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Michael Schumacher geht am Sonntag in seinen 251. Grand Prix © imago

In Bahrain tritt der deutsche Rekord-Weltmeister gegen seine Nachfolger an. Der WM-Kampf ist 2010 offen wie nie zuvor.

München - Vier Weltmeister, sechs deutsche Fahrer, acht Titelkandidaten - doch das absolute Highlight beim Start ins siebte Jahrzehnt der Formel 1 ist die Rückkehr des siebenmaligen Champions Michael Schumacher. 210491(DIASHOW: Schumis Fahrplan)

Nach 1239 Tagen Pause steigt der erfolgreichste Formel-1-Pilot aller Zeiten beim Großen Preis von Bahrain am Sonntag für sein 251. Rennen wieder ins Cockpit und rückt mit einem der größten Comebacks der Sportgeschichte die Königsklasse weltweit in den Mittelpunkt. (DATENCENTER: Die Saison 2010 im Überblick)

"Meine Batterien sind wieder voll aufgeladen", sagte der 41-Jährige nach seiner dreijährigen Pause und setzt sich im festen Glauben an seine alte Stärke selbstverständlich den Titel zum Ziel.

"Dafür trete ich an, und ich bin überzeugt, dass wir in diesem Kampf ein Wort mitreden können", sagte er und freut sich auf den Kampf mit der nächsten und der übernächsten Generation. (Lauda im Sport1.de-Interview: "Alle wollen Michael um die Ohren fahren")

Egal, ob Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg, Vize-Weltmeister Sebastian Vettel, das McLaren-Duo aus Titelverteidiger Jenson Button und dessen Vorgänger Lewis Hamilton oder der zweimalige Champion Fernando Alonso und Felipe Massa bei Ferrari - für alle wird Schumacher die Messlatte sein. (Schumi: "Wie ein Kind vor Weihnachten")

25 Prozent glauben an Schumacher

25 Prozent der Deutschen trauen Schumacher laut einer Forsa-Umfrage zu, wieder den Titel zu holen. Damit liegt Schumacher knapp vor Vettel (21), aber deutlich vor Alonso (7) und Hamilton (6).

"Ob wir den Titel dann holen, ist eine andere Frage, wie immer im Sport. Aber unser gesamtes Team freut sich auf diese Herausforderung. Jeder ist extrem motiviert, genau wie ich", sagte Schumacher. (Schumi? "Er ist das Maß aller Dinge")

"Wenn er ein überlegenes Auto hat, kann er es schaffen", sagt Red-Bull-Pilot Vettel über Schumachers Chancen, direkt bei seiner Rückkehr gleich wieder die Nummer eins zu werden.

Dieses Ziel hat sich aber auch der 22-Jährige aus Heppenheim gesetzt: "Ich will mich um einen Platz verbessern." (Schumis Warnruf: Keine frühen Siege)

"Deutsche Formel-1-Nationalmannschaft"

In den elitären Zirkel der deutschen GP-Sieger, dem bislang neben Michael Schumacher (91 Siege) und Vettel (5) nur Ralf Schumacher (6), Heinz-Harald Frentzen (3), Wolfgang Graf Berghe von Trips (2) und Jochen Mass (1) angehören, will auch Rosberg aufsteigen.

Gemeinsam mit Schumacher bildet der 24-Jährige bei Mercedes die "deutsche Formel-1-Nationalmannschaft" (Daimler-Chef Dieter Zetsche), das erste Silberpfeil-Werksteam seit 55 Jahren. 180745(DIASHOW: Teams und Fahrer 2010)

Weniger hohe Ambitionen verfolgen Timo Glock, der sich bei Virgin, neben Lotus und Hispania einem von drei neuen Teams, einer komplett neuen Herausforderung stellt, Adrian Sutil bei Force India und Neuling Nico Hülkenberg bei Williams, die beide regelmäßig in die Punkteränge fahren wollen.

Sechs deutsche Piloten gab es in bislang 60 Jahren Formel 1 noch nie, damit stellen sie ein Viertel des insgesamt 24-köpfigen Fahrerfeldes.

Ursprünglich hätten sogar 26 Autos am Start stehen sollen, doch das USF1-Team aus Amerika kapitulierte eineinhalb Wochen vor Saisonbeginn und gab den Wettlauf gegen die Zeit auf.

Hispania ohne Testkilometer

Dagegen hat Hispania offenbar in letzter Sekunde noch die Kurve bekommen.

Nach der Übernahme des zunächst unter dem Namen Campos gegründeten Rennstalls durch den spanischen Geschäftsmann Jose Ramon Carabante hat der Ingolstädter Colin Kolles als neuer Teamchef in kürzester Zeit doch noch ein Team aus dem Boden gestampft, das in der vorigen Woche in Murcia präsentiert wurde und ohne einen einzigen Testkilometer in Bahrain antreten wird.

Renault, das die Mehrheit seines Rennstalls an die Firma Genii des Luxemburger Finanz-Investors Gerard Lopez verkauft hat, bringt unterdessen in Witali Petrow den ersten russischen Fahrer in die Königsklasse.

Neu im Kalender ist das Rennen in Südkorea, wo am 24. Oktober auf einer vom Aachener Architekten Hermann Tilke entworfenen Strecke gefahren wird.

160 Kilo Gewichtsdifferenz

Wichtigste neue Regel ist das Verbot des Nachtankens. Daher haben alle Boliden größere Tanks, wodurch die Gewichtsdifferenz zwischen dem Start und der Zieldurchfahrt mehr als 160 Kilogramm betragen kann.

Die Leistungsfähigkeit der Autos könnte während eines Rennens stark schwanken, was die Teams auch in den Testfahrten fleißig simulierten.

Unangenehmer Nebeneffekt für die Fans, aber auch für die Teams: Nach den nur 15 Testtagen ist es noch schwieriger als früher, einen klaren Favoriten zu benennen.

Nach Einschätzung fast aller Fahrer liegen Ferrari, McLaren, Mercedes und Red Bull aber sehr dicht zusammen - womit es gleich acht WM-Kandidaten geben würde.

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