinem zweiten Rang in Monza.

"Das Problem in den letzten Rennen war eher der Startplatz, im Rennen war das Tempo gut", meinte Button.

Bedingungen sprechen für Vettel

Allerdings könnte es in Sao Paulo bei angesagtem Regenwetter mit lediglich 20 Grad ungewöhnlich kühl sein - Bedingungen, die Buttons Brawn-Boliden nicht unbedingt liegen, Vettel aber schon.

Schließlich gewann er das Regenrennen in Schanghai und war bei kühleren Verhältnissen in Silverstone, auf dem Nürburgring und in Spa deutlich besser unterwegs als Button und Barrichello.

"Das Wetter ist schon komisch hier", räumte Button ein, und Barrichello fügte hinzu: "Wenn es trocken bleibt, könnte es vielleicht für uns ein bisschen besser aussehen, bei Regen eher für Red Bull."

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