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Lewis Hamilton (l. mit Button) wurde 2008 mit McLaren Weltmeister © getty

Lewis Hamilton ärgert sich über die Strategie seines Teams beim Australien-GP und geizt nicht mit Vorwürfen. Webber entschuldigt sich.

Melbourne/München - Lewis Hamilton hat beim Großen Preis von Australien wirklich alles gegeben.

Von Platz elf aus ins Rennen gegangen, schluckte der Brite Fahrer um Fahrer, fuhr zwischenzeitlich sogar auf Platz drei und machte nach einem weiteren Boxenstopp Jagd auf die Ferrari. Felipe Massa und Fernando Alonso hatten zuvor auf einen zweiten Stopp verzichtet.

Hamilton nahm den beiden Scuderia-Fahrern durch die neuen Reifen teilweise zwei Sekunden pro Runde ab, doch ausgezahlt hat es sich für den 25-Jährigen nicht.

Drei Runden vor Schluss versuchte der McLaren-Mercerdes-Pilot an Alonso vorbeizugehen, doch der Spanier konterte und Mark Webber im Red Bull schob den vor ihm fahrenden Hamilton ins Kiesbett.

Hamilton nur Sechster

"Ich habe mir wirklich die Seele aus dem Leib gefahren", erklärte der ehemalige Weltmeister. "Und ich hätte ein besseres Ergebnis verdient gehabt."

Hamilton fiel durch den Unfall von Platz fünf auf sechs zurück, musste zusehen, wie sein Teamkollege Jenson Button den Sieg für McLaren einfuhr und geizte nicht mit Vorwürfen. Schon während des Rennens beschwerte sich der Brite über's Team-Radio über die Strategie. (DATENCENTER: Das Renn-Ergebnis)

Sport1.de hat die Stimmen zum Rennen in Melbourne zusammengefasst.

Jenson Button (McLaren-Mercedes / Sieger):

"Als ich nach dem Regen als Erster an die Box kam, da dachte ich, dass es eine katastrophale Entscheidung ist, da es in der Boxengasse nass war. Aber als ich erst einmal in Schwung war, war es ziemlich gut. Das war die richtige Entscheidung - ich bin sehr glücklich, dass ich sie gefällt habe. Ich habe das Gefühl, dass ich Zuversicht aufbaue und hoffe, dass wir im kommenden Rennen etwas Ähnliches erreichen können, denn es fühlt sich gut an."

Robert Kubica (Renault / Platz zwei):

"Wir hatten nicht erwartet, auf dem Podium ins Ziel zu kommen. Für Renault und mich selbst ist dies ein besonderes Ergebnis. Wir haben den Winter über hart Druck gemacht, und es war das beste Ergebnis, das wir zu Beginn der Saison erreichen konnten. Wir müssen aber realistisch bleiben. Wir haben normalerweise nicht die Geschwindigkeit, um es auf das Podium zu schaffen." (VIDEO: Die Strecke von Melbourne)

Felipe Massa (Ferrari / Platz drei):

"Beim Start ist es mir gelungen, meine Reifen nicht durchdrehen zu lassen, während die Konkurrenz Probleme mit dem Grip hatte. Das hat mich gleich auf Platz zwei gebracht. Im Verlauf des Rennens kam ich immer näher an Kubica ran, aber ich hatte nie eine Chance, ihn zu überholen. Ich glaube, die Zuschauer hatten viel Spaß mit dem Rennen. Das kann man nicht als langweilig bezeichnen."

Nico Rosberg (Mercedes / Platz fünf):

"Mit dem fünften Platz bin ich nach dem Rennverlauf zufrieden. Zuerst hab ich im Nassen einen schlechten Start erwischt, dann machten mir meine ersten Trockenreifen Probleme. Deshalb haben wir noch einmal die Reifen gewechselt, um vorne anzugreifen. Wir müssen jetzt einfach diese Punkte mitnehmen während wir den Wagen verbessern."

Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes / Platz sechs):

"Ich bin eines der besten Rennen meines Lebens gefahren, doch leider hat mich die Strategie weit zurückgeworfen. Und dann hat auch noch Mark Webber meine Chancen zunichte gemacht. Ich habe mir wirklich die Seele aus dem Leib gefahren und ich hätte ein besseres Ergebnis verdient gehabt. Mein Team macht immer einen fantastischen Job, aber die Strategie war nicht richtig. Jeder Fahrer vor mir war einmal in der Box und aus irgendeinem Grund war ich es zweimal. Ich habe die Entscheidung leider nicht in Frage gestellt, sondern habe dem Team vertraut."

Mark Webber (Red Bull / Platz neun):

"Lewis (Hamilton) und ich versuchten, Fernando (Alonso) zu überholen, aber da ich Lewis zu nahe kam, funktionierte der Frontflügel nicht mehr richtig. Ich konnte das Auto nicht abbremsen. Es blockierte, ich versuchte mehr nach innen zu kommen, um Rad an Rad zu kämpfen, aber schlussendlich traf ich ihn mit dem Frontflügel an seinem rechten Reifen. Ich entschuldige mich bei Lewis."

Michael Schumacher (Mercedes / Platz zehn):

"Es hätte ein gutes Rennen für mich werden können, deshalb war es wirklich Pech, dass ich gleich nach dem Start getroffen wurde. Der Zwischenfall hat das Rennen für mich entschieden. Aber soetwas passiert, das ist halt so im Rennsport. Trotzdem hatte ich meinen Spaß, denn unsere Geschwindigkeit war vielversprechend. Teilweise waren wir sogar schneller unterwegs als die führenden Fahrer."

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug:

"Ein sensationelles Rennen und unser Speed war weit besser als in Bahrain. Nico (Rosberg) war super unterwegs, noch ein paar Runden und ein Podium wäre drin gewesen - der Speed dazu war da. Michael (Schumacher) musste nach dem Start bei der Kollision von Button und Alonso ausweichen und dann mit demoliertem Frontflügel an die Box - sonst wäre einiges mehr als Platz zehn möglich gewesen. Unser Speed war ein deutlicher Schritt nach vorne."

Sebastian Vettel (Red Bull / Ausfall):

"Wir hatten einen Bremsschaden. Das hatte sich eine Runde vorher angekündigt. Ich wollte noch an die Box fahren, um das nachschauen zu lassen, aber bis dahin bin ich gar nicht mehr gekommen. Es gab auf der linken Seite einen Funkenschlag . Danach hatte ich Vibrationen im Lenkrad. Ich habe Kurve 13 vorsichtig angebremst, aber dann ist links vorne die Bremsscheibe wohl explodiert."

Nico Hülkenberg (Williams / Ausfall):

"Das war sehr ernüchternd. Ich war schon mitten in der Kurve als Kamui Kobayashi mich von hinten getroffen hat. Das war ein harter Einschlag, und ich bin mir nicht sicher, was der Auslöser war. Das war frustrierend, denn ich hatte mich sehr auf mein erstes Rennen in Melbourne gefreut."

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