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Michael Schumacher belegte beim Bahrain-Grand-Prix den sechsten Platz © imago

Michael Schumacher ist beim Training zum Australien-Grand-Prix bester Deutscher. Ihm gelingt ein teaminterner Achtungserfolg.

München - Michael Schumacher kommt langsam in Fahrt.

Als in Melbourne leichter Regen einsetzte, war der Formel-1-Rückkehrer nicht zu bremsen und fuhr bei diesen Witterungsbedingungen wie zu besten Zeiten die schnellsten Runden 217667(Die Bilder).

Der siebenmalige Weltmeister belegte letztlich den vierten Platz im freien Training zum Großen Preis von Australien (Qualifying, Sa. ab 6.45 Uhr LIVE). Weiterer Silberstreif am Horizont: Auch am Renntag soll es einige Schauer geben - beste Voraussetzungen also für Regenkönig Schumacher (SERVICE: Das Trainingsergebnis).

Verhaltener Optimismus

"Alles in allem haben wir eine Menge gelernt. Wir konnten das Setup des Autos ziemlich ordentlich verbessern. Unsere Zeiten waren konkurrenzfähig, ich denke aus diesem Grund, dass wir uns auf den Rest des Wochenendes freuen können", sagte Schumacher verhalten optimistisch. (VIDEO: Die Strecke von Melbourne)

Wie so oft sei es an einem Freitag schwierig, die Leistung zu beurteilen. Schumacher: "Zudem scheinen alle auf unterschiedlichen Programmen gewesen zu sein."

Gemischte Gefühle bei Brawn

Mercedes-Teamchef Ross Brawn analysierte das Training mit gemischten Gefühlen: "Mit Michael haben wir ein paar Fortschritte erzielt, er war mit dem Auto ziemlich glücklich. Bei Nico haben wir bei ein paar Veränderungen vielleicht den falschen Weg eingeschlagen. Es gibt also noch einige Arbeit zu erledigen."

Wichtiger als alle Wetterprognosen war für Schumacher zumindest am Freitag ein Prestigeerfolg: Zum ersten Mal war er schneller als Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg (Wiesbaden). Der 41-Jährige war knapp eine halbe Sekunde schneller als Rosberg, der auf Rang elf landete.

Rosberg guter Dinge

Rosberg wollte das nicht überbewerten. Man könne wegen der wechselnden Bedingungen auch keine Vergleiche ziehen. "Wir hatten unterschiedliche Spritmengen und nicht die gleichen Reifen. Allein wegen des Regens kann man es nicht vergleichen", sagte der 24-Jährige: "Ich bin guter Dinge und fühle mich sehr wohl im Auto. Es wird bestimmt ein starkes Wochenende."

Nach Hohn und Spott am Tag nach seinem Comeback in Bahrain ("Schleich-Schumi", "Weltmeister der Arroganz") war der Auftakt in Australien sicherlich die richtige Antwort. Schumacher hatte in seinem ersten Rennen nach drei Jahren Pause den sechsten Platz belegt, Rosberg war Fünfter geworden.

Dennoch wartet auf Schumacher noch jede Menge Arbeit. Denn die 0,7 Sekunden Rückstand auf den Trainingsschnellsten Lewis Hamilton sind deutlich. Hamilton gewann das interne McLaren-Duell gegen Landsmann und Weltmeister Jenson Button. Drittschnellster war Lokalmatador Mark Webber.

Vettel mit Ausrutscher

Webbers Red-Bull-Teamkollege Sebastian Vettel kam nach einem Ausrutscher auf einer schnellen Runde kurz vor Trainingsende nicht über Platz 16 hinaus. "Klar, das war mein Fehler", sagte Vettel. Der 22-Jährige hatte in Bahrain einen scheinbar sicheren Sieg wegen einer defekten Zündkerze noch aus der Hand geben müssen und war letztlich Vierter geworden. (Red Bull: Kalter Motoren-Krieg mit Mercedes)

"Alles in allem war es ein bisschen chaotisch heute. Trotzdem scheint alles zu funktionieren", sagte Vettel, der aber noch nicht ganz zufrieden war: "Wir sind noch nicht ganz da, wo wir hinwollen, über Nacht müssen wir noch ein bisschen was finden." 217499 (DIASHOW: Vettel an Bumerang und Didgeridoo)

Schneller Sutil

Zweitschnellster der sechs deutschen Fahrer war Adrian Sutil, der im Force India auf Position sieben fuhr. Neuling Nico Hülkenberg kam im Williams auf Platz 15. Damit war der Schützling von Schumacher-Manager Willi Weber immerhin schneller als der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso. Der Spanier, der das Auftaktrennen in Bahrain gewonnen hatte, musste sich im Ferrari mit Rang 17 begnügen.

Glock im Pech

Das deutsche Schlusslicht an diesem Tag war Timo Glock, der im Auto des Formel-1-Einsteigers Virgin nur auf Platz 22 notiert wurde.

Allerdings ist beim Rennstall des Milliardärs Sir Richard Branson der Wurm drin. In Bahrain schied Glock mit Getriebeschaden aus, diesmal musste er wegen eines Öllecks am Getriebe eine lange Zwangspause einlegen.

Zu allem Überfluss ist auch noch der Tank seines Autos zu klein. Doch der Automobil-Weltverband FIA hatte ein Einsehen und erlaubte dem Virgin-Team, den Formel-1-Boliden derart umzubauen, dass ein größerer Tank Platz hat. Das neue Chassis wird aber frühestens bis zum Rennen am 9. Mai in Barcelona fertig, wahrscheinlicher ist Istanbul am 30. Mai.

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