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Fernando feiert seinen ersten Sieg für seinen neuen Arbeitgeber © getty

Sebastian Vettel hat im Bahrain-GP viel Pech. Alonso und Massa profitieren davon. Schumi schlägt sich beim Comeback achtbar.

Manama - Pechvogel Sebastian Vettel kostet ein Motoren-Problem den möglichen Sieg, Rückkehrer Michael Schumacher kommt bei seinem ersten Start nach 1239 Tagen auf den sechsten Platz (SERVICE: Das Rennergebnis).

Dagegen feierte Ferrari durch Neuzugang Fernando Alonso und Felipe Massa eine Wiederauferstehung (213022Bilder) und holte den ersten roten Doppelsieg seit dem 22. Juni 2008 in Magny-Cours.

"Ich habe Spaß gehabt, alles hat bestens funktioniert", sagte Schumacher und ließ sich vom Ergebnis nicht entmutigen: "Ich habe schon früher zu Saisonbeginn so große Rückstände gehabt. Ich weiß aus Erfahrung, dass das alles noch zu machen ist. Es wäre verfrüht, jetzt schon zu sagen: es geht nicht mehr. Es geht immer." (EXKLUSIV: Vettel im Sport1.de-Interview)

Rosberg 5., Schumi 6.

Für die hoch gewetteten Deutschen blieben dennoch nur die Ehrenplätze. Vettel, der zum sechsten Mal in seiner Karriere von der Pole Position gestartet war, musste sich hinter McLaren-Pilot Lewis Hamilton mit Rang vier begnügen, lag damit aber immer noch vor der deutschen Nationalmannschaft von Mercedes.

Beim ersten echten Silberpfeil-Werkseinsatz seit 55 Jahren fuhren Nico Rosberg und Michael Schumacher auf die Plätze fünf und sechs.

Vor den Augen des Königs

Für den zweimaligen Weltmeister Alonso, der seine beiden Titel 2005 und 2006, als er jeweils auch in Bahrain triumphierte, noch gegen Schumacher geholt hatte, war es ein perfekter Einstand bei Ferrari, wo er in Schumachers Fußstapfen treten will.

Der Spanier holte vor den Augen seines Königs Juan Carlos den 22. Sieg seiner Karriere und trommelte vor lauter Freude mit beiden Fäusten vor seine Brust. Der Spanier ist damit der erste Fahrer in der Geschichte der Formel 1, der 25 Punkte für einen Sieg kassierte.

Massa dankt Gott

"Das ist ein besonderer Tag für mich. Es ist immer speziell, wenn man ganz oben auf dem Podium steht, aber ganz besonders, wenn man das mit Ferrari erreicht", sagte Alonso: "Ich widme diesen Sieg allen Menschen in Italien, den Mechanikern hier und Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo."

Der Brasilianer Massa machte im ersten Rennen nach seiner schweren Kopfverletzung von Budapest 2009 den 80. Doppelsieg für Ferrari im 794. Formel-1-Rennen perfekt. "Das ist mein bester Saisonstart. Ich bin froh, dass ich wieder hier sein darf. Dafür danke ich Gott und allen, die mich in der schweren Zeit unterstützt haben." Beim letzten roten Doppelpack hatte Massa vor Kimi Räikkönen gewonnen.

Deutsche gehen leer aus

Während die Scuderia feierte, herrschte bei Red Bull Tristesse. "Das ist sehr bitter, wenn man den Sieg schon vor Augen hat. Zum Schluss haben wir nur noch Schadensbegrenzung betrieben", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner, dessen zweiter Pilot Mark Webber nicht über Platz acht hinauskam. Vettel stellte sein Auto schon wenige Meter hinter der Ziellinie auf dem Grünstreifen ab.

Die restlichen deutschen Fahrer gingen auch bei der neuen Punktewertung, die WM-Zähler bis Rang zehn vergibt, komplett leer aus 180745(DIASHOW: Teams und Fahrer 2010).

Adrian Sutil verpasste durch einen Dreher schon in der ersten Kurve alle Chancen auf eine Top-10-Platzierung und wurde am Ende Zwölfter.

Glock-Aus nach 18 Runden

GP2-Champion Nico Hülkenberg kam in seinem ersten Formel-1-Rennen nach einem zwischenzeitlichen Ausritt mit einer Runde Rückstand auf Rang 14. Timo Glock schied mit Neuling Virgin nach 18 Runden wegen technischer Probleme ebenso aus wie Debütant Bruno Senna, der Neffe des legendären Brasilianers Ayrton Senna.

An der Spitze behauptete Vettel mit einem sehr guten Start seine Pole Position. Dahinter schob sich Alonso in der ersten Kurve an seinem Teamkollegen Massa vorbei auf Rang zwei.

Vettel setzte sich in der Anfangsphase ein wenig von Alonso ab, Schumacher konnte nicht ganz das Tempo des vor ihm fahrenden Hamilton halten. Beide gingen in der 15. Runde als erste Fahrer aus der Spitzengruppe zum ersten Reifenwechsel an die Box, bei dem sich an der Reihenfolge zwischen ihnen nichts änderte.

Nicht der Auspuff, der Motor

Eine Runde später wechselten Alonso, Rosberg und Webber die Reifen. Der Mercedes-Pilot kam aber zwischen Hamilton und Schumacher zurück auf die Strecke und hatte damit einen Rang verloren.

In der 29. und 30. Runde erhöhte Alonso den Druck auf Vettel und verringerte den Rückstand um 1,3 Sekunden, Vettel schlug aber in der 32. Runde zurück, in der er wieder eine Sekunde schneller war als der Spanier. Dann bekam der 22-Jährige allerdings Probleme und wurde langsamer.

Lange Zeit vermuteten der Deutsche und sein Team einen defekten Auspuff als Verursacher der Probleme, doch wie sich später heraustellte, hatte der bereits im Vorjahr anfällige Renault-Motor einen Defekt. Genaueres gab Red Bull nicht bekannt, aber womöglich muss für den nächsten Grand Prix in Australien das Aggregat gewechselt werden.

In Runde 34 schloss der Ferrari-Pilot zu Vettel auf uns ging in Führung. Wenige Sekunden später zu Beginn der 35. Runde überholte auch Massa den Red-Bull-Piloten, der danach auch von Hamilton ins Visier genommen wurde. In der 38. Minute verwies der Engländer Vettel auf Platz vier.

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