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Fernando Alonso (l., mit Schumacher) fährt die erste Saison für Ferrari © imago

Der Aufreger des Qualifyings zum Australien-GP spielt sich fernab aller TV-Kameras ab. Eine alte Fehde entbrennt aufs Neue.

Von Jessica Pulter

München - Sebastian Vettel hat sich im Qualifying zum Australien-GP die Pole Position geschnappt, doch der Aufreger des Nachmittags ereignete sich fernab von allen TV-Kameras.

Michael Schumacher stieg nach dem Qualifying aus seinem Mercedes aus, stürmte geradewegs auf Fernando Alonso im Ferrari zu und diskutierte gestenreich mit dem Spanier (218019Die Bilder).

Der Stein des Anstoßes: Alonso soll Schumacher auf dessen letzten schnellen Runde so stark behindert haben, dass der Deutsche keine Chance mehr auf eine Zeitverbesserung hatte und die Runde abbrach.

Schumacher wurde am Ende Siebter, Alonso kam auf Rang drei. (DATENCENTER: Das Quali-Ergebnis)

Alonso blockiert die Ideallinie

"Ich habe ihn gefragt, ob ihm das Team nicht über Funk gesagt hat, dass ich komme. Das ist eigentlich so üblich", erläuterte Schumacher später die Szene.

"Er verneinte, er habe mich einfach zu spät gesehen und hat die schnelle Ideallinie, auf der ich unterwegs war, deswegen erst so spät verlassen."

Schumacher war bis dahin sehr gut unterwegs, und hätte wohl noch die beiden vor ihm platzierten Felipe Massa und Teamkollege Nico Rosberg attackieren können. Mercedes-Sportchef Norbert Haug meinte: "Ohne die Zwischenfälle wären Platz vier und fünf für uns realistisch gewesen." (VIDEO: Die Strecke von Melbourne)

Ähnliche Szene mit Hamilton

Bereits in Q2 fühlte sich Schumacher durch einen langsameren Lewis Hamilton auf seiner schnellen Runde behindert.

"Die Szene war ähnlich", sagte Schumi. "Lewis hat sich auf seine Runde vorbereitet und meinen Weg gekreuzt - das ist nicht sehr nett."

Schumacher unterstellt keine Absicht

Ohnhin sind die Fahrer dazu angehalten, auf ihren Runden zurück in die Boxengasse nicht zu bummeln. Wer deutlich zu langsam fährt und somit andere Fahrer beeinträchtigt, muss mit Strafen durch die Rennkommissare rechnen.

Erst im letzten freien Training holte sich Pedro de la Rosa im BMW Sauber eine Verwarnung dafür ab, zu langsam in die Box zurück gefahren zu sein.

"Ich unterstelle Alonso keine Absicht. Aber es bleibt die Frage, warum er mich nicht gesehen hat. Ich schaue in solch einer Situation eigentlich regelmäßig in den Rückspiegel", führte Schumacher weiter aus.

Zudem im Fahrer-Briefing am Freitag insbesondere Alonso dafür plädiert haben soll, dass alle Fahrer diese Regel beachten.

Kommissare sind informiert

Alonso spielte die Szene runter. "Michael hat sich nur beschwert, weil er Siebter war", meinte der Spanier lapidar.

Dass Schumacher den Zwischenfall aber nicht auf die leichte Schulter nimmt, zeigte seine Reaktion nach dem Qualifying. So soll der Deutsche bereits die Rennkommissare über den Vorfall unterrichtet haben.

"Ich hatte ein Gespräch mit Charlie Whiting", bestätigte der 41-Jährige, der sich beim Renndirektor erkundigte, nach welchen Maßstäben man die Szene mit Alonso misst, und ob sich an den Regeln etwas geändert hätte.

Schon vor der dreijährigen Pause von Schumacher in der Formel 1 gerieten die beiden Fahrer im Kampf um den WM-Titel öfters aneinander und lieferten sich auf und neben der Strecke interessante Duelle.

Ob Alonso am Sonntag (ab 7.45 Uhr LIVE) nun tatsächlich von Platz drei aus ins Rennen gehen darf, bleibt abzuwarten.

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