Jenson Button ist trotz aller Diskussionen verdient Weltmeister. Sebastian Vettel muss die Lehren aus seinen Fehlern ziehen.

Jenson Button heißt der neue Weltmeister, und die Frage, ob der Brite die Glückwünsche zum Titelgewinn nun zu Recht oder doch unverdienter Weise entgegen nimmt, wird die Fans der schnellen Sportart noch eine Weile beschäftigen.

Jede Partei hat gute Argumente auf ihrer Seite. Die einen können Button vorwerfen, er habe seinen eindrucksvollen Punktevorsprung ab Juni nur noch wenig weltmeisterlich verwaltet und den Titel letztlich zu einem guten Teil den Fehlern seiner Widersacher Rubens Barrichello und Sebastian Vettel zu verdanken.

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Die anderen werden auf den furiosen Start des Brawn-Piloten ins Formel-1-Jahr verweisen. Sechs Siege in sieben Rennen, so etwas hat zuletzt nur Michael Schumacher geschafft, und der ist wahrlich über jeden Zweifel erhaben. Anschließend - so können Buttons Anhänger argumentieren - habe der neue Weltmeister klug taktiert, ist nie mehr Risiko gegangen als nötig. Auch Cleverness macht Champions.

Ein Argument ist aber letztlich nicht zu widerlegen, egal wie man es auch dreht und wendet: Jenson Button ist Weltmeister, weil er die meisten WM-Punkte auf der Haben-Seite angesammelt hat. Also ist er nach den Regeln des Sports auch der verdiente Sieger.

Und Sebastian Vettel? Der 22 Jahre alte Deutsche hat alles für seinen ersten Weltmeister-Titel getan, hat gekämpft bis zum Schluss, ist hingefallen, wieder aufgestanden und hat wirklich niemals aufgegeben.

Es war großer Sport, den der noch so junge Pilot in dieser Saison gezeigt hat. Warum er gegen Button und das Formel-1-Superhirn Ross Brawn letztlich den Kürzeren zog, das hatte der Red-Bull-Pilot selbst im bitteren Moment seiner Niederlage nicht vergessen: Zu viele Fehler. Es ist eine simple Regel in der bis auf die letzte Schraube ausgereizte Hightech-Sportart Formel 1: Wer so oft patzt wie Vettel und sein Team in diesem Jahr, hat meist einen Besseren vor sich.

Doch wer den tief enttäuschten Deutschen nach seinem WM-K.o. in Interlagos gesehen hat, ahnt, was kommen wird: Der hochtalentierte Vettel wird die Niederlage nicht auf sich sitzen lassen, sondern noch härter, noch besessener und noch ehrgeiziger für die nächste Titelchance arbeiten.

Er wird sie bekommen. Und dann werden Vettel und sein Team hoffentlich entschlossener zupacken als in diesem Jahr.

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