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Michael Schumacher gewann in seiner Karriere 91 Grands Prix © getty

Zwei deutsche Stars unter Druck: Michael Schumacher muss sich verbessern, Sebastian Vettel in Malaysia endlich ins Ziel kommen.

München - Schnell wie ein Red Bull, zuverlässig wie ein Mercedes-Silberpfeil - so sieht das Traumauto von Sebastian Vettel und Michael Schumacher aus.

Noch haben beide diese Kombination nicht gefunden, deshalb beginnt am Sonntag (ab 9.45 Uhr LIVE) in Malaysia Teil drei der Suche nach dem perfekten Auto .

Klartext von Vettel

Vize-Weltmeister Vettel hofft nach seinem technischen Defekt in Australien, dass sein Red-Bull-Renault beim 3. von 19 WM-Läufen endlich durchhält und er eine Pole Position auch in einen Sieg ummünzen kann. (Red Bull und McLaren - Kampf mit harten Bandagen)

Teamintern spricht Vettel angeblich Klartext: Im Falle des Falles "haue ich auf den Tisch", sagte er der Illustrierten "Bunte": "Tritt man auf der Stelle, rast man in den Untergang. Fährt man hinterher, kriegt man einen dicken Hals." (Pannen-Auto! Vettel bangt um WM)

Rätselraten bei Red Bull

Vor allem hat Vettel gewurmt, dass er keinen Einfluss auf die streikende Technik hat. "Das Lenkrad habe ich in der Hand. Dem gebe ich Befehle. Einer Zündkerze kann ich leider keine Befehle geben", sagte Vettel. Eine defekte Zündkerze hatte ihn beim Saisonauftakt in Bahrain vom ersten auf den vierten Platz zurückgeworfen. (218418DIASHOW: Bilder des Rennens)

Für den Ausfall in Australien war nicht wie zunächst vermutet ein Bremsdefekt verantwortlich.

Das stellte Bremshersteller "Brembo" in einer Pressemitteilung klar. Vielmehr habe Red Bull herausgefunden, dass es ein Defekt am Radträger gewesen sei, der aber nicht durch eine falsch angezogene Radmutter ausgelöst wurde. Das macht es für das Team schwierig, einen ähnlichen Defekt für die Zukunft auszuschließen.

Schumi: Nicht zu weit weg

Rückkehrer Schumacher hofft nach den Plätzen sechs und zehn auf Fortschritte seines Silberpfeils, um endlich auch auf der Rennstrecke so bejubelt zu werden wie am Mittwochabend in Kuala Lumpur. Da drehten der 41-Jährige und Teamkollege Nico Rosberg in Sichtweite der Twin Towers, Sitz von Hauptsponsor Petronas, vor mehreren Tausend Zuschauern Demorunden mit einem Silberpfeil.

"Wir schauen an diesem Wochenende auf einen Podiumsplatz", sagte dabei Schumacher mit Blick auf das erste "Heimspiel" des Jahres. Man sei nicht "zu weit weg": "Und ich bin zuversichtlich, dass da noch einiges kommen wird", meinte der siebenmalige Weltmeister, der in internationalen Medien bereits in die Kritik geraten ist.

"Wir geben nicht auf"

Allerdings war bislang auch der Silberpfeil noch nicht so schnell wie einige Konkurrenten. "Wir wollen so auftreten, wie unsere Hauptrivalen - McLaren und Red Bull", sagte Rosberg: "Wir haben noch viele Entwicklungen in Vorbereitung, wir geben nicht auf."

Teamchef Ross Brawn räumt ein, dass man noch nicht soweit sei, "ganz an der Spitze mitzufahren". Mit vier Ergebnissen in den Punkterängen in den ersten beiden Rennen liege man in der Konstrukteurs-WM allerdings auf Platz drei.

"Daran wollen wir anknüpfen und weiter Punkte sammeln, während wir unser Auto weiter verbessern", sagte der Brite. Mercedes-Sportchef Norbert Haug meinte: "Unser Ziel ist es, in Malaysia weiter zu punkten und die Basis für fortgesetzte technische Verbesserungen zu schaffen."

Nur der Sieg zählt

Für Red Bull zählt in Kuala Lumpur dagegen nur der Sieg, wie Teamchef Christian Horner schon in Melbourne angekündigt hat. Vettel liegt schon 25 Punkte hinter WM-Spitzenreiter Fernando Alonso im Ferrari - und hat keine Lust auf Mittelmaß.

"Ich steige doch nicht alle zwei Wochen ins Auto, um nur ein paar Runden zu fahren. Ein zweiter oder dritter Platz stinkt mir", sagte der 22-Jährige, der nach eigener Einschätzung bei der Verfolgung seiner Ziele "sehr, sehr stur" ist.

Tipps von Vettel

Um über Rückschläge hinweg zu kommen, "ist es hilfreich, genau zu wissen, was man will", sagte Vettel dem Fachmagazin "Speedweek": "Ganz egal ob es nun der Titelgewinn ist oder Gewicht zu verlieren - das Training sollte vollwertig sein. Man muss sich darauf konzentrieren, was man erreichen will", sagte er.

Er verriet ein Hilfsmittel: "Nimm' immer etwas mit, das dich inspiriert - zum Beispiel ein Foto oder ein Zitat. Druck es aus und hänge es an die Wand. So kommst du motiviert aus dem Bett und tust etwas."

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