Die Formel-1-Saison 2009 war ziemlich turbulent und selten langweilig. Für Aufregung sorgten dabei nicht immer die Rennfahrer.

Das war's. Die Saison 2009 ist seit wenigen Stunden Geschichte, und man fragt sich: Was war?

Viel war, lautet die Antwort, ziemlich viel sogar.

Sportlich betrachtet war es ein kurioser Saisonverlauf, der in der zweiten Jahreshälfte in ein merkwürdiges Schneckenrennen zwischen Brawn-Pilot Jenson Button und seinem deutschen Widersacher Sebastian Vettel mündete.

Der eine wollte zwar, aber leistete sich auf dem Weg zum möglichen Titel zu viele Fehler. Weshalb sich Vettel und sein Red-Bull-Team, wenn man so will, den Vorwurf gefallen lassen müssen, nicht entschlossen genug zugepackt zu haben.

Die Chance, sie war allemal da. Jenson Button wollte nach seinem letzten Sieg im Juni in der Türkei vielleicht auch noch, nur konnte er nicht mehr so recht nach seinen sechs strahlenden Doppeldiffusor-Siegen zu Jahresbeginn. Am Ende zitterte er sich mehr schlecht als recht zum Titelgewinn.

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Dass man 2009 dennoch als ziemlich turbulent und selten langweilig in Erinnerung behalten wird, liegt also nur zum Teil (wie groß dieser ist, darüber lässt sich streiten) an den Helden der Rennbahn.

Häufiger ging es abseits der Asphaltpiste wesentlich kurzweiliger zu - in Hotels, Konferenzräumen und auf Luxusyachten.Es wurde viel gestritten 2009. Wohl selten in ihrer Geschichte hat die Königsklasse so hartnäckig daran gearbeitet, ihren Ruf zu ramponieren.

Seit diesem Jahr weiß die Welt zum Beispiel, was ein Doppel-Diffusor ist. Es folgte die Lügen-Affäre um Weltmeister Lewis Hamilton.

Auf die Katastrophe steuerte die PS-Liga beim Machtgezerre zwischen dem infernalischen Duo Ecclestone/Mosley und den Rennställen zu. Am Ende blieb es bei einer Beinahe-Katastrophe.

Die eigene Marginalisierung verhinderten die Verantwortlichen erst in letzter Sekunde, als die Gegenserie zur Formel 1 schon einen eigenen Rennkalender hatte und New Formula hieß.

Doch nicht genug. Die Branche produzierte gleich zwei Mal die Sportmeldung des Jahres. Erst, als das Comeback von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher für seinen verletzten Ferrari-Kollegen Felipe Massa angekündigt wurde.

Dann, als die Rückkehr wegen einer Nackenverletzung des Deutschen schließlich wieder abgesagt werden musste.

Dem Spott über den Schumi-Flop folgte das Entsetzen über "Crashgate". Die Renault-Affäre über den befohlenen Piquet-Unfall 2008 in Singapur führte dem staunenden Publikum vor, wie schmutzig es in der höchsten Klasse des Motorsports bisweilen zugeht.

War was? Sämtliche Affären und Skandale dieser Saison haben die Formel 1 nicht in die Knie gezwungen. Das ist einigermaßen erstaunlich.

Dennoch wünscht man sich für nächstes Jahr gerne etwas weniger Aufregung abseits der Rennpisten. Schließlich weiß niemand, wie viel Formel Skandal die Formel 1 auf Dauer verkraften kann.

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