Die Formel 1 hat beim spektakulären Australien-GP ihren angekratzten Ruf poliert. Verbannt ist die "Formel Gähn deshalb nicht".

Was für ein Grand Prix! Das Australien-Rennen hat in Sachen Spannung, Dramatik und Action vieles von dem getoppt, was in der Vergangenheit oft an taktischer Magerkost geboten wurde.

Erst recht das, was sich beim öden Wüsten-Grand-Prix in Bahrain abspielte, als die Formel 1 zur Formel Gähn wurde.

Nach dem atemberaubenden Spektakel Down Under werden die Fans ihren Stars vieles von dem verzeihen, was sich in der Sakhir-Wüste abgespielt hat.

Und richtig: So muss eine Formel 1 aussehen, die sich die Königsklasse nennt. Bitte, gebt uns mehr davon!

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Man hatte den Eindruck, als hätten sich die Piloten verbündet, um der Welt und ihren Kritikern zu zeigen: Wir können es viel, viel besser.

Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn die Stars der PS-Liga durften das Drehbuch nur zur Hälfte mitbestimmen.

Den Rest der Regie übernahmen das launische Wetter im Albert Park und eine Strecke, die seit ihrer Aufnahme in den Renn-Kalender stets für Qualität gebürgt hat.

Und deshalb dürfen sich auch jene bestätigt fühlen, die die wunden Punkte des Motorsport-Elitezirkels aufgezeigt haben. Die Kritik zielte neben den neuen Regeln und dem Technik-Einerlei nämlich auch auf die modernen Strecken-Layouts, auf denen sich die lahmen Prozessionsfahrten häufig abspielen.

Und davon gibt es in der modernen Formel 1 zuhauf - die Klassiker wie in Melbourne oder auch in Spa sind längst in der Unterzahl.

Dass die Formel 1 demnächst wieder in den Energiespar-Modus verfällt, ist deshalb also keineswegs ausgeschlossen.

Die Freude über den grandiosen Grand Prix in Melbourne sollten wir deshalb umso inniger genießen.

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